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25 Arten im Lexikon

Pflanzenschädlinge: erkennen, unterscheiden und natürlich in Schach halten

Meine Zimmerpflanze bekommt klebrige Blätter, der Buchs im Garten wird kahl — wer frisst hier eigentlich mit?

Die Zimmerlinde bekommt über Nacht klebrige Blätter, auf dem Fensterbrett darunter glänzt ein feiner Film, und im Garten steht der Buchs binnen einer Woche kahl da. Pflanzenschädlinge melden sich fast nie durch das Tier selbst, sondern durch die Pflanze — den Schaden sehen Sie lange, bevor Sie den Verursacher finden. Denn der ist winzig, nachtaktiv oder sitzt genau dort, wo niemand hinsieht: an der Blattunterseite und in der Erde.

Was diese Arten verbindet

So weit eine halbmillimetergroße Milbe und ein Wildkaninchen auseinanderliegen — alle Arten dieser Gruppe leben von lebenden Pflanzen. Sie saugen Pflanzensaft, schaben Blattgewebe ab, fressen sich als Mine zwischen den Blatthäuten entlang oder nagen an Wurzeln, Knollen und Rinde. Für Wohnung, Vorräte und Gesundheit spielen sie keine Rolle: Keine dieser Arten überträgt Krankheiten auf den Menschen, keine geht an Lebensmittel im Schrank. Der Schaden bleibt im Topf und im Beet.

Die zweite Gemeinsamkeit ist für die Bekämpfung die wichtigere: Fast alle vermehren sich explosionsartig, solange die Bedingungen stimmen — und brechen ebenso schnell zusammen, wenn sich diese Bedingungen ändern. Ein Befall ist deshalb selten Zufall. Er ist meist die Antwort auf einen Standort, eine Pflegegewohnheit oder eine Wetterlage, die der Art entgegenkommt.

So erkennen Sie einen Befall

Vier Spurenbilder decken fast die gesamte Gruppe ab:

  • Klebrig und glänzend: Das ist Honigtau, der Zuckerausscheidung der saugenden Arten. Blätter, Fensterbrett oder die Terrasse unter der Linde kleben, später wächst darauf ein schwarzer Rußtaupilz. Dahinter stecken Blattläuse, Schildläuse, Wollläuse oder die Weiße Fliege.
  • Hell gesprenkelt, aber ohne Loch: Feine helle Punkte auf der Blattoberseite und Gespinste in den Blattachseln sprechen für Spinnmilben, silbrig glänzende Flecken mit winzigen schwarzen Kotpünktchen für Thripse.
  • Löcher, Kerben, Kahlfraß: Raupen, Käfer und Schnecken. U-förmige Buchten am Blattrand, über Nacht entstanden, sind die Handschrift des Gefurchten Dickmaulrüsslers, Schleimspuren am Morgen die der Nacktschnecken.
  • Welken trotz feuchter Erde: Dann sitzt der Schaden an der Wurzel — Larven im Substrat, Wühlgänge im Beet. Fliegen beim Gießen kleine schwarze Mücken auf, sind es Trauermücken.

Drehen Sie bei allen vier Bildern zuerst die Blätter um. Fast jeder Sauger sitzt unten, und fast jeder Befall wird dort ein bis zwei Wochen früher sichtbar als oben.

Was gegen die ganze Gruppe hilft

Der erste Schritt ist fast immer die Pflege, nicht das Spritzmittel. Trockene Heizungsluft ist die häufigste Ursache für Spinnmilben an Zimmerpflanzen — wer den Topf von der Heizung wegrückt und die Luftfeuchte anhebt, entzieht ihnen die Grundlage. Dauerhaft nasse Blumenerde ist die offene Einladung an Trauermücken; die obere Schicht zwischen zwei Wassergaben abtrocknen zu lassen, reicht oft schon. Und zu viel Stickstoffdünger treibt weiche, saftige Triebe, genau die suchen Blattläuse an Zimmer- und Nutzpflanzen. Prüfen Sie diese drei Punkte, bevor Sie irgendetwas anwenden.

Der zweite Hebel sind Nützlinge. Marienkäfer- und Florfliegenlarven, Schwebfliegen, Schlupfwespen, Raubmilben, Ohrwürmer, Laufkäfer, Igel und Vögel halten Läuse, Raupen und Schnecken von allein in Grenzen — vorausgesetzt, es gibt für sie etwas zu holen und irgendwo Deckung. Breit wirkende Spritzmittel treffen sie mit und schaffen damit das nächste Problem: Ohne Gegenspieler fällt die zweite Läusegeneration heftiger aus als die erste. Ein Blühstreifen, ein Laub- oder Totholzhaufen und ein ungemähter Rand kosten nichts. Für Zimmerpflanzen und Gewächshaus lassen sich Nützlinge gezielt bestellen: Raubmilben gegen Spinnmilben, Schlupfwespen gegen die Weiße Fliege, Nematoden gegen die Larven von Trauermücken und Dickmaulrüssler.

Dazu kommt Handarbeit, die bei jeder Art dieser Gruppe funktioniert: neue Pflanzen zwei bis drei Wochen getrennt aufstellen und die Blattunterseiten kontrollieren, befallene Triebe abschneiden, Läuse abduschen oder abstreifen, Raupen und Schnecken absammeln, Gemüse früh mit einem Kulturschutznetz abdecken. Gelbtafeln zeigen an, was fliegt — bekämpfen tun sie nichts. Einige verbreitete Hausmittel gegen Schädlinge schaden dagegen mehr, als sie nützen: Unverdünntes Spülmittel verbrennt Blätter, Bierfallen locken Schnecken erst aus der Nachbarschaft herbei, Kaffeesatz, Salz und Ultraschallgeräte wirken nicht.

Wann es ernst wird

Die meisten Tiere im Garten sind keine Schädlinge. Ohrwürmer, Weberknechte, Asseln, Laufkäfer, Spinnen und Wildbienen fressen entweder Schädlinge oder totes Material — sie gehören dorthin. Auch ein paar Blattläuse an einer Rose sind kein Fall für Bekämpfung, sondern das Futter für die Nützlinge, die Sie im Sommer brauchen. Eingreifen sollten Sie erst, wenn der Zuwachs sichtbar leidet: bei Jungpflanzen, bei der Ernte, wenn mehrere Töpfe im selben Raum betroffen sind oder wenn der Buchsbaumzünsler im Sommer in die zweite Generation geht.

Zur Behörde oder zum Fachbetrieb gehören drei Fälle. Meldepflichtige Quarantäneschädlinge — allen voran der Asiatische Laubholzbockkäfer und der Japankäfer — dürfen Sie nicht selbst behandeln: Verdacht beim Pflanzenschutzdienst melden und Pflanzenmaterial keinesfalls wegfahren. Wühlt die Gemeine Schermaus großflächig an Obstgehölzen, hilft nur fachgerechter, geschützt aufgestellter Fang. Und bei Wirbeltieren wie Wildkaninchen oder Nutria gilt Jagd- und Naturschutzrecht, da entscheiden nicht Sie. Alles Übrige schaffen Sie selbst — mit Kontrolle, Geduld und einem Garten, in dem Nützlinge leben können.

Anleitungen zu dieser Gruppe

Alle 25 Arten dieser Gruppe

Gut zu wissen

Jedes Zimmer hat seine typischen Untermieter — ein Blick ins Haus zeigt, wo Sie zuerst nachsehen sollten.

Welcher Schädling taucht in welchem Raum auf?

Ameisen folgen Futterspuren in die Küche, Silberfische lieben das feuchte Bad, Kleidermotten sitzen im Schrank und Mäuse ziehen in Keller und Vorratsräume. Der Fundort ist oft der beste Hinweis auf die Art.

Muss ich einen Schädlingsbefall melden?

Bei Gesundheitsschädlingen wie Ratten besteht in vielen Gemeinden eine Meldepflicht; in Mietwohnungen sollten Sie den Vermieter immer umgehend informieren. Details dazu finden Sie in unseren Ratgebern.

Wann reicht Selbsthilfe, wann brauche ich den Profi?

Einzelne Tiere und ein früher Befall lassen sich oft selbst stoppen. Bei Bettwanzen, Schaben und Ratten ist der Schädlingsbekämpfer meist die schnellere und am Ende günstigere Lösung — unsere Lexikon-Einträge geben je Art eine klare Empfehlung.

Welche Tiere darf ich gar nicht bekämpfen?

Hornissen, Wildbienen, Hummeln und einige weitere Arten stehen unter besonderem Schutz (§ 44 BNatSchG). Nester dürfen nur mit Genehmigung umgesiedelt werden — wir zeigen, an wen Sie sich wenden.

Helfen Ultraschallstecker und Hausmittel wirklich?

Vieles davon ist wirkungslos. Unser Hausmittel-Check sortiert ehrlich: Was funktioniert, was ist Geldverschwendung?

Illustration: Haus im Querschnitt mit typischen Schädlingsverstecken — vom Dachboden über Küche, Bad und Kleiderschrank bis in den Keller.