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Gesundheitsschädling

Hausstaubmilbe

Morgens verstopfte Nase, Niesattacken nach dem Aufstehen, gerötete Augen – und das rund ums Jahr statt nur zur Pollenzeit: Dahinter steckt häufig eine Hausstaubmilbenallergie. Die Tiere stechen nicht und übertragen keine Krankheiten, allergisch wirkt ihr Kot.

Hausstaubmilben erkennen

Sehen kann man sie nicht: Mit 0,1 bis 0,5 Millimetern liegen sie unter der Auflösungsgrenze des Auges. Verbreitet sind zwei Arten: D. pteronyssinus in feuchteren Wohnungen, D. farinae etwas trockenheitstoleranter. Ein Besatz ist kein Zeichen mangelnder Hygiene.

  • Beschwerden nachts und morgens am stärksten, tagsüber besser
  • Besserung im Urlaub, besonders im Hochgebirge über 1.200 Metern
  • Ganzjähriger Schnupfen ohne Pollenbezug, schlechter nach Heizbeginn
  • Trockener Reizhusten nachts, Engegefühl, pfeifende Atmung
  • Nachts verschlimmerte Neurodermitis, Luftfeuchte über 55 Prozent

Den Nachweis führt die Arztpraxis mit Pricktest und spezifischem IgE gegen Der p 1 und Der f 1. Drogerietests zeigen die Staubbelastung, ersetzen aber keine Diagnose. In feuchten Vorratsräumen kommt zusätzlich die Mehlmilbe vor, deren Allergene teilweise kreuzreagieren.

Lebensweise

Hausstaubmilben ernähren sich von Hautschuppen; ein Mensch verliert davon 1 bis 1,5 Gramm pro Tag. Verwertbar werden sie erst, wenn Schimmelpilze sie vorverdaut haben – deshalb hängt alles an der Feuchtigkeit. Ihr Optimum liegt bei 25 Grad und 65 bis 80 Prozent Luftfeuchte; unter etwa 50 Prozent trocknen sie aus.

Ein Weibchen legt 20 bis 80 Eier, die Entwicklung dauert zwei bis fünf Wochen, die Lebensdauer zwei bis vier Monate. Der Populationsgipfel liegt im Spätsommer. Läuft im Oktober die Heizung an, sterben viele Tiere ab und zerfallen zu allergenhaltigem Staub – deshalb sind die Beschwerden im Herbst oft am stärksten. Hauptlebensraum ist das Bett.

Schäden und Risiken

Materialschäden verursachen Hausstaubmilben keine. Sie nagen nicht und übertragen keine Infektionen. Anders als die Bettwanze stechen sie auch nicht.

Das Problem sind die Allergene Der p 1 und Der f 1. Sie stecken vor allem im Kot: Eine Milbe scheidet rund 20 Kotkügelchen täglich aus. Die 10 bis 40 Mikrometer großen Partikel werden beim Bettenmachen und Staubsaugen aufgewirbelt und sinken nach Minuten wieder ab. Ab etwa 2 Mikrogramm Der p 1 je Gramm Staub steigt das Sensibilisierungsrisiko, ab 10 Mikrogramm das Risiko akuter Asthmabeschwerden – die Folgen reichen bis zum allergischen Asthma.

Wichtig: Hausstaubmilben sind kein Fall für Schädlingsbekämpfungsmittel. Klären Sie Beschwerden ärztlich ab; Behandlung und Sanierung der Schlafumgebung gehören zusammen. Vernebler und Milbenschäume belasten die Raumluft, ohne das Allergen zu entfernen.

Vorbeugen

  • Schlafzimmer kühl und trocken: 16 bis 18 Grad, Luftfeuchte unter 50 Prozent, mehrmals täglich stoßlüften
  • Morgens die Bettdecke zurückschlagen und das Bett auslüften, statt es sofort zu machen
  • Bettwäsche wöchentlich bei 60 Grad waschen
  • Luftbefeuchter, Zimmerbrunnen und Aquarien raus; Haustiere nicht ins Bett
  • Staubfänger reduzieren: schwere Vorhänge, Teppiche, Kuscheltiere; Schimmel beseitigen

Bekämpfen

Ausrotten lassen sich Hausstaubmilben nicht; das Ziel ist, die Allergenmenge im Bett zu senken.

Encasings sind allergendichte Bezüge für Matratze, Zudecke und Kopfkissen. Achten Sie auf dicht gewebtes Material, einen umlaufenden Reißverschluss mit Abdeckung und Waschbarkeit bei 60 Grad. Ein Matratzenbezug kostet 60 bis 150 Euro, hält 5 bis 10 Jahre und wird alle drei bis sechs Monate gewaschen.

Waschen bei 60 Grad tötet die Milben zuverlässig ab und spült das Allergen aus; 30 oder 40 Grad reichen nicht. Was keine 60 Grad verträgt, etwa Kuscheltiere, legen Sie 24 bis 48 Stunden bei minus 18 Grad ins Gefrierfach und waschen es danach kalt.

Trockene Luft lässt die Population von selbst zusammenbrechen; ein Hygrometer zeigt, ob Sie unter 50 Prozent bleiben. Beim Saugen hilft ein HEPA-Filter der Klasse H13; Allergiker saugen möglichst nicht selbst.

Wenig bringen Akarizid-Sprays und Milbenschäume: Sie töten Tiere, lassen den Kot aber im Polster. Luftreiniger helfen nur begrenzt, weil das Allergen schnell absinkt. Latex ist nicht milbenärmer als Federkern – entscheidend bleibt die Feuchte.

Wann zum Profi?

Ansprechpartner ist hier nicht der Schädlingsbekämpfer, sondern die Haus- oder Facharztpraxis: bei anhaltendem Schnupfen, nächtlichem Husten, Atemnot und besonders bei Kindern mit wiederkehrenden Atemwegsbeschwerden. Ursächlich behandelt allein die spezifische Immuntherapie.

Ein Fachbetrieb kommt nur indirekt ins Spiel: Wo Schimmel oder Kondensat an Außenwänden die Luftfeuchte dauerhaft über 60 Prozent halten, muss die Bausubstanz saniert werden. Vergleichbare Feuchtezeiger sind Silberfischchen und Staubläuse.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Kann man Hausstaubmilben vollständig loswerden?

Nein, und das ist auch nicht das Ziel. Hausstaubmilben leben in jeder bewohnten Wohnung, weil sie sich von Hautschuppen ernähren. Erreichbar ist eine deutliche Senkung der Allergenmenge im Bett und im Schlafzimmer. Encasings, 60-Grad-Wäsche und eine Luftfeuchte unter 50 Prozent bringen dabei am meisten.

Reicht Waschen bei 40 Grad gegen Milben?

Nein. Bei 40 Grad überleben viele Milben den Waschgang. Zuverlässig abgetötet werden sie erst bei 60 Grad, und dabei wird gleichzeitig ein Großteil des Allergens ausgespült. Für Textilien, die keine 60 Grad vertragen, hilft ein Umweg: 24 bis 48 Stunden bei minus 18 Grad einfrieren und anschließend kalt waschen.

Sind Hausstaubmilben ein Zeichen von Unsauberkeit?

Nein. Die Tiere leben von menschlichen Hautschuppen und finden diese in jeder bewohnten Wohnung, unabhängig vom Putzverhalten. Entscheidend für die Populationsgröße ist die Luftfeuchte, nicht die Sauberkeit. Häufiges Saugen von Teppichen kann Allergene sogar kurzzeitig aufwirbeln.

Muss ich bei einer Milbenallergie die Matratze wegwerfen?

In der Regel nicht. Ein allergendichter Bezug schließt Milben und Allergene in der Matratze ein und trennt sie vom Schläfer; das wirkt schneller und günstiger als ein Neukauf. Sinnvoll ist der Austausch, wenn die Matratze älter als acht bis zehn Jahre oder durchfeuchtet ist. Ein Encasing brauchen Sie danach trotzdem.