Trauermücken
Kleine schwarze Mücken, die beim Gießen aus dem Blumentopf auffliegen: Das sind Trauermücken. Die erwachsenen Tiere stechen nicht und übertragen keine Krankheiten. Das Problem sitzt im Topf – die Larven fressen feine Wurzeln an und lassen Stecklinge eingehen.
Trauermücken erkennen
Die Mücken sind 2 bis 4 Millimeter lang, dunkelgrau bis schwarz und schlank. Fliegen können sie schlecht, oft laufen sie über die Erdoberfläche. Die Larve wird bis 7 Millimeter lang, ist beinlos, glasig weiß und trägt eine schwarze Kopfkapsel – das sicherste Merkmal.
- Beim Gießen stiebt eine Wolke kleiner Mücken aus dem Topf auf
- Mücken sitzen an Fenstern, Lampen und Monitoren, oft mehrere Räume entfernt
- Glasige Larven mit schwarzem Kopf in den obersten 2 bis 3 Zentimetern des Substrats
- Jungpflanzen welken trotz feuchter Erde, Stecklinge faulen an der Basis
- Sämlinge lassen sich ohne Widerstand herausziehen, die Wurzelspitzen fehlen
Verwechslungen sind häufig: Fruchtfliegen sind gedrungen, gelbbraun und rotäugig und schwirren um Obst. Schmetterlingsmücken haben behaarte Flügel und kommen aus dem Siphon. Springschwänze sind flügellose weiße Hüpfer und schaden Pflanzen nicht.
Lebensweise
Ein Weibchen legt 100 bis 200 Eier auf feuchte Erde. Nach vier bis sechs Tagen schlüpfen die Larven und fressen zwei bis drei Wochen lang Pilzmyzel und verrottende Pflanzenreste – dabei auch Wurzelhaare und das Mark frischer Stecklinge. Ein kompletter Zyklus ist bei 20 bis 25 Grad in drei bis vier Wochen durch.
Die erwachsenen Mücken leben nur drei bis sieben Tage und fressen kaum. Daran scheitern viele Bekämpfungsversuche: Wer nur die fliegenden Tiere erwischt, steht zwei Wochen später vor der nächsten Generation. Trocknet die oberste Substratschicht ab, vertrocknen Eier und Junglarven; frische torfreiche Erde bringt die Tiere oft schon aus dem Sack mit.
Schäden und Risiken
Für Menschen sind Trauermücken harmlos: Sie stechen und beißen nicht, übertragen keine Krankheiten und gehen nicht an Lebensmittel. Bei Massenauftreten stören sie schlicht.
Pflanzlich sieht es anders aus. Große, eingewurzelte Zimmerpflanzen stecken einen Larvenbesatz meist weg. Kritisch wird es bei Aussaaten, Stecklingen und Jungpflanzen: Verletzte Wurzelspitzen und Stängelbasen sind Eintrittspforten für Pythium, Fusarium und Botrytis, deren Sporen die Larven verschleppen. Wer zusätzlich Blattläuse hat, geht beides zusammen an.
Vorbeugen
- Sparsamer gießen: die obersten 2 bis 3 Zentimeter zwischen den Wassergaben abtrocknen lassen
- Von unten über den Untersetzer wässern und Überschuss nach 20 bis 30 Minuten abgießen
- Substrat mit 1 bis 2 Zentimetern Quarzsand oder Blähton abdecken, das sperrt die Eiablage aus
- Torfreduzierte Qualitätserde verwenden, angebrochene Säcke trocken und verschlossen lagern
- Neue Pflanzen zwei bis drei Wochen separat stellen, abgefallene Blätter von der Erde entfernen
Bekämpfen
Wirksam ist nur die Kombination aus Fang der Mücken und Behandlung der Larven im Topf. Rechnen Sie mit vier bis sechs Wochen – ein Entwicklungszyklus muss überbrückt werden.
- Gelbtafeln flach über dem Substrat anbringen: Sie fangen die eierlegenden Weibchen und zeigen, ob der Befall zurückgeht.
- Oberfläche abtrocknen lassen und mit Sand abdecken – das unterbricht die Eiablage sofort.
- Nematoden der Art Steinernema feltiae ins Gießwasser geben, der wirksamste Schritt gegen die Larven. Das Substrat muss mindestens 12 Grad warm und zwei Wochen feucht sein; eine zweite Gabe nach ein bis zwei Wochen sichert den Erfolg.
- Bacillus thuringiensis israelensis als Gießmittel oder Stäbchen wirkt ebenfalls gegen Larven, aber nur wenige Tage. Mehrfach anwenden.
- Bei starkem Befall umtopfen: Wurzelballen abschütteln, alte Erde geschlossen entsorgen, Topf heiß auswaschen.
Die verbreiteten Hausmittel wirken nicht: Streichhölzer bringen nichts, weil der Schwefel in der Erde nicht in Lösung geht. Zimt und Kaffeesatz helfen ebenso wenig, Spülmittelwasser schädigt die Wurzeln stärker als die Larven.
Tipp: Der Kartoffeltest zeigt, wie stark ein Topf befallen ist. Legen Sie eine 1 Zentimeter dicke Scheibe roher Kartoffel auf die feuchte Erde. Nach ein bis zwei Tagen sitzen die Larven an der Unterseite.
Wann zum Profi?
Im Haushalt bekommen Sie Trauermücken in aller Regel selbst in den Griff; Gelbtafeln, trockenere Erdoberfläche und Nematoden reichen fast immer. Fachliche Hilfe lohnt, wenn der Befall nach zwei behandelten Zyklen zurückkehrt – dann speist ihn meist eine Quelle außerhalb der Töpfe, etwa ein Feuchteschaden.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Sind Trauermücken gefährlich für Menschen oder Haustiere?
Nein. Trauermücken stechen und beißen nicht, sie übertragen keine Krankheiten und befallen keine Lebensmittel. Auch für Katzen, Hunde und andere Haustiere sind sie ungefährlich. Sie sind ein Lästling im Wohnraum und ein Schädling an jungen Pflanzen.
Warum kommen die Trauermücken nach zwei Wochen zurück?
Weil nur die erwachsenen Tiere bekämpft wurden. Gelbtafeln und Sprays erreichen die Larven im Substrat nicht, und aus jedem Gelege schlüpfen nach drei bis vier Wochen neue Mücken. Nachhaltig wird es erst, wenn Sie die Larven mit Nematoden oder Bacillus thuringiensis israelensis behandeln und die Erdoberfläche trockener halten.
Helfen Streichhölzer in der Blumenerde gegen Trauermücken?
Nein, das ist ein hartnäckiger Mythos. Der Schwefel im Zündkopf geht in der Erde nicht in wirksamer Menge in Lösung, und die Menge wäre ohnehin viel zu gering. Auch Zimt, Kaffeesatz und Spülmittelwasser bringen nichts. Wirksam sind Nematoden, BTI, eine Sandabdeckung und weniger Gießwasser.
Wie lange dauert es, bis Nematoden wirken?
Die ersten Larven sterben nach wenigen Tagen, sichtbar weniger Mücken sieht man meist nach ein bis zwei Wochen. Halten Sie das Substrat in dieser Zeit gleichmäßig feucht und mindestens 12 Grad warm, sonst finden die Nematoden ihre Wirte nicht. Eine zweite Anwendung nach ein bis zwei Wochen fängt die nachschlüpfende Generation ab.