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Pflanzenschädling

Gartenlaubkäfer

Ein Rasen, der sich im Spätsommer in handtellergroßen Stücken wie ein loser Teppich abheben lässt, hat fast immer Engerlinge unter der Narbe. In Hausgärten stammen sie meist vom Gartenlaubkäfer, einem knapp zentimetergroßen Blatthornkäfer, der Ende Mai an sonnigen Vormittagen in Schwärmen über Rasenflächen fliegt. Der Käfer selbst richtet wenig an, seine Larven schon.

Gartenlaubkäfer erkennen

Der Käfer misst 8,5 bis 11 mm. Die Flügeldecken sind hell rotbraun und fein behaart, Kopf und Halsschild glänzen metallisch grün bis grünschwarz. Damit bleibt er deutlich kleiner als der verwandte Mai- oder Junikäfer. Die Larve, der Engerling, wird bis etwa 1,5 cm lang, ist weißlich mit brauner Kopfkapsel, trägt drei Beinpaare am Vorderkörper und liegt typisch C-förmig gekrümmt in der obersten Bodenschicht. Das dunkel durchscheinende Hinterende ist der gefüllte Enddarm.

  • Schwarmflug tagsüber, vor allem an sonnigen, windstillen Vormittagen von Mitte Mai bis Anfang Juli
  • Rand- und Lochfraß an Rosen, Obstgehölzen, Weiden, Birken und Farnen während der Flugzeit
  • Ab Ende Juli braune, welk wirkende Rasenflecken, die sich anheben lassen, weil die Wurzeln fehlen

Wichtig: Nicht jeder Engerling ist ein Schädling. Larven des Rosenkäfers leben in Kompost, Mulch und Totholz, ernähren sich von abgestorbenem Pflanzenmaterial und bewegen sich auffällig auf dem Rücken liegend fort. Der Rosenkäfer ist nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Setzen Sie solche Larven unbeschädigt in den Kompost zurück.

Lebensweise

In den meisten Lagen Deutschlands entwickelt sich eine Generation pro Jahr, in kühlen Mittelgebirgslagen dauert der Zyklus zwei Jahre. Die Weibchen graben sich nach der Paarung wenige Zentimeter tief in kurz gehaltene, besonnte Grasnarben ein und legen dort ihre Eier ab. Bevorzugt werden kurzrasige, eher trockene Flächen auf leichtem Boden, weshalb Sportplätze, Golfrasen und akkurat gemähte Zierrasen typische Befallsorte sind.

Die Larven schlüpfen nach zwei bis drei Wochen und fressen zunächst an Feinwurzeln und organischem Material. Der Hauptfraß fällt in die Zeit von Ende Juli bis Mitte Oktober; dann sind die Engerlinge groß genug, um die Grasnarbe flächig von den Wurzeln zu trennen. Zum Winter ziehen sie sich tiefer in den Boden zurück, kommen im Frühjahr noch einmal kurz nach oben und verpuppen sich im April. Die fertigen Käfer leben nur wenige Wochen, in denen sie fressen und sich paaren.

Schäden und Risiken

Der Blattfraß der Käfer sieht unschön aus, bleibt aber fast immer folgenlos: Die Gehölze treiben nach. Entscheidend ist der Wurzelfraß der Engerlinge. Befallene Flächen wirken zunächst wie von Trockenheit gezeichnet, färben sich strohig braun und lassen sich schließlich wie ein Teppich aufrollen. Kritisch wird es in der Regel erst bei mehreren Dutzend Larven je Quadratmeter, wobei junge, flach wurzelnde Rasen empfindlicher reagieren als alte, gut durchwurzelte Flächen.

Der zweite, oft größere Schaden ist indirekt. Krähen, Elstern, Stare, Dachse und Wildschweine graben nach den fetten Larven und pflügen dabei ganze Rasenstücke um. Für Menschen und Haustiere sind Käfer wie Engerlinge harmlos; sie stechen nicht, beißen nicht und gehen nicht ins Haus. Im Gemüsebeet und an Topfpflanzen spielt die Art anders als der Gefurchte Dickmaulrüssler kaum eine Rolle.

Vorbeugen

  • Rasen nicht zu kurz schneiden: Schnitthöhen ab etwa vier Zentimetern erschweren die Eiablage und fördern tiefere Wurzeln
  • Im Mai und Juni durchdringend wässern statt täglich kurz zu beregnen; ein tief wurzelnder Rasen verkraftet Fraß deutlich besser
  • Filzschicht im Frühjahr vertikutieren, kahle Stellen sofort nachsäen, damit keine offenen Bodenflächen zur Eiablage einladen
  • Nistkästen und Sitzwarten anbieten; Vögel nehmen sowohl fliegende Käfer als auch Larven aus offenen Bodenstellen auf

Bekämpfen

Das einzige im Hausgarten wirklich praktikable Verfahren ist der Einsatz von Nematoden der Art Heterorhabditis bacteriophora. Diese mikroskopisch kleinen Fadenwürmer dringen in die Engerlinge ein und töten sie über ein symbiontisches Bakterium innerhalb weniger Tage ab. Ausgebracht wird von Mitte Juli bis etwa Mitte September, solange die Larven noch jung und die Bodentemperaturen bei mindestens zwölf Grad sind. Chemische Präparate gegen Engerlinge stehen für den Haus- und Kleingarten praktisch nicht zur Verfügung und erreichen die Wurzelzone ohnehin kaum. Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Tipp: Nematoden sind Lebendware und sterben in der Sonne. Bringen Sie die Aufschwemmung abends oder an einem bedeckten Tag mit der Gießkanne ohne Sieb aus, wässern Sie vorher und nachher gründlich und halten Sie den Boden anschließend zwei bis drei Wochen feucht. Wer mittags arbeitet oder danach trocken werden lässt, hat das Geld umsonst ausgegeben.

Wann zum Profi?

Bei einzelnen braunen Flecken lohnt sich zuerst eine Probegrabung: Stechen Sie an mehreren Stellen ein Rasenstück von 20 mal 20 Zentimetern aus und zählen Sie die Larven darunter. Erst ab deutlichem Besatz ist eine Behandlung sinnvoll. Ein Fachbetrieb für Garten- und Landschaftsbau ist die richtige Adresse, wenn große Flächen, Sport- oder Spielrasen betroffen sind, wenn der Befall trotz zweier Nematodenanwendungen wiederkehrt oder wenn unklar bleibt, welche Larvenart im Boden sitzt. Sitzen die Tiere ohne Beine flach in der Grasnarbe, kommen auch Wiesenschnakenlarven infrage, deren Behandlung anders getaktet ist. Wer zusätzlich Gänge und Erdhaufen findet, sollte prüfen, ob nicht ein Maulwurf oder eine Maulwurfsgrille im Spiel ist; beide fressen keinen Rasen, folgen aber gern dem reichen Larvenangebot.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Woran merke ich, dass Engerlinge in meinem Rasen sitzen?

Typisch sind braune, welk wirkende Flecken ab Ende Juli, die sich wie ein Teppich anheben lassen, weil die Wurzeln abgefressen sind. Stechen Sie zur Kontrolle an mehreren Stellen ein Rasenstück von 20 mal 20 Zentimetern aus und zählen Sie die Larven darunter. Ein zweites Anzeichen sind Krähen, Stare oder Wildschweine, die die Fläche aufwühlen.

Wann bringe ich Nematoden gegen Engerlinge aus?

Das Zeitfenster liegt zwischen Mitte Juli und etwa Mitte September, solange die Larven jung sind und der Boden mindestens zwölf Grad hat. Gießen Sie die Aufschwemmung abends oder bei bedecktem Himmel aus, wässern Sie vorher und nachher gründlich. Der Boden muss anschließend zwei bis drei Wochen feucht bleiben, sonst sterben die Nematoden ab.

Sind alle weißen Engerlinge im Garten schädlich?

Nein. Larven des Rosenkäfers leben in Kompost, Mulch und Totholz und fressen nur abgestorbenes Material, sie sind sogar nützlich. Erkennbar sind sie daran, dass sie auf dem Rücken liegend robben. Der Rosenkäfer ist nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt und darf nicht getötet werden.

Muss ich die fliegenden Käfer im Mai bekämpfen?

In der Regel nicht. Der Loch- und Randfraß an Rosen, Obstgehölzen und Weiden sieht unschön aus, die Pflanzen treiben aber nach. Wer den Flug in den eigenen Rasen bremsen will, kann die trägen Käfer an kühlen Morgenstunden von einzelnen Sträuchern abschütteln und absammeln.