Wühlmäuse im Garten bekämpfen — und den Maulwurf nicht verwechseln

Bild: Peter Trimming · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons
Der junge Apfelbaum steht schief, und beim Nachfassen kommt er ohne Widerstand aus dem Boden: Der Wurzelhals ist glatt abgenagt. Ein paar Meter weiter liegen frische Erdhaufen im Rasen. Wer jetzt zur Falle greift, sollte zuerst genau hinsehen, denn zwei völlig verschiedene Tiere hinterlassen ähnliche Haufen. Nur eines davon darf bekämpft werden — beim anderen ist schon das Fallenstellen eine Ordnungswidrigkeit.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Maulwurf ist besonders geschützt. Fangen und Töten sind nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz verboten — auch mit der Lebendfalle und auch aus Versehen.
- Fraßschäden stammen nie vom Maulwurf. Er lebt von Regenwürmern und Bodenlarven. Angenagte Wurzeln und ausgehöhlte Knollen sind die Handschrift der Schermaus.
- Die Haufenform verrät die Art. Maulwurf: hoch, rund, feinkrümelig, Gang mittig von unten. Schermaus: flach, seitlich geöffnet, mit Erdklumpen und Pflanzenresten.
- Die Verwühlprobe schafft Sicherheit. Ein geöffneter Gang, der binnen Stunden sauber verstopft wird, gehört der Schermaus.
- Fallen wirken, Technik und Chemie kaum. Ultraschall, Karbid und Abgase bringen nichts und sind zum Teil verboten.
- Spätwinter ist die beste Zeit. Ein im März gefangenes Weibchen erspart Ihnen bis zum Herbst über ein Dutzend Nachkommen.
Maulwurf oder Schermaus: Die Unterscheidung entscheidet
Umgangssprachlich heißt alles „Wühlmaus“, was im Garten gräbt. Tatsächlich kommen drei Arten in Frage, und nur zwei sind Nagetiere. Die Gemeine Schermaus (Arvicola amphibius) ist mit 12 bis 22 Zentimetern die größte und im Nutzgarten die schädlichste. Die Feldmaus (Microtus arvalis) bleibt kleiner und wirft gar keine Erdhaufen auf. Der Maulwurf (Talpa europaea) ist überhaupt kein Nagetier, sondern ein Insektenfresser — und rechtlich ein völlig anderer Fall.
| Merkmal | Maulwurf | Gemeine Schermaus | Feldmaus |
|---|---|---|---|
| Ernährung | Regenwürmer, Larven, Schnecken | Wurzeln, Knollen, Zwiebeln, Rinde | Gras, Rinde, Gemüse |
| Erdhaufen | hoch, rund, locker feinkrümelig, ohne Pflanzenreste | flach, unregelmäßig, grobe Erdklumpen mit Pflanzenresten | keine |
| Gang am Haufen | mittig von unten | seitlich versetzt | — |
| Gangquerschnitt | rund, bis rund einen Meter tief | oval, breiter als hoch (4 bis 8 cm), oberflächennah | rund, 3 bis 4 cm, 10 bis 20 cm tief |
| Offene Löcher | keine | selten, zügig verschlossen | viele, dazu oberirdische Rinnen |
| Fraßschaden | keiner | abgenagte Wurzelhälse, eingezogene Salatreihen | Rinde am Stammfuß |
| Rechtsstatus | besonders geschützt, Bekämpfung verboten | nicht geschützt | nicht geschützt |
Das griffigste Einzelmerkmal ist der Fraßschaden: Eine angenagte Wurzel, eine ausgehöhlte Sellerieknolle oder ein Baum, der sich anheben lässt, schließt den Maulwurf aus — er kann Pflanzenteile mit seinem Insektenfressergebiss gar nicht verwerten. Umgekehrt spricht ein Garten voller Hügel ohne jeden Pflanzenschaden für ihn, so ärgerlich die Erde im Mähwerk auch ist.
Die Verwühlprobe als sicherer Test
Bleiben Zweifel, hilft ein Test, der nichts kostet. Öffnen Sie einen Gang auf etwa zehn Zentimetern Länge und lassen Sie ihn offen liegen. Schermäuse reagieren auf Licht und Zugluft sehr empfindlich und verschließen die Stelle meist binnen vier bis sechs Stunden sauber mit einem Erdpfropf. Der Maulwurf reagiert langsamer: Oft bleibt die Öffnung liegen, oder er schiebt Erde nach und wirft dabei einen frischen Hügel auf. Prüfen Sie mehrere Gänge, denn beide Arten können nebeneinander im selben Garten leben.
Solange die Zuordnung unklar ist, stellen Sie keine Falle. Weiter hilft dann die Bestimmungshilfe oder ein Anruf bei der Unteren Naturschutzbehörde. Kleine, lockere Aufwürfe in feuchten Gemüsebeeten stammen im Übrigen manchmal von der Maulwurfsgrille.
Rechtliches: Warum der Maulwurf tabu ist
Der Maulwurf ist in Anlage 1 der Bundesartenschutzverordnung als besonders geschützte Art aufgeführt. Damit greift § 44 Bundesnaturschutzgesetz: Nachstellen, Fangen, Verletzen und Töten sind verboten, ebenso das Zerstören seiner Fortpflanzungs- und Ruhestätten. Ein Jagdrecht gibt es für ihn nicht. Verboten sind deshalb Schlag- und Lebendfallen gleichermaßen, außerdem Gas- und Rauchpatronen, Karbid, das Fluten der Gänge und jeder Giftköder. Schon das Einsetzen einer Falle in einen Maulwurfsgang ist ein Nachstellen, unabhängig davon, ob ein Tier zu Schaden kommt. Verstöße sind eine Ordnungswidrigkeit nach § 69 Bundesnaturschutzgesetz; über das Bußgeld entscheidet die zuständige Behörde. Dass Sie eine Wühlmaus vermutet haben, entlastet nicht automatisch — die Bestimmung ist Ihre Aufgabe, bevor Sie handeln.
Erlaubt bleiben nur Maßnahmen, die weder verletzen noch töten: Geruchsvergrämung in geöffneten Gängen, Störung durch Erschütterung und bauliche Abwehr mit eingegrabenem Gitter. Reicht das nicht, etwa auf Sportplätzen, kann die Untere Naturschutzbehörde im Einzelfall eine Ausnahme genehmigen. Schermaus, Feldmaus und Rötelmaus sind dagegen nicht geschützt und dürfen bei berechtigtem Anlass bekämpft werden. Das Tierschutzgesetz gilt trotzdem: Nach § 4 darf ein Wirbeltier nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden. Praktisch heißt das sofort tötende Fallen, tägliche Kontrolle, kein Ertränken und keine Selbstbauten.
Warum die Schermaus in Ihren Garten kommt
Schermäuse leben eigentlich an Bach- und Grabenrändern, auf Wiesen und Böschungen. Der Hausgarten ist für sie eine Verbesserung: lockerer Boden, ganzjährig Nahrung, kaum Feinde. Ein Tier frisst täglich etwa so viel, wie es selbst wiegt, und legt Gangsysteme mit Nest- und Vorratskammern bis 60 Zentimeter Tiefe an. Winterschlaf hält es nicht, und darin liegt die Gefahr für Obstgehölze: Unter der Schneedecke geht die Rinde am Wurzelhals dran, und der Schaden fällt erst auf, wenn der Baum im Frühjahr nicht austreibt.
Von März bis Oktober bringt ein Weibchen zwei bis vier Würfe mit je zwei bis sechs Jungen zur Welt, die nach rund zwei Monaten selbst fortpflanzungsfähig sind. Wie attraktiv Ihr Grundstück ist, entscheidet vor allem die Deckung: dichte Mulchschichten, hoher Bewuchs und ungemähte Ränder laden ein. Die Schermaus ist Zwischenwirt des Fuchsbandwurms; anstecken kann sich der Mensch aber nicht am Nager, sondern an den Eiern aus dem Kot des Rotfuchses. Direkt übertragbar sind dagegen Tularämie (Hasenpest) und Leptospirose — über Bissverletzungen, über Kontakt mit toten Tieren und über Urin in Boden und Wasser. Fassen Sie tote Tiere und Fallen deshalb nur mit Handschuhen an, waschen Sie danach die Hände, und gehen Sie bei Fieber nach Nagerkontakt zum Arzt.
Was jetzt hilft: Fallen richtig setzen
Die Falle ist im Hausgarten das zuverlässigste und präziseste Mittel, weil sie genau dort wirkt, wo Sie sie hinsetzen. Rechnen Sie nicht mit Erfolg am ersten Tag, sondern mit mehreren Wochen.
- Hauptgang suchen. Stechen Sie mit einem Suchstab zwischen zwei frischen Haufen in den Boden. Wo der Widerstand plötzlich nachlässt, liegt ein Gang, meist 10 bis 25 Zentimeter tief. Nur der befahrene Hauptgang taugt, blind endende Seitengänge nicht.
- Verwühlprobe machen. Öffnen Sie den gefundenen Gang und sehen Sie nach vier bis sechs Stunden nach: Ein sauberer Erdpfropf spricht für die Schermaus. Liegt die Öffnung noch offen oder ist ein frischer Hügel dazugekommen, kann es der Maulwurf sein — dann setzen Sie hier keine Falle.
- Passende Falle wählen. Geeignet sind Zangen- und Bügelfallen für Wühlmäuse aus dem Fachhandel, die sofort töten. Lebendfangfallen erfordern mehrmals tägliche Kontrolle, und das Aussetzen anderswo verschiebt das Problem nur in einen fremden Garten.
- Geruchsneutral arbeiten. Handschuhe tragen, die Falle vorher mit feuchter Gartenerde einreiben, auf Handcreme, Benzin und Öl an den Fingern verzichten.
- Falle einsetzen und abdecken. Gang nur so weit öffnen wie nötig, die Falle mit der Fangöffnung in Gangrichtung fest in die Gangsohle drücken, eine zweite in die Gegenrichtung setzen. Dann Brett oder Grassode lichtdicht darüberlegen. Fällt Licht in den Gang, verstopft die Schermaus die Stelle vor der Falle.
- Täglich kontrollieren. Das ist Tierschutzpflicht und Erfolgskontrolle. Bleibt eine Falle zwei Tage ohne Fang, setzen Sie sie um. Ein Stück Sellerie hinter der Falle erhöht die Fangquote.
- Nachkontrollieren. Nach dem ersten Fang ist der Garten nicht frei. Prüfen Sie zwei bis drei Wochen später erneut auf frische Haufen. Machen die Nachbarn mit, sinkt der Nachwanderungsdruck deutlich.
Der richtige Zeitpunkt
Am wirkungsvollsten fangen Sie von Februar bis April, bevor die Vermehrung anläuft: Der Bestand ist dann am kleinsten, und jedes gefangene Weibchen zählt doppelt. Ein zweites Fenster liegt im Spätherbst, wenn Tiere aus der Umgebung zuwandern.
Was nichts bringt
- Ultraschall und Vibrationsstäbe. Die Tiere gewöhnen sich binnen Tagen daran und weichen im verzweigten Gangsystem ohnehin aus. Dasselbe gilt für Windräder.
- Karbid, Gas- und Rauchpatronen, eingeleitete Motorabgase. Gase verteilen sich in verzweigten Gängen nicht zuverlässig, die Tiere schieben binnen Minuten einen Erdpfropf davor. Dazu kommen Brand- und Vergiftungsgefahr; am Maulwurf ist all das ohnehin verboten.
- Fluten mit dem Gartenschlauch. Die Tiere weichen in höher gelegene Gangabschnitte aus und kommen zurück, sobald das Wasser versickert ist.
- Buttermilch, Jauche, Knoblauch, Kaiserkrone, Thujazweige. Für keines dieser Hausmittel gibt es einen belegten Effekt auf den Bestand.
- Gänge zerstören, auf Katze und Hund setzen. Schermäuse bauen binnen Stunden neu, und Haustiere fangen zwar gelegentlich ein Tier, regulieren aber keinen Bestand.
Giftköder im Garten: nur mit klarem Kopf
Für den Haus- und Kleingartenbereich gibt es Köder mit dem Wirkstoff Zinkphosphid, sofern das Produkt ausdrücklich dafür zugelassen ist. Ausgebracht werden dürfen sie ausschließlich verdeckt: mit dem Legelöffel in die Gänge eingelegt oder in Köderstationen. Freies Ausstreuen auf der Bodenoberfläche ist nicht zulässig, ein Verstoß gegen die Anwendungsbestimmungen ist eine Ordnungswidrigkeit. Zinkphosphid setzt im Magen Phosphorwasserstoff frei und ist auch für Menschen hochgiftig: Köder und Legelöffel gehören außer Reichweite von Kindern, Köderstationen müssen sichtbar mit Warnhinweis, Wirkstoff und Giftnotrufnummer beschriftet sein, Reste bleiben nie offen liegen. Hat ein Kind oder ein Haustier Köder aufgenommen, rufen Sie sofort den Giftnotruf beziehungsweise den Tierarzt an. Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Im Hausgarten spricht dennoch einiges dagegen. Der Köder unterscheidet nicht zwischen den Arten: Kreuzt ein Maulwurfsgang das Schermaussystem, wird aus einer Gartenmaßnahme ein Verstoß gegen § 44 Bundesnaturschutzgesetz. Hunde, Katzen und Igel graben Köder aus, Greifvögel und Füchse nehmen vergiftete Tiere auf, und verendete Tiere bleiben unauffindbar im Gang liegen. Die Falle ist in fast jeder Gartensituation die genauere und rechtlich sicherere Wahl.
Vorbeugen: der Garten, den Schermäuse meiden
Drahtkörbe und Wühlmausgitter
Setzen Sie Obstbäume, Rosen, Stauden und Blumenzwiebeln in Wurzelschutzkörbe aus verzinktem Draht mit 13 bis 16 Millimetern Maschenweite. Enger sollte das Gitter nicht sein, sonst behindert es das Dickenwachstum der Wurzeln. Der Korb muss fünf bis zehn Zentimeter über die Erdoberfläche hinausragen, sonst laufen die Tiere oben hinein; blanker Draht rostet durch, lange bevor der Baum kräftig genug ist. Bei neuen Gemüse- und Hochbeeten legen Sie den Boden vollflächig mit demselben Gitter aus, ziehen es am Rand 50 bis 60 Zentimeter tief hinunter und 10 bis 15 Zentimeter über die Bodenoberfläche. Für den ganzen Garten lohnt das nicht, für das Beet mit Sellerie, Möhren und Knollen sehr wohl.
Deckung nehmen, Nützlinge fördern
- Rasen kurz halten, Gartenränder und Böschungen zweimal im Jahr mähen. Auf offenen Flächen sind Wühlmäuse für Greifvögel sichtbar und meiden sie deshalb.
- Dicke Mulchschichten um Obstgehölze zurücknehmen, den Stammfuß frei halten, Reisig- und Grasschnitthaufen nicht in Beetnähe lagern.
- Sitzstangen für Greifvögel aufstellen, 2,5 bis 3 Meter hoch und mit freiem Anflug: Turmfalke und Mäusebussard entnehmen erhebliche Mengen.
- Hermelin und Mauswiesel sind die wirksamsten natürlichen Gegenspieler. Ein Lesesteinhaufen an der Grundstücksgrenze, abseits der Beete, bietet ihnen Unterschlupf.
- Zweimal jährlich die Gartenränder auf frische Haufen kontrollieren. Früh entdeckt, genügen oft zwei Fallen.
- Einen Maulwurf einfach gewähren lassen: Er duldet keinen zweiten in seinem Revier und frisst nebenbei Engerlinge und Nacktschnecken.
Kosten und wann ein Fachbetrieb sinnvoll ist
- Wühlmaus-Zangen- oder Bügelfalle: 8 bis 20 Euro je Stück, sinnvoll vier bis sechs Stück
- Suchstab: 10 bis 25 Euro
- Fertiger Wurzelschutzkorb: 4 bis 12 Euro je nach Größe
- Verzinktes Wühlmausgitter: 3 bis 8 Euro je Quadratmeter
- Greifvogel-Sitzstange: 30 bis 80 Euro, als Selbstbau 15 bis 30 Euro
- Schädlingsbekämpfer, Ortstermin mit Artbestimmung: 80 bis 180 Euro
- Bekämpfung im Hausgarten mit Fallenstellung und Nachkontrollen: meist 200 bis 500 Euro
- Auskunft der Unteren Naturschutzbehörde: kostenlos
Fachliche Hilfe lohnt sich, wenn Sie die Art nach der Verwühlprobe nicht zuordnen können, wenn eine Obstanlage betroffen ist, wenn nach acht Wochen Fangen weiter frische Haufen erscheinen oder wenn Gänge Wege und Böschungen untergraben.
Beim Maulwurf gilt eine Besonderheit: Ein Schädlingsbekämpfer darf an ihm nichts tun, was Ihnen selbst verboten ist. Seriöse Betriebe lehnen solche Aufträge ab und verweisen auf Vergrämung, bauliche Abwehr oder das Antragsverfahren bei der Behörde. Wer Ihnen am Telefon zusagt, den Maulwurf „wegzumachen“, arbeitet nicht rechtssicher. Tauchen zusätzlich handbreite offene Röhren auf, lesen Sie weiter unter Ratten im Garten vertreiben.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich sicher, ob ein Maulwurf oder eine Schermaus in meinem Garten gräbt?
Am zuverlässigsten am Fraßschaden: Angenagte Wurzeln und ausgehöhlte Knollen gibt es nur bei der Schermaus, denn der Maulwurf frisst keine Pflanzenteile, sondern Regenwürmer, Bodenlarven und Schnecken. Welkende Pflanzen allein reichen als Beweis nicht: Auch ein Maulwurfsgang unter dem Wurzelballen kann eine Pflanze austrocknen lassen. Ziehen Sie deshalb an der welken Pflanze und sehen Sie nach, ob die Wurzeln abgenagt sind. Dazu kommt die Haufenform: Maulwurfshügel sind hoch, rund und feinkrümelig mit mittigem Gang, Schermaushaufen flach und unregelmäßig mit seitlichem Ausgang und Pflanzenresten. Bleiben Zweifel, entscheidet die Verwühlprobe.
Was passiert, wenn ich versehentlich einen Maulwurf fange?
Der Maulwurf ist nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Ihn zu fangen oder zu töten ist eine Ordnungswidrigkeit nach § 69 Bundesnaturschutzgesetz, über die Höhe des Bußgeldes entscheidet die zuständige Behörde im Einzelfall. Dass Sie eine Wühlmaus vermutet haben, entlastet nicht automatisch, denn die sichere Bestimmung ist Ihre Aufgabe vor dem ersten Handgriff. Nehmen Sie im Zweifel keine Falle in Betrieb und fragen Sie bei der Unteren Naturschutzbehörde nach.
Darf ich Wühlmäuse im eigenen Garten überhaupt bekämpfen?
Ja. Gemeine Schermaus, Feldmaus und Rötelmaus sind nicht besonders geschützt und dürfen bei berechtigtem Anlass bekämpft werden, etwa bei Fraßschäden an Kulturpflanzen. Es gilt aber das Tierschutzgesetz: Wirbeltiere dürfen nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden. Verwenden Sie deshalb nur intakte, sofort tötende Fallen aus dem Fachhandel und kontrollieren Sie täglich.
Wann stelle ich Wühlmausfallen am besten auf?
Im Spätwinter und zeitigen Frühjahr, etwa von Februar bis April, bevor die Vermehrung anläuft. Der Bestand ist dann am kleinsten, und jedes gefangene Weibchen erspart Ihnen bis zum Herbst mehr als ein Dutzend Nachkommen. Ein zweites gutes Fenster ist der Spätherbst, wenn Tiere aus der Umgebung zuwandern.
Helfen Ultraschallgeräte oder Vibrationsstäbe gegen Wühlmäuse?
Nein. Die Tiere gewöhnen sich innerhalb weniger Tage an gleichbleibende Töne und Erschütterungen, und in einem weitverzweigten Gangsystem weichen sie einfach in andere Abschnitte aus. Dasselbe gilt für Windräder, eingegrabene Flaschen, Buttermilch, Knoblauch und Kaiserkrone. Investieren Sie die Zeit lieber in Fallen und in kurz gehaltenen Bewuchs.
Wie tief muss ein Wühlmausgitter im Beet reichen?
Am Rand sollte das verzinkte Gitter 50 bis 60 Zentimeter tief in den Boden reichen, weil Schermäuse ihre Gänge bis in diese Tiefe anlegen. Ebenso wichtig ist der obere Abschluss: Führen Sie das Gitter 10 bis 15 Zentimeter über die Bodenoberfläche, sonst laufen die Tiere oberirdisch darüber hinweg. Bewährt hat sich eine Maschenweite von 13 bis 16 Millimetern.