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Pflanzenschädling

Kartoffelkäfer

Gelb-schwarz gestreifte Käfer auf den Kartoffelblättern sind eindeutig – kaum ein Gartenschädling lässt sich so schnell bestimmen. Unterschätzt wird meist etwas anderes: Nicht die auffälligen Käfer richten den größten Schaden an, sondern ihre orangeroten, eher unscheinbar wirkenden Larven.

Kartoffelkäfer erkennen

Der Käfer ist 7 bis 15 mm lang, oberseits halbkugelig gewölbt und gelb bis hellorange gefärbt. Über die Flügeldecken verlaufen zehn schwarze Längsstreifen, fünf je Seite; das ebenfalls gelbe Halsschild trägt eine unregelmäßige schwarze Fleckenzeichnung. Diese Kombination hat keine heimische Art.

Die Larven sind zunächst dunkel rotbraun, später orangerot bis gelblich, plump gewölbt und tragen an jeder Flanke zwei Reihen schwarzer Punkte; Kopf, Beine und Nackenschild sind schwarz. Die Eier stehen aufrecht in Gruppen von etwa 20 bis 80 Stück an der Blattunterseite und sind orangegelb.

  • Ab April einzelne Käfer an den jungen Trieben, oft am Beetrand, wo die ersten Tiere aus dem Boden kommen
  • Lochfraß an den Blatträndern, später Kahlfraß bis auf die Blattstiele
  • Dunkle, feuchte Kotkrümel zwischen den Blättern als Hinweis auf Larvenbefall

Wichtig: Die orangegelben Eigelege an Blattunterseiten ähneln den Eiern von Marienkäfern. Marienkäfereier sind schlanker, spindelförmig und stehen lockerer beieinander; die Larven des Asiatischen Marienkäfers sind Nützlinge und fressen Blattläuse. Schauen Sie genau hin, bevor Sie ein Gelege abstreifen.

Lebensweise

Der Kartoffelkäfer stammt aus Nordamerika, hat sich in Deutschland seit den 1930er-Jahren dauerhaft angesiedelt und ist heute flächendeckend verbreitet. Er überwintert als fertiger Käfer tief im Boden, meist direkt in den Beeten des Vorjahres. Ab April, wenn sich der Boden erwärmt, gräbt er sich heraus und beginnt mit dem Reifungsfraß an den ersten Blättern.

Nach der Paarung legt ein Weibchen im Lauf des Sommers mehrere Hundert bis über tausend Eier in vielen kleinen Gelegen ab. Die Larven durchlaufen vier Stadien in etwa drei bis vier Wochen, lassen sich dann zur Verpuppung in den Boden fallen und erscheinen ab Mitte Juli als Jungkäfer. In Deutschland gibt es meist eine Generation pro Jahr, in warmen Sommern eine zweite. Die Käfer fliegen gut und finden neue Beete auch über größere Entfernungen.

Schäden und Risiken

Hauptwirt ist die Kartoffel, im Hausgarten trifft es außerdem regelmäßig Auberginen, seltener Tomaten und Paprika. Auch Schwarzer Nachtschatten am Beetrand wird angenommen und dient als Rückzugspflanze. Käfer und Larven fressen an den Blättern, wobei die älteren Larven mit Abstand den größten Anteil daran haben.

Kritisch ist der Zeitraum der Knollenbildung: Fehlt der Pflanze dann die Blattmasse, fällt der Ertrag deutlich geringer aus, bei Kahlfraß kann er weitgehend ausbleiben. Wird eine Staude erst nach dem Absterben des Krauts kahl gefressen, bleibt der Schaden begrenzt. Für Menschen und Haustiere ist der Käfer harmlos, Krankheiten überträgt er nicht.

Vorbeugen

  • Kartoffeln jedes Jahr an einer anderen Stelle anbauen, möglichst weit vom Vorjahresbeet entfernt
  • Vorgekeimte Knollen setzen: Kräftige, gut entwickelte Pflanzen stecken den ersten Befall besser weg
  • Beet nach dem Auflaufen mit einem Kulturschutznetz abdecken, solange keine Bestäubung nötig ist
  • Ab Mai zweimal pro Woche die Blattunterseiten kontrollieren – ein Gelege ist schneller entfernt als dreißig Larven
  • Kartoffeldurchwuchs und wilde Nachtschattengewächse am Beetrand jäten

Bekämpfen

Im Hausgarten ist konsequentes Absammeln die wirksamste Methode. Gehen Sie früh am Morgen durch die Reihen, wenn die Tiere noch klamm und träge sind, und streifen Sie Käfer und Larven in einen Eimer mit Wasser und einem Spritzer Spülmittel. Eigelege lassen sich mit dem Daumen von der Blattunterseite abstreifen, größere Larvengruppen über einer untergelegten Folie abklopfen.

Reicht das nicht, kommen je nach aktueller Zulassungslage Pflanzenschutzmittel für den Haus- und Kleingarten infrage, etwa auf Basis von Bacillus thuringiensis subsp. tenebrionis oder von Azadirachtin aus dem Niembaum. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob das Präparat für Kartoffelkäfer zugelassen ist. Beide Wirkstoffe erfassen vor allem junge Larven und müssen früh eingesetzt werden; ausgewachsene Larven und Käfer erreichen sie kaum noch. Von Präparaten mit Pyrethrinen ist wenig zu erwarten, weil der Kartoffelkäfer gegen diese Wirkstoffgruppe vielerorts Resistenzen entwickelt hat.

Tipp: Kippen Sie abgesammelte Käfer nicht auf den Kompost oder die Wiese hinter dem Zaun – sie kommen zurück. Töten Sie die Tiere im Seifenwasser ab und entsorgen Sie sie über den Restmüll.

Wann zum Profi?

Für den Hausgarten braucht es keinen Schädlingsbekämpfer. Der Kartoffelkäfer ist ein Fall für die eigene Hand und für zugelassene Gartenpräparate. Wer größere Flächen bewirtschaftet oder mehrere Jahre hintereinander trotz Absammeln Kahlfraß erlebt, bekommt bei der Pflanzenschutzberatung der Landwirtschaftskammer oder des zuständigen Landesamts kostenlose Auskunft zu Bekämpfungsschwellen und aktuellen Zulassungen.

Anders als beim Japankäfer, einem EU-Quarantäneschädling mit Meldepflicht, gibt es beim Kartoffelkäfer keine Quarantänemaßnahmen; die Art gilt in Deutschland als etabliert. Sitzen an Kohl- oder Radieschenblättern winzige, springende Käfer, sind es meist Erdflöhe; bei Buchtenfraß an Blatträndern in Kübeln steckt oft der Gefurchte Dickmaulrüssler dahinter.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Wie werde ich Kartoffelkäfer ohne Chemie los?

Absammeln ist im Hausgarten die zuverlässigste Methode. Gehen Sie am frühen Morgen durch die Reihen, wenn die Tiere träge sind, und streifen Sie Käfer, Larven und Eigelege in einen Eimer mit Seifenwasser. Wer zweimal pro Woche kontrolliert, kommt in aller Regel ganz ohne Präparate aus.

Woran erkenne ich die Larven des Kartoffelkäfers?

Die Larven sind plump, hochgewölbt und je nach Alter dunkel rotbraun bis orangerot oder gelblich. Auffällig sind die zwei Reihen schwarzer Punkte an den Flanken sowie der schwarze Kopf. Sie sitzen meist zu mehreren an derselben Pflanze und fressen deutlich mehr als die erwachsenen Käfer.

Befällt der Kartoffelkäfer auch Tomaten und Auberginen?

Ja, alle drei gehören zu den Nachtschattengewächsen. Auberginen werden sogar besonders gern angenommen, Tomaten und Paprika seltener. Prüfen Sie deshalb auch diese Beete, wenn Sie im Kartoffelbeet fündig geworden sind.

Kann ich abgesammelte Käfer einfach auf die Wiese werfen?

Davon ist abzuraten. Kartoffelkäfer fliegen gut und finden das Beet innerhalb kurzer Zeit wieder. Töten Sie die Tiere in Seifenwasser ab und entsorgen Sie sie über den Restmüll, nicht über den Kompost.