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Pflanzenschädling

Blattläuse

Blattläuse sitzen dicht gedrängt an Triebspitzen, Knospen und Blattunterseiten und saugen dort Pflanzensaft. Sie sind der häufigste Pflanzenschädling in deutschen Gärten und auf Fensterbänken. Bedrohlich ist nicht die einzelne Laus, sondern das Tempo: Aus wenigen Tieren wird in zwei bis drei Wochen eine Kolonie.

Blattläuse erkennen

Blattläuse sind 1 bis 5 mm lang, weichhäutig und birnenförmig. Entscheidend für die Bestimmung sind zwei kleine Röhrchen am Hinterleibsende, die Siphone – kein anderer Pflanzensauger hat sie. Die Farbe hilft dagegen kaum weiter: Grün, Schwarz, Rot, Gelb und wachsig bereiftes Weißgrau kommen vor, teils innerhalb derselben Art.

  • Dichte Gruppen an Triebspitzen, Blütenknospen und Blattunterseiten
  • Klebriger Honigtau auf Blättern, Fensterbrett oder Boden unter der Pflanze
  • Gekräuselte, eingerollte oder verkrüppelte junge Blätter
  • Weiße Häutungshüllen, die wie feine Schuppen zwischen den Tieren liegen
  • Ameisenstraßen, die an einem Stängel hinauf- und hinunterlaufen

Wichtig: Nicht jede „Laus“ in der Wohnung ist eine Blattlaus. Tiere, die über Regale, Bücher und Tapeten krabbeln, statt an Pflanzen zu sitzen, sind meist Staubläuse. Parasitische Arten am Menschen finden Sie unter Läuse. Blattläuse gehen weder an Menschen noch an Vorräte.

Lebensweise

Den Sommer über vermehren sich Blattläuse ohne Männchen: Die Weibchen bringen unbefruchtet lebende Junge zur Welt, im Lauf ihres Lebens meist mehrere Dutzend. Die Nachkommen sind nach ein bis zwei Wochen selbst fortpflanzungsfähig. So folgen bis zum Herbst zahlreiche Generationen aufeinander.

Wird die Kolonie zu dicht oder die Pflanze zu schwach, entstehen geflügelte Tiere, die neue Wirte anfliegen – auch durch ein gekipptes Fenster auf die Zimmerpflanze. Viele Arten wechseln im Jahreslauf zwischen einem Winterwirt, meist einem Gehölz, an dem die Eier überwintern, und krautigen Sommerwirten. In beheizten Räumen entfällt die Winterpause, dort läuft die Vermehrung ganzjährig weiter.

Schäden und Risiken

Das Saugen kostet die Pflanze Nährstoffe und verformt junges Gewebe: Blätter kräuseln sich, Triebspitzen bleiben gestaucht, Knospen öffnen sich schlecht. Für den Menschen sind Blattläuse harmlos, sie stechen nicht und übertragen keine Krankheiten.

Zwei Folgeprobleme wiegen schwerer als der Saugschaden selbst. Zum einen der Honigtau, die zuckerhaltige Ausscheidung: Auf ihm siedeln sich Rußtaupilze an, ein schwarzer Belag, der die Fotosynthese behindert. Zum anderen übertragen Blattläuse beim Anstechen Pflanzenviren, etwa das Scharkavirus an Steinobst oder Mosaikviren an Gurke und Paprika – dieser Schaden lässt sich nicht rückgängig machen. Ameisen ernten den Honigtau und verteidigen die Kolonien dafür gegen Fressfeinde. Eine Ameisenstraße am Stamm bedeutet deshalb fast immer Blattläuse weiter oben.

Vorbeugen

  • Sparsam und nicht stickstoffbetont düngen, weiches Gewebe zieht Läuse an
  • Zimmerpflanzen hell und nicht zu warm stellen, trockene Heizungsluft schwächt sie
  • Neue Pflanzen zwei Wochen getrennt halten und die Blattunterseiten kontrollieren
  • Im Garten Fressfeinde fördern: Blühstreifen, Doldenblütler und Totholz für Schwebfliegen, Florfliegen und heimische Marienkäfer wie den Siebenpunkt
  • Triebspitzen an Rosen und Obst ab April wöchentlich ansehen, früh entdeckt genügt die Hand

Bekämpfen

Bei kleinem Befall reicht Mechanik: Kolonien mit den Fingern abstreifen oder die Pflanze im Bad kräftig abbrausen, Blattunterseiten nicht vergessen. Stark besetzte Triebspitzen schneiden Sie besser ab. Draußen erledigen Marienkäfer-, Schwebfliegen- und Florfliegenlarven sowie Schlupfwespen einen großen Teil der Arbeit, wenn man ihnen zwei bis drei Wochen Zeit lässt.

Reicht das nicht, sind Präparate auf Basis von Kali-Seife oder Rapsöl die erste Wahl. Sie wirken über Kontakt, schonen Nützlinge und sind je nach Produkt für Zier-, Obst- und Gemüsepflanzen zugelassen; die zugelassenen Anwendungsgebiete stehen auf dem Etikett. Wichtig ist, tropfnass zu spritzen und nach etwa einer Woche zu wiederholen, weil laufend Tiere nachwachsen. Behandeln Sie blühende Pflanzen nicht während des Bienenflugs. Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Tipp: Spülmittel statt Kali-Seife ist ein verbreiteter Ratschlag und eine schlechte Idee: Die enthaltenen Entfetter greifen die Wachsschicht der Blätter an, es kommt zu braunen Blatträndern. Nehmen Sie Mittel, die ausdrücklich für Pflanzen zugelassen sind.

Wann zum Profi?

Ein Schädlingsbekämpfer wird bei Blattläusen praktisch nie gebraucht. Fachliche Hilfe lohnt an anderer Stelle: Wenn eine wertvolle Kübelpflanze oder ein Obstbaum trotz mehrfacher Behandlung nicht in den Griff zu bekommen ist, beraten die Pflanzenschutzdienste der Landwirtschaftskammern und gute Gärtnereien – dort lässt sich auch die Art bestimmen, was bei Virusverdacht wichtig wird. Bleiben Zimmerpflanzen dauerhaft anfällig, lohnt der Blick auf den Standort: Zu warm, zu dunkel und zu feucht begünstigt zugleich Trauermücken in der Blumenerde.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Woher kommen Blattläuse plötzlich an meinen Zimmerpflanzen?

Meist fliegen geflügelte Tiere durch ein gekipptes Fenster ein, oder die Läuse kommen mit einer neu gekauften Pflanze ins Haus. Mit mangelnder Sauberkeit hat das nichts zu tun. Warme, trockene Heizungsluft und stickstoffbetonte Düngung begünstigen die Vermehrung zusätzlich.

Hilft Spülmittelwasser gegen Blattläuse?

Es tötet zwar Läuse ab, schädigt aber die Wachsschicht der Blätter, sodass braune Ränder und Verbrennungen entstehen. Präparate mit Kali-Seife wirken auf demselben Prinzip, sind aber für Pflanzen abgestimmt und zugelassen. Bei wenigen Tieren reicht ohnehin das Abstreifen oder Abbrausen.

Sind Blattläuse für Menschen oder Haustiere gefährlich?

Nein. Blattläuse stechen nicht, beißen nicht und übertragen keine Krankheiten auf Mensch oder Tier. Sie gehen ausschließlich an Pflanzen und können Vorräte oder Textilien nicht befallen.

Muss ich die Ameisen mitbekämpfen?

Die Ameisen sind die Folge, nicht die Ursache: Sie ernten den Honigtau und schützen die Läuse dafür vor Fressfeinden. Wenn Sie die Blattläuse reduzieren, verschwinden die Ameisenstraßen von selbst. An Obstbäumen kann ein Leimring am Stamm den Nachschub zusätzlich unterbrechen.