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Pflanzenschädling

Großer Kohlweißling

Weiße Falter, die im Juli über dem Kohlbeet taumeln, sehen harmlos aus. Zwei Wochen später steht der Rosenkohl mit nichts als Blattrippen da. Verantwortlich sind die Raupen des Großen Kohlweißlings – und weil sie in Gruppen fressen, geht das sehr schnell.

Großen Kohlweißling erkennen

Der Falter erreicht eine Flügelspannweite von 50 bis 65 mm. Die Flügel sind weiß, die Vorderflügelspitze ist tiefschwarz und zieht sich am Außenrand ein Stück nach unten. Weibchen tragen zusätzlich zwei schwarze Punkte auf jedem Vorderflügel, Männchen nicht. Die Unterseite der Hinterflügel ist gelblich bestäubt.

Wichtiger als der Falter sind Eier und Raupen. Die Eier sind gelb, längsgerippt und flaschenförmig und stehen dicht gedrängt in Gruppen von 20 bis 100 Stück an der Blattunterseite. Die Raupen werden bis zu 4 cm lang, sind gelbgrün mit dichter schwarzer Fleckung und drei gelben Längslinien, borstig behaart – und sitzen anfangs eng beieinander.

  • Loch- und Randfraß an den äußeren Blättern, später bleiben nur die Blattrippen stehen
  • Grüne Kotkrümel auf den unteren Blättern und in den Blattachseln
  • Befallen werden Kohlarten, Kohlrabi, Rosenkohl, Brokkoli, Radieschen und Rettich, dazu Kapuzinerkresse und Levkojen

Wichtig: Nicht jede Raupe im Beet ist ein Kohlweißling, und viele heimische Tagfalter sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Der Große Kohlweißling gehört nicht dazu. Bestimmen Sie die Raupe deshalb, bevor Sie absammeln: Einzeln lebende, samtgrüne Raupen mit heller Rückenlinie gehören zum Kleinen Kohlweißling, der sich in den Kohlkopf hineinfrisst.

Lebensweise

In Mitteleuropa treten zwei bis drei Generationen pro Jahr auf. Die ersten Falter fliegen je nach Witterung ab April oder Mai, die zweite, deutlich größere Generation von Juli bis September – sie verursacht den Hauptschaden im Hausgarten. Die Art überwintert als Gürtelpuppe, festgesponnen an Hauswänden, Zäunen und Schuppenverkleidungen.

Ein Weibchen verteilt seine Eier auf mehrere Gelege an Kreuzblütlern. Die Raupen entwickeln sich in drei bis vier Wochen, verpuppen sich abseits der Futterpflanze und schlüpfen nach rund zwei Wochen. Über ihre Nahrung lagern die Raupen Senfölverbindungen ein und werden dadurch für viele Vögel ungenießbar; die auffällige Zeichnung ist eine Warnfarbe. Kohlweißlinge sind gute Flieger und besiedeln neue Beete rasch.

Schäden und Risiken

Die Raupen fressen an allen Kreuzblütlern, im Garten vor allem an Weißkohl, Wirsing, Rosenkohl, Kohlrabi, Blumenkohl und Brokkoli. Sie beginnen an den äußeren Blättern und arbeiten sich nach innen vor. Eine Gruppe von fünfzig Raupen kann eine junge Kohlpflanze innerhalb weniger Tage bis auf das Rippengerüst abfressen.

Neben dem Fraß stört die Verschmutzung: Kot und Häutungsreste sitzen in den Blattachseln und lassen sich beim Putzen kaum vollständig entfernen. Solange das Herz der Pflanze unverletzt bleibt, treiben ältere Kohlpflanzen nach einem Befall meist wieder aus. Gesundheitlich sind Raupen und Falter ohne Bedeutung: Sie stechen und beißen nicht, betroffen ist allein der Ertrag.

Vorbeugen

  • Kulturschutznetz mit einer Maschenweite von höchstens zwei Millimetern über das Beet spannen, und zwar vor dem ersten Falterflug im Frühjahr
  • Netz an den Rändern dicht abschließen und über Bügel führen, damit es nicht auf den Blättern aufliegt – sonst legen die Falter durch das Netz hindurch ab
  • Ab Mai wöchentlich die Blattunterseiten kontrollieren; ein Gelege ist in Sekunden entfernt, sechzig Raupen sind es nicht
  • Kohl nicht mehrere Jahre am selben Platz anbauen und Ernterückstände im Herbst abräumen

Bekämpfen

Solange die Raupen klein sind und dicht beieinandersitzen, ist Absammeln die schnellste Lösung: Ein einziges Blatt mit dem kompletten Gelege oder der frisch geschlüpften Gruppe entfernt hundert Tiere auf einmal. Kontrollieren Sie dabei konsequent die Blattunterseiten, dort sitzt fast alles. Später verteilen sich die Raupen über die ganze Pflanze und der Aufwand steigt deutlich.

Bei stärkerem Befall gibt es für den Haus- und Kleingarten zugelassene Pflanzenschutzmittel auf Basis von Bacillus thuringiensis. Das Bakterium wirkt gezielt gegen Schmetterlingsraupen und schont Bienen und andere Nützlinge. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Nur junge Raupen sprechen an, und das Mittel muss auf die Blattunterseiten gelangen. Behandeln Sie am späten Nachmittag, weil UV-Licht den Wirkstoff abbaut, und halten Sie die angegebene Wartezeit bis zur Ernte ein.

Tipp: Finden Sie neben einer verkrümmten, toten Raupe ein Häufchen kleiner gelber Kokons, hat eine Schlupfwespe ganze Arbeit geleistet. Lassen Sie diese Stellen stehen – die schlüpfenden Wespen halten die nächste Raupengeneration in Schach.

Wann zum Profi?

Im Hausgarten bekommt man Kohlweißlinge mit Netz, Kontrolle und Absammeln nahezu immer selbst in den Griff; ein Schädlingsbekämpfungsbetrieb ist dafür weder zuständig noch nötig. Wer auf größeren Selbstversorgerflächen oder im Vereinsgarten Jahr für Jahr Totalausfälle hat, findet bei der Gartenbau- und Pflanzenschutzberatung des Bundeslandes verlässliche Auskunft zu Netzterminen und zugelassenen Mitteln.

Ziehen Sie einen Fachbetrieb hinzu, wenn massenhaft behaarte Raupen an Gehölzen auftreten und Hautreizungen auslösen – das deutet auf Eichenprozessionsspinner oder Goldafter hin, und beide erfordern Schutzausrüstung. Kahlfraß am Buchs geht dagegen auf den Buchsbaumzünsler zurück, feiner Lochfraß an jungen Kohlblättern auf Erdflöhe.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Wie halte ich Kohlweißlinge vom Kohl fern?

Am zuverlässigsten mit einem Kulturschutznetz von höchstens zwei Millimetern Maschenweite, das schon vor dem ersten Falterflug im Frühjahr über das Beet kommt. Wichtig ist, dass das Netz an den Rändern dicht abschließt und über Bügel läuft, denn auf den Blättern aufliegend legen die Falter einfach durch das Netz hindurch ab.

Was ist der Unterschied zum Kleinen Kohlweißling?

Die Raupen verraten es. Der Große Kohlweißling hat gelbgrüne, schwarz gefleckte Raupen, die in Gruppen an den äußeren Blättern fressen. Der Kleine Kohlweißling hat einzeln lebende, samtgrüne Raupen mit heller Rückenlinie, die sich in den Kohlkopf hineinfressen und ihn von innen verschmutzen.

Kann ich befallenen Kohl noch essen?

In der Regel ja. Raupenfraß macht den Kohl nicht ungenießbar, entfernen Sie befallene Blätter und spülen Sie den Rest gründlich. Problematisch wird es nur, wenn Kot und Häutungsreste tief in den Kopf gewandert sind – solche Köpfe lassen sich kaum sauber putzen.

Steht der Große Kohlweißling unter Naturschutz?

Nein, er zählt nicht zu den besonders geschützten Arten. Viele andere heimische Tagfalter sind es dagegen sehr wohl. Bestimmen Sie eine Raupe deshalb sicher, bevor Sie sie absammeln, statt pauschal alles zu entfernen, was am Gemüse sitzt.