Ameisen
Ameisen im Haus sind selten ein hygienisches, aber oft ein hartnäckiges Problem. Entscheidend ist die Art: Die meisten Besucher sind Gartenameisen auf Zuckersuche, einige Arten nisten dagegen im Bauholz oder in der Dämmung, und die Pharaoameise gilt als Gesundheitsschädling. Wer die Art kennt, spart sich wochenlange Fehlversuche.
Ameisen erkennen
Alle Ameisen haben eine tief eingeschnürte Taille und geknickte Fühler, was sie von Termiten und geflügelten Insekten unterscheidet. Für die Praxis zählen vier Arten:
| Art | Größe | Typisch |
|---|---|---|
| Schwarzgraue Wegameise | 3–5 mm | Nest unter Platten und Wegen, kommt zum Süßen ins Haus |
| Rotrückige Hausameise | 3–5 mm | rotbrauner Rumpf, klettert Fassaden hoch bis in obere Stockwerke |
| Glänzendschwarze Holzameise | 4–6 mm | tiefschwarz glänzend, baut Kartonnester in Holz und Dämmung |
| Pharaoameise | 2–2,5 mm | gelblich durchscheinend, ganzjährig in beheizten Gebäuden |
Auf einen Befall deuten Ameisenstraßen entlang von Fußleisten, feiner Sand oder Bohrmehl an Fugen, absackende Terrassenplatten und im Sommer plötzlich auftauchende geflügelte Tiere. Der Schwarmflug im Juli und August bedeutet keinen Befall im Haus, sondern die Paarung der Jungköniginnen.
Lebensweise
Ein Ameisenstaat besteht aus einer oder mehreren Königinnen, sterilen Arbeiterinnen und kurzlebigen Männchen. Ein Volk der Schwarzgrauen Wegameise umfasst mehrere tausend bis über zehntausend Tiere, eine Königin kann über 20 Jahre alt werden und legt täglich Eier.
Die Verständigung läuft über Duftspuren: Findet eine Arbeiterin Nahrung, markiert sie den Rückweg, und innerhalb weniger Stunden steht die Straße. Genau deshalb kehren Ameisen nach dem Wegwischen an dieselbe Stelle zurück. Gefressen wird alles Zuckerhaltige, dazu Honigtau von Blattläusen, Fett und tote Insekten. Die Pharaoameise vermehrt sich abweichend durch Knospung: Ein Teil des Volkes zieht mit einer Königin aus und gründet ein Satellitennest.
Schäden und Risiken
Gartenameisen verunreinigen Lebensmittel, mehr nicht. Sie stechen nicht und übertragen im Wohnbereich keine Krankheiten, ihre Ameisensäure kann auf der Haut aber brennen. Ärgerlich ist die Bautätigkeit: Unter Terrassenplatten und Pflaster tragen sie Sand aus, die Beläge sacken ab.
Holznistende Arten wie die Braune Wegameise und die Glänzendschwarze Holzameise fressen kein Holz, nagen aber weiches, feuchtes Holz und Dämmstoff für ihre Nester aus. In Fachwerk, Flachdächern und Wärmedämmung entstehen so Hohlräume. Die Pharaoameise ist ein eigener Fall: Sie läuft über Abfälle und Wunden, verschleppt Keime und ist in Kliniken und Pflegeheimen ein ernstes Hygieneproblem.
Wichtig: Waldameisen der Gattung Formica mit ihren großen Nesthügeln sind nach § 44 BNatSchG besonders geschützt. Nester dürfen weder zerstört noch ohne Genehmigung der Naturschutzbehörde umgesetzt werden, Verstöße können teuer werden. Bei einem störenden Hügel wenden Sie sich an die Untere Naturschutzbehörde.
Vorbeugen
- Süßes, Obst, Tierfutter und Getränkereste verschlossen aufbewahren, Krümel sofort entfernen.
- Fugen, Leitungsdurchführungen, Fenster- und Türschwellen abdichten – Ameisen nutzen jeden Spalt ab einem halben Millimeter.
- Holzstapel, Kompost und Kübel mit Abstand zur Hauswand aufstellen.
- Blattläuse an Kletterpflanzen bekämpfen, sie sind die Zuckerquelle an der Fassade.
- Feuchtes Holz und undichte Stellen am Dach sanieren, das nimmt holznistenden Arten die Grundlage.
Bekämpfen
Im Freien reicht meist Umlenken statt Töten: Nesteingänge abdichten, Wege mit Kieselgur bestreuen, Gartennester mit einem Topf voller Holzwolle einfangen und im Abstand von 20 Metern aussetzen. Heißes Wasser tötet nur die oberen Kammern, die Königin sitzt tiefer.
Im Haus arbeiten Fraßköder am zuverlässigsten. Die Arbeiterinnen tragen den Wirkstoff ins Nest und füttern Königin und Brut mit. Stellen Sie die Dose direkt an die Straße, wischen Sie die Duftspur nicht weg und rechnen Sie mit zwei bis vier Wochen. Sprays und Streumittel wirken genau umgekehrt: Sie töten sichtbare Tiere, das Nest bleibt und produziert nach. Backpulver, Zimt und Kreide sind bestenfalls kurzfristige Barrieren. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Wann zum Profi?
Bei Verdacht auf Pharaoameisen sofort. Sprühen spaltet dort das Volk und verteilt den Befall über das ganze Gebäude, die Bekämpfung gehört ausschließlich in Fachhände. Ebenso bei Verdacht auf Nester in Dämmung, Balkenlagen oder Estrich sowie in Küchen, Kliniken und Lebensmittelbetrieben.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Warum kommen Ameisen immer wieder, obwohl ich putze?
Die Arbeiterinnen legen Duftspuren, denen der Rest des Volkes folgt. Solange das Nest besteht, schicken sie neue Kundschafterinnen. Wischen mit Essigwasser löscht die Spur nur vorübergehend. Dauerhaft hilft es, Nahrungsquellen zu entfernen, Zugänge abzudichten und mit einem Fraßköder das Nest zu treffen.
Darf ich ein Ameisennest im Garten einfach zerstören?
Bei Waldameisen der Gattung Formica nicht: Sie sind nach § 44 BNatSchG besonders geschützt, Nester dürfen ohne Genehmigung der Naturschutzbehörde weder zerstört noch umgesetzt werden. Gewöhnliche Wegameisen dürfen Sie umsiedeln, etwa mit einem Blumentopf voller Holzwolle.
Wie erkenne ich Pharaoameisen?
Sie sind nur 2 bis 2,5 mm groß, gelblich durchscheinend mit dunklerem Hinterleib und laufen ganzjährig in beheizten Gebäuden, oft an Wärmeleitungen entlang. Bekämpfen Sie sie niemals mit Spray, das spaltet das Volk in neue Satellitennester auf. Rufen Sie einen Fachbetrieb.