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Erste Hilfe bei Stich und Biss: was bei welchem Tier zu tun ist

Eine gelb-schwarze Wespe sitzt an einer reifen Brombeere und frisst am Fruchtfleisch.

Bild: Gzen92 · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Ein Wespenstich beim Grillen, eine Zecke in der Kniekehle nach dem Waldspaziergang, ein Kind mit juckenden Quaddeln nach dem Nachmittag unter der Eiche: So etwas erlebt fast jeder mehrmals im Jahr, und meist ist es harmlos. Entscheidend ist, die wenigen Situationen zu erkennen, in denen es das nicht ist — und sonst nichts zu tun, was die Sache verschlimmert. Vorweg deutlich gesagt: Diese Seite beschreibt Erste-Hilfe-Maßnahmen und nennt Kriterien, ab wann ärztliche Hilfe nötig ist. Sie stellt keine Diagnose und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Atemnot, Schwellung im Hals, Quaddeln am ganzen Körper oder Kreislaufproblemen wählen Sie sofort die 112 — rund um die Uhr, auch nachts und am Wochenende. Der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 ist nur für das gedacht, was bis zur nächsten Sprechstunde warten kann.

Wann Sie sofort den Notruf wählen

Bei den allermeisten Menschen bleibt ein Stich eine örtliche Angelegenheit. Ein kleiner Teil reagiert mit einer allergischen Allgemeinreaktion bis hin zum anaphylaktischen Schock — meist in den ersten Minuten bis zur halben Stunde nach dem Stich. Wählen Sie dann sofort die 112:

  • Atemnot, pfeifende Atmung, Reizhusten, Engegefühl im Hals, heisere Stimme
  • Schwellung an Lippen, Zunge, Gaumen oder im Rachen, Schluckbeschwerden
  • Quaddeln oder Nesselausschlag am ganzen Körper, also weit weg von der Einstichstelle; das allererste Zeichen ist oft nur plötzlicher Juckreiz oder Brennen an Handflächen, Fußsohlen und Kopfhaut, noch bevor etwas zu sehen ist
  • Schwindel, Blässe, kalter Schweiß, Herzrasen, plötzliche Angst oder Verwirrtheit
  • Kreislaufkollaps, Bewusstseinstrübung, Bewusstlosigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen oder Bauchkrämpfe

Bis der Rettungsdienst eintrifft: Wer ein ärztlich verordnetes Notfallset dabei hat, wendet es nach seinem Notfallplan an, und zwar früh statt abwartend — zuerst der Adrenalin-Autoinjektor, die Tabletten und der Saft aus dem Set erst danach. Der Injektor kommt in die Außenseite des Oberschenkels, notfalls durch die Kleidung, und bleibt so lange stecken, wie es die Anleitung des jeweiligen Geräts vorgibt. Bessert sich der Zustand nach fünf bis zehn Minuten nicht, geben Sie einen zweiten Injektor, sofern einer da ist. Lagern Sie die Person flach mit hochgelegten Beinen, solange Kreislaufzeichen im Vordergrund stehen; bei Atemnot ist eine halbsitzende Haltung angenehmer. Wird sie bewusstlos, prüfen Sie die Atmung: Atmet sie normal, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage. Atmet sie nicht oder schnappt sie nur nach Luft, beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage und lassen sich von der Leitstelle anleiten. Lassen Sie sie nicht allein und nicht aufstehen. In ärztliche Behandlung gehört sie auch dann, wenn es besser wird.

Ein Stich im Mund- oder Rachenraum ist immer ein Notfall, auch ohne Allergie. Er passiert typischerweise, wenn eine Wespe in der offenen Getränkedose übersehen wird. Die Schleimhaut schwillt schnell an und kann die Atemwege verlegen: Notruf wählen, aufrecht sitzen lassen, Eiswürfel lutschen, kalte Umschläge an den Hals, nichts mehr essen oder trinken. Dasselbe gilt bei einer Vielzahl von Stichen auf einmal, etwa bei einer Attacke am Nest: Ab ungefähr fünfzig Stichen bei Erwachsenen — bei Kindern und vorerkrankten Menschen schon bei deutlich weniger — wählen Sie den Notruf. Hier wirkt keine Allergie, sondern schlicht die Giftmenge.

Erste Hilfe nach Tier

Wespe, Biene und Hornisse

Bei der Honigbiene bleibt der Stachel mit seinen Widerhaken stecken, samt Giftblase — und pumpt weiter Gift nach. Er muss so schnell wie möglich heraus. Die verbreitete Empfehlung lautet, ihn mit dem Fingernagel oder einer Scheckkarte flach seitlich abzustreifen statt ihn zwischen zwei Fingern zu greifen und die Giftblase auszudrücken. Belegt ist diese Empfehlung allerdings nicht: In der maßgeblichen Untersuchung machte es keinen messbaren Unterschied, ob der Stachel abgestreift oder mit den Fingern gefasst wurde — es zählte allein, wie schnell er heraus kam, denn das Gift wird binnen Sekunden abgegeben. Ist eine Karte griffbereit, streifen Sie also ab — sonst ziehen Sie den Stachel sofort heraus, statt erst zu suchen. Wespen und Hornissen hinterlassen keinen Stachel, sie stechen mehrfach.

Danach die Stelle reinigen, kühlen und hochlagern; Ringe, Uhren und enge Ärmel kommen sofort ab. Setzen Sie sich dann für eine halbe Stunde hin und beobachten Sie sich — das ist der wichtigste Teil. Eine Schwellung von wenigen Zentimetern mit Rötung und Juckreiz ist normal und hält ein bis drei Tage an. Eine gesteigerte örtliche Reaktion über zehn Zentimeter ist unangenehm, aber kein anaphylaktischer Schock. Ein sicheres Vorzeichen ist sie auch nicht — nur bei einem kleinen Teil der Betroffenen folgt auf spätere Stiche eine Allgemeinreaktion. Erwähnen Sie sie trotzdem beim nächsten Arztbesuch.

Der Hornissenstich hat einen Ruf, den er nicht verdient: Das Gift der Europäischen Hornisse ist nicht giftiger als Wespengift, der Stich schmerzt nur mehr, weil der Stachel dicker ist. Der Satz von den sieben Stichen, die ein Pferd töten, ist frei erfunden. Was rund um Nester erlaubt ist, klärt der Ratgeber Wespennest entfernen.

Zecke

Hier zählt die Zeit. Entfernen Sie die Zecke, sobald Sie sie entdecken, mit dem Werkzeug, das Sie sicher bedienen: spitze Pinzette, Zeckenkarte, Zeckenzange oder Schlinge. Fassen Sie das Tier hautnah an den Mundwerkzeugen, nicht am vollgesogenen Hinterleib, und ziehen Sie langsam und gleichmäßig gerade heraus, ohne zu rucken und ohne zu quetschen. Ein Gewinde haben die Mundwerkzeuge nicht — aktives Herausdrehen ist unnötig, ein vorsichtiges Wackeln kann helfen, wenn es klemmt. Danach desinfizieren und das Datum notieren. Was als schwarzer Punkt zurückbleibt, sind meist Reste des Stechapparats, nicht der Kopf; der Körper stößt sie selbst ab. Stochern Sie nicht mit einer Nadel darin herum.

Warum die Eile? Die Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis sitzen in den Speicheldrüsen und können praktisch sofort übertragen werden — dagegen schützt allein die Impfung. Borrelien sitzen im Darm und wandern erst nach längerem Saugen über: Das Infektionsrisiko steigt nach etwa zwölf Stunden deutlich an und nimmt nach einem Tag weiter zu. Frühes Entfernen senkt das Borreliose-Risiko erheblich, eine garantiert sichere Frist gibt es aber nicht.

Behalten Sie die Stelle vier Wochen im Blick. Eine kleine juckende Rötung direkt nach dem Entfernen ist eine normale Wundreaktion; die Wanderröte kommt später. Sie erscheint drei Tage bis vier Wochen nach dem Stich, dehnt sich über Tage ringförmig aus und blasst in der Mitte oft ab — dann gehören Sie in ärztliche Behandlung, denn früh erkannt ist die Borreliose gut behandelbar. Bei einem Teil der Betroffenen fehlt sie ganz, weshalb auch unerklärliches Fieber und Gliederschmerzen in den Wochen danach abzuklären sind. Mehr im Ratgeber Zecken in Haus und Garten und beim Gemeinen Holzbock.

Stechmücke und Kriebelmücke

Der Mückenstich juckt, weil Speichel in die Haut gelangt. Kühlen lindert, Kratzen verstärkt die Reaktion und öffnet die Haut für Bakterien. Kinder reagieren häufig mit handtellergroßen, festen Schwellungen — das sieht heftig aus, klingt aber meist in ein bis zwei Tagen ab.

Kriebelmücken stechen nicht, sie raspeln die Haut auf und saugen aus der Blutlache. Es bleibt eine kleine offene Wunde, die nachblutet, länger juckt und sich leichter entzündet. Reinigen, desinfizieren, kühlen, abdecken — und in den Folgetagen auf zunehmende Rötung, Überwärmung und Schmerz achten. Wie Sie beiden Arten die Brutstätten nehmen, steht im Ratgeber Stechmücken bekämpfen und vorbeugen.

Bettwanze und Floh

Bettwanzenstiche liegen typischerweise in einer Reihe oder kleinen Gruppe auf unbedeckter Haut; der Juckreiz beginnt oft erst Stunden bis Tage später. Die Erste Hilfe ist unspektakulär: waschen, kühlen, nicht kratzen. Eine Übertragung von Krankheiten auf den Menschen ist nicht belegt — das eigentliche Problem ist nicht die Haut, sondern die Ursache, dazu der Ratgeber Bettwanzen im Schlafzimmer.

Flohstiche sitzen meist an Knöcheln und Unterschenkeln, oft zu zweit oder dritt und häufig mit dunklem Punkt in der Mitte. Auch hier gilt: kühlen, nicht aufkratzen und vor allem die Quelle abstellen — ohne Behandlung des Haustiers und seiner Liegeplätze hört es nicht auf.

Eichenprozessionsspinner und andere Raupen mit Brennhaaren

Hier gibt es weder Stich noch Biss. Die Beschwerden kommen von feinen Brennhaaren mit Widerhaken, die ein Eiweißgift enthalten und vom Wind weit getragen werden; ein direkter Kontakt mit der Raupe ist gar nicht nötig. Nach einem Aufenthalt im befallenen Bereich zählen die ersten Minuten:

  1. Bereich verlassen, nicht reiben und nicht kratzen — Reiben treibt die Widerhaken tiefer.
  2. Sichtbare Haare vorsichtig mit einem Klebestreifen von der Haut abziehen.
  3. Kleidung im Freien wechseln, nicht ausschütteln, in einen Sack geben und bei 60 Grad waschen.
  4. Gründlich duschen und dabei die Haare mitwaschen, danach frische Kleidung anziehen.
  5. Augen mit reichlich klarem Wasser spülen; Kontaktlinsen nicht wieder einsetzen.

Bei Augenbeschwerden gehören Sie in augenärztliche Behandlung, bei Husten oder Atemnot rufen Sie den Notruf. Dieselben Regeln gelten für den Goldafter, die zweite verbreitete Brennhaarraupe. Wie Sie Nester erkennen, melden und warum Sie sie niemals selbst entfernen, steht im Ratgeber Eichenprozessionsspinner: was tun.

Spinnen und Ameisen

Nüchtern betrachtet: In Mitteleuropa lebt keine Spinne, deren Biss für einen gesunden Menschen lebensgefährlich wäre, und die meisten Arten durchdringen die menschliche Haut überhaupt nicht. Ammen-Dornfinger und Nosferatu-Spinne schaffen es, wenn man sie festhält. Der Biss schmerzt dann ähnlich wie ein Wespenstich und beruhigt sich in wenigen Tagen; behandeln Sie ihn wie einen Insektenstich. Was viele für einen Spinnenbiss halten, ist meist eine bakterielle Hautentzündung oder ein anderer Stich — breitet sich die Rötung aus, bildet sich Eiter oder kommt Fieber dazu, gehört das ärztlich angesehen.

Die meisten heimischen Ameisen stechen nicht, sie beißen und spritzen Ameisensäure in die Wunde. Knotenameisen wie die weit verbreitete Rote Gartenameise haben dagegen einen echten Stachel und stechen tatsächlich zu. Beides brennt kurz und bleibt fast immer folgenlos; abspülen und kühlen genügt. Treten Beschwerden fernab der Einstichstelle auf, gilt dasselbe wie bei Biene und Wespe. Unangenehm wird es nur, wenn Säure ins Auge gelangt — dann lange mit klarem Wasser spülen.

Was bei jedem Stich hilft

  • Reinigen. Wasser und Seife, bei offener Haut ein Wunddesinfektionsmittel. Die meisten Folgeprobleme sind keine Giftwirkung, sondern eingekratzte Bakterien.
  • Kühlen. 15 bis 20 Minuten, dann Pause, bei Bedarf wiederholen. Kühlpack immer in ein Tuch wickeln, nie direkt auf die Haut.
  • Hochlagern bei Stichen an Hand, Arm, Fuß oder Bein; Ringe und enge Kleidung frühzeitig ablegen.
  • Nicht kratzen. Fingernägel kurz halten; bei kleinen Kindern helfen nachts dünne Baumwollhandschuhe mehr als jede Salbe.
  • Markieren und beobachten. Umranden Sie die Rötung mit einem Kugelschreiber, dann sehen Sie am nächsten Tag, ob sie gewachsen ist.
  • Tetanusschutz prüfen bei aufgekratzten oder verschmutzten Wunden. Regulär wird alle zehn Jahre aufgefrischt — bei einer tieferen oder verschmutzten Wunde empfiehlt die STIKO die Auffrischung aber schon, wenn die letzte Impfung mehr als fünf Jahre zurückliegt.
  • Aus der Apotheke. Kühlende Gele, Antihistaminika-Zubereitungen und schwach dosierte Hydrocortison-Präparate gibt es rezeptfrei. Hydrocortison-Cremes sind dabei apothekenpflichtig und zur Selbstbehandlung erst ab sechs Jahren vorgesehen, nicht für Gesicht und Schleimhäute und nur für wenige Tage am Stück. Lassen Sie sich beraten, gerade für Kinder.

Umstritten ist der Nutzen elektrischer Stichheiler, die einige Sekunden lang rund 50 Grad auf die Einstichstelle geben. Viele Anwender berichten von rascher Linderung. Die größte vorliegende Untersuchung ist allerdings eine vom Hersteller finanzierte Anwendungsbeobachtung mit Selbstbewertung durch die Nutzer. Daneben gibt es eine kleine randomisierte Studie mit Scheingerät, in der die Wärme den Juckreiz messbar stärker linderte als die Kontrolle; große Vergleichsstudien unter Alltagsbedingungen stehen weiter aus. Wer das Gerät als angenehm empfindet, kann es nutzen — bei Kindern nur unter Aufsicht und nicht am Auge.

Was Sie unterlassen sollten

  • Zecken mit Öl, Klebstoff, Nagellack, Vaseline oder Zahnpasta ersticken. Der gefährlichste verbreitete Hausmittel-Irrtum: Die Zecke gerät in Stress, gibt Speichel und Darminhalt in die Wunde ab und erhöht so die Wahrscheinlichkeit einer Erregerübertragung. Dasselbe gilt für Hitze und jedes Quetschen des vollgesogenen Leibes.
  • Die Wunde aussaugen. Es fördert kein Gift zutage und bringt Keime aus dem Mund hinein. Auch käufliche Saugpumpen ändern daran nichts.
  • Quaddeln oder Blasen aufkratzen oder aufstechen. Aus dem juckenden Stich wird so eine infizierte Wunde.
  • Nach dem Wespenstich um sich schlagen oder pusten. Beides alarmiert weitere Tiere; ziehen Sie sich ruhig zurück.
  • Zwiebel, Essig oder Spucke als Standardbehandlung. Ein Effekt über die Verdunstungskälte hinaus ist nicht belegt, auf offener Haut reizen solche Hausmittel zusätzlich.
  • Sich auf ein fremdes oder abgelaufenes Notfallset verlassen. Wer gefährdet ist, braucht ein eigenes, aktuelles Set und einen schriftlichen Notfallplan. Steht im akuten Notfall dagegen nur ein abgelaufener oder fremder Autoinjektor zur Verfügung, ist er besser als gar keiner — geben Sie ihn und sagen Sie es dem Rettungsdienst.

Wann zum Arzt

Neben den genannten Notfällen sprechen diese Punkte für eine zeitnahe ärztliche Abklärung:

  • Stich am Hals von außen oder in Augennähe, auch ohne bekannte Allergie — ein Stich im Mund oder Rachen dagegen ist kein Fall für die Sprechstunde, sondern immer ein Notruf (siehe oben)
  • bekannte Insektengiftallergie, auch wenn zunächst nichts geschieht
  • mehr als etwa zwanzig Stiche bei Erwachsenen, bei Kindern und vorerkrankten Menschen deutlich früher
  • Schwellung über zehn Zentimeter oder eine Schwellung, die nach 24 Stunden noch zunimmt
  • Rötung, die sich erst ein bis zwei Tage nach dem Stich ausbreitet, dazu Überwärmung, Druckschmerz, gelbliches Sekret, ein roter Streifen Richtung Körpermitte oder Fieber
  • ringförmige, sich über Tage ausdehnende Rötung drei Tage bis vier Wochen nach einem Zeckenstich
  • unerklärtes Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen, Gesichtslähmung oder brennende Nervenschmerzen in den Wochen nach einem Zeckenstich
  • Augenreizung oder anhaltender Husten nach Kontakt mit Brennhaaren — bei Atemnot, pfeifender Atmung oder Engegefühl im Hals dagegen sofort die 112
  • ausgedehnte Reaktionen bei Säuglingen und Kleinkindern
  • Stichwunde bei unklarem Tetanusschutz

Wer einmal eine Allgemeinreaktion hatte, also Beschwerden außerhalb der Einstichstelle, sollte sich allergologisch untersuchen lassen. Dort wird besprochen, ob ein Notfallset sinnvoll ist und ob eine Hyposensibilisierung infrage kommt.

Stiche vermeiden

Beim Essen im Freien decken Sie Getränke ab und halten Abstand zu Fallobst und Mülltonnen. Gegen Zecken helfen geschlossene Schuhe, lange Hosen und vor allem das abendliche Absuchen von Kniekehlen, Leisten, Achseln und Haaransatz. Mücken bekämpfen Sie am wirksamsten dort, wo sie schlüpfen — in jeder Wasseransammlung im Garten. Um befallene Eichen machen Sie einen Bogen — die Raupen sind vor allem im Mai und Juni unterwegs, die Brennhaare in zurückgebliebenen Nestern reizen aber noch Jahre danach, und auf Reisen lohnt der Blick hinter das Kopfteil des Hotelbetts. Welche Art wann unterwegs ist, zeigt der Saisonkalender; wer nicht weiß, was ihn erwischt hat, findet Hilfe in der Bestimmungshilfe.

Häufige Fragen

Wie lange darf eine Zecke stecken?

So kurz wie möglich — entfernen Sie sie, sobald Sie sie finden. Borrelien wandern erst nach längerer Saugzeit aus dem Zeckendarm über; das Risiko steigt nach etwa zwölf Stunden deutlich an und nimmt nach 24 Stunden weiter zu. Eine garantiert unbedenkliche Frist gibt es aber nicht, und FSME-Viren können von Anfang an übertragen werden. Beobachten Sie die Stelle anschließend vier Wochen lang.

Hilft Hitze gegen den Juckreiz?

Viele Menschen empfinden kurze Hitze von rund 50 Grad, wie sie ein Stichheiler abgibt, als deutliche Erleichterung. Die Datenlage ist dünner, als die Werbung nahelegt, aber nicht leer: Die größte Untersuchung ist eine herstellerfinanzierte Anwendungsbeobachtung mit Selbstbewertung durch die Nutzer, daneben gibt es eine kleine randomisierte Studie mit Scheingerät, in der die Wärme den Juckreiz stärker linderte als die Kontrolle. Schaden können die Geräte bei bestimmungsgemäßem Gebrauch kaum. Kühlen bleibt die einfachere Alternative.

Wann ist ein Insektenstich gefährlich?

Gefährlich wird es bei Beschwerden außerhalb der Einstichstelle: Atemnot, Schwellung im Mund- und Rachenraum, Quaddeln am ganzen Körper, Schwindel oder Kreislaufkollaps. Dann sofort 112 rufen. Ebenfalls ein Notfall sind Stiche im Mund oder Rachen und sehr viele Stiche auf einmal. Alles andere ist in aller Regel eine örtliche Reaktion, die von selbst abklingt.

Muss ich den Bienenstachel wirklich seitlich abstreifen?

Die klassische Empfehlung lautet so, weil man beim Greifen mit den Fingern die Giftblase ausdrücken kann. Belegt ist diese Regel aber nicht: Untersuchungen fanden keinen Unterschied zwischen Abstreifen und Greifen, entscheidend war allein die Geschwindigkeit der Entfernung. Nutzen Sie eine Karte oder den Fingernagel, wenn beides sofort zur Hand ist — sonst ziehen Sie den Stachel unverzüglich heraus, statt lange zu suchen.

Mein Kind hat eine handtellergroße Schwellung — ist das eine Allergie?

Meist nicht. Kinder reagieren auf Mücken- und Wespenstiche oft mit ausgedehnten, festen Schwellungen, die dramatisch aussehen und nach ein bis drei Tagen zurückgehen. Für eine allergische Allgemeinreaktion sprechen erst Beschwerden fernab der Einstichstelle. Nimmt die Schwellung nach 24 Stunden weiter zu, fühlt sie sich überwärmt an oder kommt Fieber dazu, lassen Sie sie ärztlich ansehen.

Ist ein Hornissenstich gefährlicher als ein Wespenstich?

Nein. Das Gift der Europäischen Hornisse ist für den Menschen nicht giftiger als das der Wespe; der Stich schmerzt lediglich mehr, weil der Stachel größer ist. Die Rede von sieben Stichen, die ein Pferd töten, ist ein Märchen. Gefährlich ist der Stich nur für Allergiker und wenn er im Mund oder Rachen sitzt — wie bei jeder anderen Wespe auch.