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Gesundheitsschädling

Hausmaus

Kleine schwarze Kotkrümel in der Schublade, angeknabberte Nudelpackungen und nachts ein Rascheln hinter der Sockelleiste: So kündigt sich eine Hausmaus an. Sie ist der häufigste Nagetierschädling in Gebäuden, vermehrt sich rasant und verunreinigt mehr Lebensmittel, als sie frisst. In der Wohnung lässt sich ein Befall oft selbst lösen, wenn Sie schnell und systematisch vorgehen.

Hausmaus erkennen

Die Hausmaus misst 7 bis 11 cm, dazu kommt ein etwa körperlanger, dünn behaarter und deutlich geringelter Schwanz. Sie wiegt 15 bis 25 g, hat graubraunes Fell, große rundliche Ohren und eine spitze Schnauze. Die Waldmaus hat auffällig große Augen und eine scharf abgesetzte weiße Unterseite, junge Ratten wirken klobiger, mit dickeren Füßen und kräftigerem Kopf.

  • Kot: 3 bis 8 mm lange, schwarze, an den Enden spitze Köttel in Schubladen und entlang der Wände. Ein Tier setzt bis zu 80 Stück pro Tag ab.
  • Geruch: ein muffig-ammoniakalischer Duft aus Schränken und Hohlräumen.
  • Nagespuren: ausgefranste Löcher in Verpackungen, angenagte Kabel, Holz und Kunststoff.
  • Nester: faustgroße Polster aus zernagtem Papier, Stoff und Dämmwolle hinter Küchengeräten.

Lebensweise

Hausmäuse sind dämmerungs- und nachtaktiv und leben in Familienverbänden. Ihr Aktionsradius bleibt klein, meist 3 bis 10 m um das Nest, weshalb sich Befallsherde gut eingrenzen lassen. Sie klettern geschickt, springen rund 25 cm hoch und zwängen sich durch Öffnungen ab 6 bis 7 mm, also überall dort hindurch, wo ein Bleistift passt. Bevorzugt fressen sie Körner, Samen und Getreideprodukte, nur 3 bis 5 g pro Tag, verteilt auf 20 bis 30 Stellen. Trinkwasser brauchen sie kaum. Weibchen sind mit fünf bis sieben Wochen geschlechtsreif, tragen 19 bis 21 Tage und bringen bis zu acht Würfe pro Jahr mit je vier bis acht Jungen zur Welt. Neuen Gegenständen gegenüber sind Mäuse wenig misstrauisch, deshalb nehmen sie Fallen meist sofort an.

Schäden und Risiken

Mäuse verunreinigen Vorräte, Arbeitsflächen und Geschirr mit Kot, Urin und Haaren. Übertragen werden können Salmonellen, Leptospiren, Campylobacter, das LCM-Virus und Zwergbandwürmer, fast immer indirekt über Lebensmittel oder eingeatmeten Kotstaub. Mäusekot gilt zudem als starkes Innenraum-Allergen und kann Asthmabeschwerden verstärken. Materiell fällt der Kabelfraß ins Gewicht: Mäuse nagen auch an Stromleitungen in Hohlwänden, was Kurzschlüsse und Schwelbrände auslöst. Befallene Vorräte gehören konsequent in den Müll.

Wichtig: Entfernen Sie Mäusekot nie trocken mit Besen oder Staubsauger. Feuchten Sie ihn an, nehmen Sie ihn mit Einweghandschuhen und Küchenpapier auf und tragen Sie bei größeren Mengen eine FFP2-Maske.

Vorbeugen

  • Alle Öffnungen ab 6 mm mit Edelstahlwolle, Lochblech oder Mörtel schließen, nicht mit Bauschaum: Rohrdurchführungen, Kellerfenster, Lichtschächte, Türspalten.
  • Lebensmittel, Tier- und Vogelfutter in dicht schließenden Behältern aus Glas oder Metall lagern.
  • Küche krümelfrei halten, Futternäpfe nicht über Nacht stehen lassen, Abfall geschlossen sammeln.
  • Keller und Abstellräume entrümpeln, Kartons nicht direkt auf den Boden stellen.
  • Im Herbst Fassade und Sockelbereich einmal komplett auf neue Öffnungen absuchen.

Bekämpfen

Bestimmen Sie zuerst die Art: Bekämpft werden darf die Hausmaus, nicht aber die im Herbst zuwandernde Wald- oder Gelbhalsmaus – beide sind besonders geschützt, dort hilft nur der bauliche Ausschluss. Bei der Hausmaus wirken klassische Schlagfallen am schnellsten. Stellen Sie mehrere im Abstand von 1 bis 2 m auf, direkt an der Wand und quer zum Laufweg, mit dem Auslöser zur Wand. Als Köder eignen sich Nuss-Nougat-Creme, Erdnussbutter oder Haferflocken, Käse dagegen kaum. Kontrollieren Sie täglich und lassen Sie die Fallen stehen, bis eine Woche lang nichts mehr fängt.

Lebendfallen verlangen mehrmals tägliche Kontrolle, gefangene Mäuse müssen mindestens 500 m entfernt freikommen. Rodentizide gehören ausschließlich in manipulationssichere Köderstationen und sind in Wohnungen selten nötig. Nachweislich unwirksam sind Ultraschallgeräte, Duftstecker und Hausmittel wie Essig oder Pfefferminzöl; auf eine Katze ist ebenfalls kein Verlass.

Tipp: Fallen bringen nur dauerhaft Erfolg, wenn parallel die Zugänge geschlossen und die Nahrungsquellen entzogen werden. Sonst rücken binnen weniger Wochen neue Tiere nach.

Wann zum Profi?

Holen Sie einen Schädlingsbekämpfer, wenn Sie Mäuse tagsüber sehen, der Fangerfolg nach zwei Wochen ausbleibt oder der Befall aus Zwischendecken und Nachbarwohnungen nachrückt. In Lebensmittelbetrieben, Gastronomie, Kitas und Pflegeeinrichtungen ist die dokumentierte Bekämpfung Pflicht. Bleibt unklar, ob Mäuse oder Ratten im Haus sind, schafft die Spurenbestimmung vor Ort Klarheit.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Wie viele Mäuse sind es, wenn ich eine sehe?

Bei einer tagsüber sichtbaren Maus ist der Befall meist schon fortgeschritten, weil Mäuse nachtaktiv sind und sich normalerweise verstecken. Da ein Weibchen bis zu acht Würfe im Jahr hat, wächst eine Population sehr schnell. Zählen Sie besser die Kotstellen: Kot an mehreren Orten im Raum spricht für mehr als ein Tier.

Welcher Köder funktioniert in der Mausefalle am besten?

Nuss-Nougat-Creme, Erdnussbutter, Schokolade und Haferflocken funktionieren sehr gut, weil sie stark riechen und am Auslöser haften bleiben. Käse ist deutlich schlechter geeignet, als sein Ruf vermuten lässt. Drücken Sie den Köder fest an, damit die Maus die Falle auslösen muss, statt ihn abzutragen.

Helfen Ultraschallgeräte gegen Mäuse?

Nein. Untersuchungen zeigen keinen dauerhaften Effekt, die Tiere gewöhnen sich innerhalb weniger Tage an den Schall, der zudem von Möbeln und Wänden abgeschirmt wird. Investieren Sie das Geld lieber in das Verschließen der Zugänge und in gute Fallen.

Sind Mäuse im Haus gefährlich?

Sie greifen niemanden an, das Risiko liegt in Krankheitserregern wie Salmonellen und Leptospiren sowie in Allergenen aus Kot und Urin. Dazu kommt die Brandgefahr durch angenagte Elektroleitungen. Reinigen Sie befallene Bereiche mit Handschuhen und angefeuchtetem Material und entsorgen Sie angeknabberte Lebensmittel vollständig.