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Gesundheitsschädling

Zecken

Zecken sind keine Insekten, sondern Milben und damit Spinnentiere mit acht Beinen. In Deutschland stechen vor allem der Gemeine Holzbock und die Auwaldzecke, in Wohnungen gelegentlich die Braune Hundezecke. Gefährlich ist nicht der Stich selbst, sondern die Erreger, die dabei übertragen werden können.

Zecken erkennen

Nüchterne Zecken sind flach, oval und dunkelbraun bis schwarz. Ein Weibchen des Gemeinen Holzbocks misst 3 bis 4 mm, hat einen rotbraunen Hinterleib mit dunklem Schild und erreicht vollgesogen 11 bis 12 mm.

  • Larven: rund 0,5 mm, nur sechs Beine, kaum sichtbar
  • Nymphen: rund 1,5 mm, acht Beine; sie verursachen die meisten Infektionen, weil man sie übersieht
  • Auwaldzecke: 4 bis 5 mm, weiß-braun marmoriertes Rückenschild
  • Braune Hundezecke: einheitlich rotbraun, schmal; einzige Schildzecke, die sich in Wohnungen vermehrt – unter den Lederzecken gelingt das auch der Taubenzecke

Am Menschen sitzen Zecken an dünner, warmer Haut: Kniekehle, Leiste, Achsel, Bauchnabel, bei Kindern oft am Haaransatz. Krabbelnde Zecken an Wänden oder in Fußleistenritzen und Funde am Hund mitten im Winter sprechen dagegen für die Braune Hundezecke.

Lebensweise

Zecken durchlaufen vier Stadien: Ei, Larve, Nymphe und erwachsenes Tier. Jeder Schritt verlangt eine Blutmahlzeit, dazwischen leben sie monatelang in der Bodenstreu. Der Zyklus dauert zwei bis drei Jahre. Ein vollgesogenes Weibchen legt 2.000 bis 3.000 Eier und stirbt danach.

Aktiv werden sie ab etwa 7 °C Bodentemperatur, meist ab März. Sie fallen nicht von Bäumen, sondern warten in Gräsern und Sträuchern bis etwa 1,5 m Höhe und lassen sich abstreifen. Am Wirt wandern sie 20 Minuten bis zwei Stunden umher, bevor sie zustechen. Genau deshalb wirkt gründliches Absuchen nach dem Spaziergang.

Schäden und Risiken

Borreliose ist die häufigste Zeckenkrankheit. Je nach Region tragen 5 bis 35 Prozent der Zecken Borrelien. Die Bakterien sitzen im Darm und wandern erst nach 12 bis 24 Stunden Saugzeit in den Wirt, schnelles Entfernen senkt das Risiko also deutlich. Frühzeichen ist die Wanderröte: ein ringförmig wachsender roter Fleck, drei Tage bis vier Wochen nach dem Stich. Antibiotika wirken in diesem Stadium gut.

FSME ist seltener, aber ernster. Das Virus sitzt in den Speicheldrüsen und wird sofort mit dem Stich übertragen, schnelles Entfernen hilft hier nicht. Eine ursächliche Behandlung gibt es nicht. Risikogebiete liegen vor allem in Süddeutschland. Hunde erkranken durch die Auwaldzecke an Babesiose, die unbehandelt häufig tödlich verläuft.

Wichtig: Zecke sofort entfernen. Mit spitzer Pinzette, Zeckenkarte oder Zeckenzange dicht über der Haut fassen und langsam gerade herausziehen, ohne den vollgesogenen Leib zu quetschen. Öl, Klebstoff oder Hitze sind gefährlich, weil die Zecke dann vermehrt Speichel abgibt. Stichstelle desinfizieren, Datum notieren, vier Wochen beobachten. Bei ringförmiger Rötung, Fieber oder Gliederschmerzen zum Arzt.

Vorbeugen

  • Lange, helle Kleidung tragen, Hosenbeine in die Socken stecken
  • Repellents mit DEET oder Icaridin nutzen, Schutzdauer zwei bis vier Stunden
  • Auf Wegen bleiben, hohes Gras und Laubhaufen meiden
  • Nach jedem Aufenthalt im Grünen den ganzen Körper absuchen, bei Kindern die Kopfhaut
  • Kleidung bei 60 °C waschen oder 20 Minuten in den Trockner geben; kaltes Wasser überleben Zecken
  • Hunde und Katzen tierärztlich abgestimmt schützen und täglich absuchen
  • In Risikogebieten FSME-Impfung nach STIKO-Schema prüfen lassen

Bekämpfen

Zecken lassen sich nicht flächig ausrotten. Sie leben im Boden und werden von Mäusen, Igeln und Vögeln laufend neu eingetragen. Wirksam ist Lebensraumpflege: kurzer Rasen, entferntes Laub und sonnige, trockene Flächen senken die Zeckendichte im Garten spürbar. Akarizide für den Außenbereich wirken nur wenige Wochen und treffen Nützlinge mit. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. Kokosöl schreckt nur schwach ab, Ultraschallgeräte und Bernsteinketten wirken nachweislich nicht.

Tipp: Notieren Sie Datum und Körperstelle jedes Stichs. Treten Wochen später Beschwerden auf, ist das für die Arztpraxis die wichtigste Information.

Wann zum Profi?

Ein Zeckenbefall in der Wohnung gehört in die Hände eines Fachbetriebs. Die Braune Hundezecke legt bis zu 4.000 Eier in Ritzen und hinter Tapeten, Selbsthilfe scheitert dort fast immer. Auch Zwinger und Ställe mit wiederkehrendem Befall brauchen eine professionelle Behandlung. Bei Beschwerden nach einem Stich ist dagegen die Arztpraxis zuständig; FSME-Erkrankungen sind nach §7 Infektionsschutzgesetz meldepflichtig.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Wie schnell muss eine Zecke entfernt werden?

So schnell wie möglich. Borrelien wandern meist erst nach 12 bis 24 Stunden Saugzeit aus dem Zeckendarm in den Wirt, frühes Entfernen senkt dieses Risiko stark. FSME-Viren werden dagegen sofort mit dem Speichel übertragen, hier hilft nur die Impfung.

Muss ich nach jedem Zeckenstich zum Arzt?

Nein, ein einzelner Stich ohne Beschwerden ist kein Grund für einen Arztbesuch. Beobachten Sie die Stelle vier Wochen lang. Zum Arzt sollten Sie bei einer sich ringförmig ausbreitenden Rötung, bei Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen sowie bei Kindern mit auffälligem Verhalten.

Können Zecken in der Wohnung überleben?

Der Gemeine Holzbock trocknet in Innenräumen innerhalb weniger Tage aus und stirbt. Die Braune Hundezecke dagegen bevorzugt trockene Wärme und kann sich in Wohnungen vollständig vermehren. Tauchen im Winter wiederholt Zecken am Hund oder an Wänden auf, steckt meist diese Art dahinter.

Hilft eine FSME-Impfung auch gegen Borreliose?

Nein. Die Impfung schützt ausschließlich vor dem FSME-Virus. Gegen Borreliose gibt es für Menschen keinen Impfstoff, sie wird aber im Frühstadium mit Antibiotika gut behandelt. Der beste Schutz bleibt, Stiche zu vermeiden und Zecken früh zu entfernen.