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Materialschädling

Marder

Nachts poltert es über der Schlafzimmerdecke, morgens hängen Kabel im Motorraum lose herunter: Beides geht fast immer auf den Steinmarder zurück, den einzigen Marder, der regelmäßig Gebäude nutzt. Angreifen wird er Menschen nicht, doch in Kot und Nistmaterial können Salmonellen, Spulwurmeier, Flöhe und Milben zurückbleiben; vor allem aber kostet er schnell vierstellige Summen an Dämmung, Dach und Fahrzeugtechnik. Wichtig: Marder unterliegen dem Jagdrecht, die Lösung heißt aussperren und vergrämen.

Marder erkennen

Der Steinmarder wird 40 bis 54 cm lang, dazu kommt ein buschiger Schwanz von 22 bis 30 cm. Er wiegt 1,1 bis 2,3 kg, hat graubraunes Fell, eine fleischfarbene Nase und einen weißen Kehlfleck, der sich gegabelt auf die Vorderbeine zieht. Der Baummarder lebt im Wald und trägt einen gelblichen, ungegabelten Kehlfleck.

  • Geräusche: Poltern, Scharren und Rollen zwischen Abenddämmerung und Morgengrauen, deutlich lauter als bei Mäusen.
  • Losung: 8 bis 10 cm lange, gedrehte Kotwürste mit Haaren, Federn und Obstkernen an festen Latrinenplätzen.
  • Geruch: strenger, süßlich-stechender Uringeruch bis in die Wohnräume.
  • Am Auto: angebissene Zündkabel und Faltenbälge, herausgerissene Dämmmatten, Pfotenspuren auf der Motorhaube.

Lebensweise

Marder sind nachtaktive Einzelgänger mit festen Revieren, in der Stadt 20 bis 80 Hektar groß. Sie klettern an Fallrohren und rauem Mauerwerk und zwängen sich durch Öffnungen ab etwa 5 cm. Als Allesfresser leben sie von Mäusen, Vögeln, Eiern, Insekten, Obst und Abfällen. Die Paarungszeit liegt im Juni bis August; laut wird es sowohl in dieser Ranzzeit als auch während der Jungenaufzucht von März bis Juli. Durch die Keimruhe kommen die zwei bis vier Jungen erst im März oder April zur Welt. Im Herbst suchen die Jungtiere eigene Reviere und besetzen dabei häufig neue Quartiere.

Schäden und Risiken

Am Gebäude kostet vor allem die zerwühlte, mit Kot und Urin durchtränkte Dämmung. Sie verliert ihre Wirkung, Holzbauteile schimmeln, die Sanierung eines Dachbodens erreicht schnell mehrere tausend Euro. Dazu kommen aufgedrückte Ziegel und Geruch in den Wohnräumen.

Am Fahrzeug beißt der Marder in Zündkabel, Kühlwasserschläuche und Dämmmatten. Auslöser ist Revierverhalten: Riecht er einen fremden Artgenossen im Motorraum, greift er die markierten Teile an. Reparaturen beginnen bei 200 €, die Teilkasko übernimmt Marderbisse in der Regel, Folgeschäden je nach Tarif. Menschen greift ein Marder nicht an. Kot und Urin dennoch nur mit Handschuhen, Maske und angefeuchtet entfernen.

Wichtig: Stein- und Baummarder unterliegen dem Jagdrecht (§ 2 Bundesjagdgesetz). Fangen und Töten sind allein Jagdausübungsberechtigten erlaubt, dazu gelten Schonzeiten, der Baummarder ist vielerorts ganzjährig geschont. Eigenmächtiges Fangen, Vergiften oder Töten kann als Straftat oder Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Erlaubt sind Vergrämen und Aussperren.

Vorbeugen

  • Öffnungen ab 5 cm schließen: Traufspalten, Lüftungsziegel, offene Ortgänge und defekte Ziegel.
  • Kletterhilfen entschärfen: Äste 1,5 m vom Dach entfernt halten, Manschetten an Fallrohre setzen.
  • An Dachrinne und Traufe Krallenschutzbleche montieren.
  • Katzenfutter nicht draußen stehen lassen, Abfall geschlossen halten, Fallobst aufsammeln.
  • Auto in der Garage abstellen, sonst Motorraum nach einem Besuch waschen lassen und Kabel ummanteln.

Bekämpfen

Bekämpfen ist rechtlich nicht Ihre Aufgabe, Vertreiben schon. Störreize wie Dauerlicht, ein Radio auf dem Dachboden, Ultraschallgeräte oder Vergrämungsmittel wirken einige Tage bis Wochen, danach gewöhnen sich die Tiere daran. Nutzen Sie dieses Zeitfenster, um den Einschlupf zu finden und dauerhaft zu verschließen.

Tipp: Verschließen Sie den Einschlupf niemals zwischen März und Juli. Dann ziehen Marder ihre Jungen auf, eingesperrte Tiere verenden im Hohlraum. Prüfen Sie vorher mit Mehlspur oder Wildkamera, ob der Dachboden leer ist.

Für den Autoschutz sind Elektroschockgeräte mit Hochspannungskontakten am zuverlässigsten, deutlich besser als reine Ultraschallmodule. Hausmittel wie WC-Steine, Mottenkugeln oder Hundehaare im Motorraum bringen nichts. Lebendfallen dürfen nur mit Erlaubnis des Jagdausübungsberechtigten aufgestellt werden und sind täglich zu kontrollieren.

Wann zum Profi?

Holen Sie einen Fachbetrieb oder den zuständigen Jagdausübungsberechtigten, wenn Sie den Einschlupf nicht finden, der Marder trotz Vergrämung zurückkehrt oder Bauteile bereits durchnässt sind. Mehr dazu im Ratgeber Störende Besuche vom Marder. Bei leisem Rieseln und Trippeln kommen auch Mäuse infrage.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Darf ich einen Marder selbst fangen oder töten?

Nein. Stein- und Baummarder unterliegen dem Jagdrecht, Fangen und Töten sind Jagdausübungsberechtigten vorbehalten und an Schonzeiten gebunden. Wer eigenmächtig fängt, vergiftet oder tötet, riskiert ein Bußgeld oder ein Strafverfahren. Erlaubt sind Vergrämung, bauliche Abwehr und das Verschließen der Einschlupfstellen außerhalb der Jungenaufzucht.

Wie erkenne ich, ob ein Marder oder ein Mäusebefall die Geräusche verursacht?

Marder verursachen laute, unregelmäßige Poltergeräusche, Scharren und Rollen und sind meist erst nach Einbruch der Dunkelheit aktiv. Mäuse rieseln und trippeln leiser und nagen fast durchgehend. Ein weiterer Hinweis ist die Losung: Marderkot ist 8 bis 10 cm lang und gedreht, Mäusekot nur wenige Millimeter groß.

Was hilft gegen Marderbisse am Auto?

Am zuverlässigsten sind Elektroschockgeräte mit Hochspannungskontakten im Motorraum, ergänzt durch Kabelummantelungen und ein Schutzgitter unter dem Fahrzeug. Wichtig ist außerdem eine Motorwäsche nach dem ersten Vorfall, damit die Duftmarke des Vorgängertiers verschwindet. Am sichersten steht das Auto in einer geschlossenen Garage.

Wann darf ich die Einschlupfstelle am Dach verschließen?

Am besten von August bis Februar. Zwischen März und Juli ziehen Marder ihre Jungen auf, und ein verschlossener Zugang sperrt die Tiere ein. Prüfen Sie vor dem Verschluss mit einer Mehlspur oder Wildkamera, ob der Dachboden tatsächlich leer ist, und dichten Sie erst danach dauerhaft ab.