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Gesundheitsschädling

Flöhe

Juckende Stiche in Reihen an Knöcheln und Waden, ein Haustier, das sich ständig kratzt, und schwarze Krümel im Körbchen: die klassischen Hinweise auf Flöhe. Ein Befall ist kein Zeichen mangelnder Sauberkeit, sondern kommt mit Hund, Katze oder Igel ins Haus – und wächst schnell, weil nur ein kleiner Teil der Tiere auf dem Wirt sitzt.

Flöhe erkennen

Flöhe sind 1,5 bis 4 Millimeter groß, rotbraun bis fast schwarz, flügellos und seitlich zusammengedrückt. Mit ihren Sprungbeinen schaffen sie bis zu 30 Zentimeter weite Sprünge, weshalb Stiche beim Menschen meist an Füßen, Knöcheln und Unterschenkeln sitzen.

  • Stiche in Reihen: zwei bis vier rote, stark juckende Quaddeln mit zentralem Einstichpunkt auf einer Linie
  • Flohkot: schwarze Krümel in Fell und Körbchen. Auf feuchtem Küchenpapier zerrieben ergeben sie rostrote Schlieren – verdautes Blut und der sicherste Nachweis
  • Verhalten des Tieres: häufiges Kratzen, Beknabbern der Schwanzwurzel, kahle Stellen

In Wohnungen verursacht der Katzenfloh den weit überwiegenden Teil aller Befälle, auch bei Hunden und bei Menschen ohne Haustier. Der Hundefloh ist selten. Aus verlassenen Nistkästen wandern gelegentlich Vogelflöhe ein.

Lebensweise

Ein Weibchen legt nach der ersten Blutmahlzeit täglich 20 bis 50 Eier, im Laufe seines Lebens mehrere Hundert. Die Eier haften nicht am Fell, sondern rieseln dort zu Boden, wo sich das Tier aufhält: in Teppiche, Polsterritzen und Dielenfugen.

Nach zwei bis zehn Tagen schlüpfen wurmförmige Larven. Sie meiden Licht, leben tief im Teppichflor und fressen vor allem Flohkot. Nach ein bis zwei Wochen verpuppen sie sich in einem klebrigen, mit Staub getarnten Kokon. Bei 25 Grad dauert die Entwicklung drei bis vier Wochen, in kühlen Räumen mehrere Monate.

Die Puppe macht Flöhe hartnäckig: Der fertige Floh wartet darin bis zu einem Jahr auf einen Wirt. Erschütterung, Wärme und Kohlendioxid lösen den Schlupf aus – deshalb wird man beim Betreten einer lange leeren Ferienwohnung manchmal von Dutzenden Flöhen angefallen. Nur rund 5 Prozent der Population sitzen als erwachsene Flöhe auf dem Tier, 95 Prozent stecken als Ei, Larve und Puppe in der Wohnung.

Schäden und Risiken

Flohstiche jucken tagelang und heftig. Wer kratzt, riskiert bakterielle Entzündungen; Kinder reagieren meist stärker als Erwachsene.

Für Haustiere ist die Flohspeichelallergie das größere Problem: Schon wenige Stiche lösen bei sensibilisierten Hunden und Katzen massiven Juckreiz, Haarausfall und Hautentzündungen aus. Junge Tiere können blutarm werden. Flöhe übertragen zudem den Gurkenkernbandwurm, wenn sie verschluckt werden. Die als Pestüberträger bekannten Rattenflöhe spielen hierzulande keine Rolle mehr.

Vorbeugen

  • Hunde und Katzen mit Freigang regelmäßig tierärztlich behandeln, besonders von Juli bis Oktober
  • Tierdecken und Körbchen alle ein bis zwei Wochen bei mindestens 60 Grad waschen
  • Teppiche, Polster und Bodenritzen häufig saugen, Beutel draußen entsorgen
  • Verlassene Vogelnester entfernen, Zugänge für Igel und Nager verschließen

Bekämpfen

Entscheidend ist, Tier und Wohnung gleichzeitig zu behandeln. Wer nur das Haustier entfloht, hat in zwei bis drei Wochen die nächste Generation aus dem Teppich im Haus.

  1. Alle Hunde und Katzen im Haushalt tierärztlich behandeln lassen – Präparat und Dosierung gehören in die Hand des Tierarztes
  2. Waschbare Textilien bei 60 Grad waschen, Empfindliches mehrere Tage bei minus 18 Grad einfrieren
  3. Die ganze Wohnung saugen, auch unter Betten und in Bodenfugen. Die Vibration lockt Flöhe aus den Kokons, deshalb zwei bis drei Wochen täglich wiederholen
  4. Bei stärkerem Befall ein Umgebungspräparat mit Wachstumsregulator einsetzen; es unterbricht die Entwicklung von Eiern und Larven
  5. Zur Kontrolle ein Nachtlicht über eine Schale mit Seifenwasser stellen

Was nicht funktioniert: Knoblauch, Bierhefe, Teebaum- oder Lavendelöl im Fell – Wirknachweise fehlen, ätherische Öle sind für Katzen sogar giftig.

Wichtig: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. Niemals Hunde-Präparate bei Katzen anwenden – Permethrin ist für Katzen tödlich.

Wann zum Profi?

Rufen Sie einen IHK-geprüften Schädlingsbekämpfer, wenn der Befall nach vier bis sechs Wochen Eigenbehandlung nicht erlischt oder die Wohnung viele Teppichflächen und Hohlräume hat.

In Mehrfamilienhäusern und Pensionen muss flächig behandelt und dokumentiert werden. Die Quelle – etwa ein Nest im Dachstuhl oder ein Marder im Zwischenboden – gehört mit beseitigt.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Wie erkenne ich Flohstiche beim Menschen?

Flohstiche sitzen meist an Knöcheln, Waden und Unterschenkeln und liegen häufig zu zweit oder zu dritt auf einer Linie. Sie erscheinen als kleine rote Quaddel mit deutlichem Einstichpunkt in der Mitte und jucken stark, oft über mehrere Tage. Im Unterschied zu Mückenstichen treten sie fast immer in Gruppen auf.

Kann man Flöhe haben, ohne ein Haustier zu besitzen?

Ja. Flöhe kommen mit Besuchern, über Igel und Nager im Keller, aus verlassenen Vogelnestern oder aus der Vorwohnung eines Mieters ins Haus. Puppen überdauern in Teppichen bis zu einem Jahr und schlüpfen, sobald wieder jemand die Räume betritt.

Wie lange dauert es, Flöhe loszuwerden?

Rechnen Sie mit vier bis sechs Wochen. So lange dauert es, bis alle Puppen geschlüpft sind und die letzte Generation abgestorben ist. Behandeln Sie in dieser Zeit durchgehend Haustier und Wohnung und saugen Sie täglich, sonst beginnt der Zyklus von vorn.

Übertragen Flöhe in Deutschland Krankheiten?

Das Risiko ist gering. Die Pest spielt hierzulande keine Rolle mehr. Praktisch relevant sind aufgekratzte, infizierte Stiche, allergische Reaktionen und die Übertragung des Gurkenkernbandwurms, wenn ein Floh verschluckt wird.