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Andere Methode nötig

Deutsche Schabe, Orientalische Schabe oder Braunbandschabe?

Nachts huschen beim Einschalten des Lichts braune Tiere davon — aber welche Schabenart sitzt in der Wohnung?

Warum die Unterscheidung zählt

Alle drei sind Gesundheitsschädlinge nach dem Infektionsschutzgesetz: Sie verschleppen Erreger über Kot und Laufwege, Kot- und Häutungsreste sind Asthma-Allergene. Bodenköder erreichen die Braunbandschabe oben nicht. Die Orientalische wandert nach: Siphons feucht halten oder nachrüsten, Bodenabläufe sichern, aber offen halten — ihr Weg ist der trockene Siphon, nicht der Rost. Deutsche Schabe: Vermieter schriftlich informieren, Nachbarwohnungen am Leitungsschacht prüfen.

Deutsche Schabe Feuchtwarme Küche — Vermieter und Nachbarwohnungen einbeziehen
Orientalische Schabe Wandert von unten nach — Zugänge sichern statt nur behandeln
Braunbandschabe Trocken und hoch — ganze Wohnung, alle Höhen

Woran Sie die beiden auseinanderhalten

Merkmal Deutsche Schabe Orientalische Schabe Braunbandschabe
Größe 12–16 mm, deutlich kleiner als ein Fingernagel — überschneidet sich mit der Braunbandschabe 20–30 mm, gut doppelt so lang — die Einzige, die sich über die Größe sicher abtrennen lässt 10–14 mm — per Größe nicht von der Deutschen Schabe zu trennen; hier entscheiden Zeichnung und Sitzhöhe
Färbung und Zeichnung Hellbraun, zwei dunkle Längsstreifen auf dem Halsschild, bei jedem Tier vorhanden Dunkelbraun bis fast schwarz, glänzend, ohne Zeichnung Hellbraun mit zwei helleren Querbändern über dem Rücken — am deutlichsten bei den flügellosen Jungtieren
Klettern und Fliegen Klettert auch an Glas; fliegt nicht Findet an glatten Senkrechten keinen Halt, bleibt am Boden Klettert bis unter die Decke; die Männchen fliegen auf und verteilen den Befall über mehrere Räume
Wo die Tiere sitzen Feuchtwarm: hinter Kühlschrank, Herd, Spülmaschine Bodennah, feucht und kühler als die anderen: Keller, Lichtschacht, Bodenablauf, im Winter der Heizungskeller Warm, trocken und oft hoch: Schrankoberkante, Bildrückseite, Fernseher, Router
Eipaket Etwa 8 mm, hellbraun, wird bis kurz vor dem Schlupf am Hinterleib mitgetragen — das einzige Weibchen mit Anhängsel 8–10 mm, dunkelbraun und kapselförmig, früh und bodennah abgelegt Reiskorngroß und hellbraun, viele davon festgeklebt an Möbelunterseiten und Geräten
Wo der Befall beginnt Kommt mit Verpackung oder über den Leitungsschacht aus der Nachbarwohnung — erste Tiere in Küche und Bad Wandert selbst von unten ein: Kanal, Bodenablauf, Lichtschacht — zuerst in Keller und Erdgeschoss Kommt mit Gebrauchtmöbeln, Umzugsgut und gebrauchter Elektronik — startet oft im Wohn- oder Schlafzimmer
Kot und Spuren Pfefferkornartige schwarze Krümel und dunkle Schmierspuren an Schrankkanten und hinter den Geräten Gröbere dunkle Krümel, ausschließlich bodennah: Fußleisten, Kellerboden, Umgebung der Abläufe Feine hellere Krümel und winzige dunkle Tupfen auch an Wänden und Decken über Kopfhöhe

Der Test, der Klarheit schafft

Kleben Sie Fallen bündig an eine Kante auf drei Höhen — Fußleiste, hinter dem Kühlschrank, oben auf Schrank oder Router — und kontrollieren Sie zwei Wochen. Fänge nur unten heißen Orientalische, Längsstreifen Deutsche, helle Querbänder oben Braunbandschabe. Zwei Arten können nebeneinander sitzen: Falle im Zweifel fotografieren und dem Fachbetrieb zeigen.

So gehen Sie weiter vor

Gut zu wissen

Jedes Zimmer hat seine typischen Untermieter — ein Blick ins Haus zeigt, wo Sie zuerst nachsehen sollten.

Welcher Schädling taucht in welchem Raum auf?

Ameisen folgen Futterspuren in die Küche, Silberfische lieben das feuchte Bad, Kleidermotten sitzen im Schrank und Mäuse ziehen in Keller und Vorratsräume. Der Fundort ist oft der beste Hinweis auf die Art.

Muss ich einen Schädlingsbefall melden?

Bei Gesundheitsschädlingen wie Ratten schreiben viele Gemeinden per Satzung eine Anzeige vor; eine bundesweite Meldepflicht für Privatpersonen gibt es nicht. In der Mietwohnung müssen Sie den Befall dem Vermieter unverzüglich anzeigen (§ 536c BGB) — sonst riskieren Sie Schadensersatz und den Verlust Ihrer Minderungsrechte. Details dazu finden Sie in unseren Ratgebern.

Wann reicht Selbsthilfe, wann brauche ich den Profi?

Einzelne Tiere und ein früher Befall lassen sich oft selbst stoppen. Bei Bettwanzen, Schaben und Ratten ist der Schädlingsbekämpfer meist die schnellere und am Ende günstigere Lösung — unsere Lexikon-Einträge geben je Art eine klare Empfehlung.

Welche Tiere darf ich gar nicht bekämpfen?

Hornissen, Wildbienen, Hummeln und einige weitere Arten stehen unter besonderem Schutz (§ 44 BNatSchG). Nester dürfen nur mit Genehmigung umgesiedelt werden — wir zeigen, an wen Sie sich wenden.

Helfen Ultraschallstecker und Hausmittel wirklich?

Vieles davon ist wirkungslos. Unser Hausmittel-Check sortiert ehrlich: Was funktioniert, was ist Geldverschwendung?

Illustration: Haus im Querschnitt mit typischen Schädlingsverstecken — vom Dachboden über Küche, Bad und Kleiderschrank bis in den Keller.