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Gesundheitsschädling

Deutsche Schabe

Die Deutsche Schabe ist die häufigste Kakerlake in deutschen Wohnungen und Gastronomiebetrieben. Sie überträgt Krankheitserreger, verunreinigt Lebensmittel und löst mit Kot und Häutungsresten Allergien aus. Ein Befall hat nichts mit mangelnder Sauberkeit zu tun; eingeschleppt wird sie über Kartons, Getränkekisten, Gebrauchtgeräte oder aus der Nachbarwohnung.

So erkennen Sie einen Befall

Die Tiere sind 12 bis 16 mm lang, hell gelbbraun und tragen zwei dunkle Längsstreifen auf dem Halsschild. Damit unterscheiden sie sich von der größeren, dunkelbraunen Orientalischen Schabe und von der Braunbandschabe, die helle Querbinden auf dem Hinterleib zeigt. Schaben laufen nachts, tagsüber sitzen sie versteckt. Wer am Tag Tiere sieht, hat bereits einen starken Befall.

  • schwarze Kotkrümel wie gemahlener Pfeffer, oft in Ecken und an Schrankoberkanten
  • hellbraune, leere Eipakete von etwa 8 mm Länge und abgestreifte Häutungshemden
  • süßlich-muffiger Geruch, der bei starkem Befall im ganzen Raum hängt
  • Tiere hinter Kühlschrank, Herd, Spülmaschine, Kaffeemaschine und in Elektrogeräten

Tipp: Legen Sie drei bis fünf Klebefallen nachts an Wandkanten in der Küche aus, eine davon hinter dem Kühlschrank. Nach einer Woche zeigen die Fänge, wo der Herd sitzt und wie stark der Befall ist.

Lebensweise

Die Deutsche Schabe braucht Wärme und Feuchtigkeit, ihr Optimum liegt bei 25 bis 33 °C. Sie frisst nahezu alles: Lebensmittelreste, Fett, Papier, Klebstoff, Seife, Haare und Kot. Verstecke sucht sie in engen, warmen Spalten, gern an den Motoren von Haushaltsgeräten. Der Kot enthält ein Sammelpheromon, das weitere Tiere anzieht, weshalb sich Befallsherde immer weiter verdichten.

Das Weibchen trägt sein Eipaket bis kurz vor dem Schlupf am Hinterleib mit sich; das schützt die 30 bis 40 Eier vor Insektiziden. Vier bis acht solcher Pakete legt es im Leben an, macht bis zu 300 Nachkommen. Bei 30 °C sind die Nymphen nach etwa zwei bis drei Monaten selbst geschlechtsreif. Aus wenigen eingeschleppten Tieren wird so binnen eines halben Jahres eine Population von mehreren Tausend.

Schäden und Risiken

Schaben laufen durch Abfluss, Müll und Speisereste und tragen die Keime anschließend über Lebensmittel und Arbeitsflächen weiter. Nachgewiesen sind unter anderem Salmonellen, coliforme Keime, Staphylokokken sowie Schimmelpilze und Wurmeier. Ebenso ernst zu nehmen ist die allergene Wirkung: Kot und Häutungsreste werden zu Hausstaub und gelten als Auslöser von Asthma, besonders bei Kindern. Dazu kommen verdorbene Vorräte und angefressene Verpackungen. Deshalb zählt die Deutsche Schabe zu den Gesundheitsschädlingen.

Vorbeugen

  • Kartons, Getränkekisten und Gebrauchtgeräte vor dem Einräumen kontrollieren
  • Lebensmittel und Tierfutter in dicht schließenden Behältern lagern, Müll abends hinausbringen
  • Krümel und Fettfilm hinter und unter Herd, Kühlschrank und Spüle regelmäßig entfernen
  • Fugen, Rohrdurchführungen und Wandanschlüsse abdichten
  • undichte Leitungen reparieren, denn ohne Wasser hält sich kein Befall

Bekämpfen

Mittel der Wahl sind Gelköder mit Wirkstoffen wie Fipronil oder Indoxacarb. Sie werden in kleinen Punkten direkt an die Laufwege und in die Verstecke gesetzt. Die Tiere fressen den Köder, kehren ins Versteck zurück und geben den Wirkstoff über Kot und Kadaver weiter, sodass auch verborgene Nymphen erfasst werden.

Was nicht funktioniert: Sprühen und Vernebeln. Beide vertreiben die Tiere in Nachbarräume und Nachbarwohnungen, verteilen den Befall und machen die Köder unattraktiv. Auch Hausmittel wie Backpulver, Essig, Lorbeer oder Ultraschallgeräte bleiben wirkungslos. Da die Eipakete gegen jede Behandlung geschützt sind, gehören eine Nachbehandlung nach zwei bis drei Wochen und eine Kontrolle mit Klebefallen zwingend dazu.

Wichtig: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. Eine gesetzliche Meldepflicht für Schaben besteht nicht. Nach § 17 IfSG kann die zuständige Behörde jedoch Bekämpfungsmaßnahmen anordnen. Melden Sie einen Befall in der Mietwohnung unverzüglich dem Vermieter. Lebensmittelbetriebe müssen einen Befall im Rahmen ihres HACCP-Konzepts dokumentieren und abstellen; Kontrollbehörde ist die Lebensmittelüberwachung.

Wann zum Profi?

Praktisch immer. Die Deutsche Schabe ist mit Mitteln aus dem Baumarkt kaum in den Griff zu bekommen, weil sich der Befall über Leitungsschächte im ganzen Gebäude bewegt. In Mehrfamilienhäusern müssen angrenzende Wohnungen mitbehandelt werden, sonst wandern die Tiere zurück. Weitere Arten im Überblick finden Sie unter Schaben.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Bedeutet ein Schabenbefall, dass die Wohnung schmutzig ist?

Nein. Deutsche Schaben werden über Verpackungen, Getränkekisten, Gebrauchtgeräte, Koffer oder Leitungsschächte aus Nachbarwohnungen eingeschleppt. Schmutz und Speisereste begünstigen die Vermehrung, sind aber nicht die Ursache. Auch sehr saubere Haushalte sind betroffen.

Kann ich Schaben selbst bekämpfen?

Bei einem sehr frühen, örtlich begrenzten Befall können Gelköder aus dem Fachhandel ausreichen. Meist sitzt ein Teil der Population jedoch in Schächten und Nachbarräumen. Sprays verschlimmern die Lage, weil sie die Tiere verteilen. Ab einem sichtbaren Befall am Tag ist ein Fachbetrieb der schnellere und günstigere Weg.

Muss ich einen Befall melden?

In der Mietwohnung sind Sie verpflichtet, den Befall dem Vermieter als Mangel anzuzeigen; die Kosten der Bekämpfung trägt in der Regel der Vermieter. Eine gesetzliche Meldepflicht für Schaben gibt es dagegen nicht: § 17 IfSG verpflichtet nicht den Betroffenen, sondern ermächtigt die Behörde, Bekämpfungsmaßnahmen anzuordnen. Lebensmittelbetriebe müssen einen Befall im Rahmen ihres HACCP-Konzepts dokumentieren und abstellen, Kontrollbehörde ist hier die Lebensmittelüberwachung und nicht das Gesundheitsamt.