Orientalische Schabe
Die Orientalische Schabe, oft schlicht Küchenschabe genannt, ist die dunkle, große Schabenart in deutschen Kellern. Sie klettert nicht an glatten Wänden, dafür wandert sie durch Kanäle, Lichtschächte und Rohrdurchführungen ins Haus. Ein Befall betrifft meist das ganze Gebäude und ist eine Gesundheitsgefahr, denn die Tiere verschleppen Krankheitserreger und lösen Allergien aus.
Orientalische Schabe erkennen
Erwachsene Tiere werden 20 bis 30 mm lang und sind dunkelbraun bis fast schwarz und glänzend. Männchen tragen Flügel, die etwa zwei Drittel des Hinterleibs bedecken, Weibchen nur kurze Stummel, fliegen kann keines von beiden. An glatten senkrechten Flächen finden sie keinen Halt, deshalb bleiben sie am Boden, in Abläufen und Ritzen.
- Nachts flüchtende dunkle Tiere, wenn Sie im Keller oder in der Küche Licht anschalten
- Kot wie schwarze Pfefferkörner an Fußleisten, in Schubladen und hinter Geräten
- Dunkelbraune, kapselförmige Eipakete von 8 bis 12 mm Länge
- Leere Häutungshüllen in Ritzen und hinter Sockelblenden
- Muffig-süßlicher Geruch, der bei starkem Befall im Raum hängt
Die Deutsche Schabe ist mit 12 bis 15 mm kleiner, hellbraun und trägt zwei dunkle Längsstreifen am Halsschild, sie klettert auch an Glas. Die Amerikanische Schabe wird bis 44 mm lang und ist rotbraun. Harmlos sind dagegen Waldschaben, die im Sommer einzeln durchs Fenster kommen und in der Wohnung von selbst eingehen. Alle Arten im Überblick finden Sie unter Schaben.
Lebensweise
Die Art mag es feuchter und kühler als andere Schaben und fühlt sich zwischen 20 und 29 Grad wohl. Sie frisst nahezu alles: Lebensmittelreste, Fett, Papier, Seife, Kot und tote Insekten. Ohne Nahrung überlebt sie mehrere Wochen, ohne Wasser nur wenige Tage, deshalb sitzt sie gern an Abläufen und Leckagen.
Ein Weibchen bildet fünf bis zehn Eipakete mit jeweils rund 16 Eiern und klebt sie an geschützte Stellen. Bei Zimmertemperatur dauert die Entwicklung vom Ei zum erwachsenen Tier sechs bis zwölf Monate, damit ist die Art deutlich langsamer als die Deutsche Schabe. Tagsüber sitzen die Tiere dicht gedrängt in Ritzen, ab der Dämmerung laufen sie auf Nahrungssuche.
Schäden und Risiken
Schaben laufen durch Abwasserleitungen, Müll und Kanäle und tragen Keime an Beinen und Körper in die Küche. Nachgewiesen sind unter anderem Salmonellen, E. coli, Staphylokokken sowie Schimmelpilze und Wurmeier. Kot, Speichel und Häutungsreste zählen zu den stärksten Innenraumallergenen und können Asthma auslösen, besonders bei Kindern. Lebensmittel mit Schabenkontakt sind nicht mehr verzehrfähig.
Wichtig: Schaben gelten als Gesundheitsschädlinge. § 17 Abs. 2 IfSG erlaubt der Behörde, bei festgestellten Gesundheitsschädlingen die erforderlichen Bekämpfungsmaßnahmen anzuordnen. Eine allgemeine Meldepflicht für Schabenbefall besteht nicht; Lebensmittelbetriebe sind nach VO (EG) 852/2004 und ihrem HACCP-Konzept zur Schädlingsbekämpfung verpflichtet, einzelne Länder- und Kommunalverordnungen können zusätzlich eine Anzeige vorsehen. Mieter müssen den Befall unverzüglich dem Vermieter anzeigen, die Beseitigung ist in aller Regel dessen Sache.
Vorbeugen
- Lebensmittel und Tierfutter in dicht schließenden Behältern aufbewahren, abends keine Reste stehen lassen
- Müll in geschlossenen Eimern sammeln und täglich hinausbringen
- Rohrdurchführungen, Fugen, Fußleisten und Wandrisse dauerhaft verschließen
- Bodenabläufe, Lichtschächte und Kellerfenster mit engmaschigen Gittern sichern
- Undichte Leitungen reparieren und Kartonagen aus Keller und Lager entfernen
Bekämpfen
Legen Sie zuerst Klebefallen an Fußleisten und in Ecken aus, um Ausmaß und Schwerpunkte zu bestimmen. Mittel der Wahl sind Ködergele, in kleinen Punkten an Laufwegen, hinter Geräten und in Ritzen platziert. Die Tiere verschleppen den Köder ins Versteck. Weil die Eipakete gegen Insektizide unempfindlich sind, ist nach zwei bis drei Wochen eine zweite Behandlung nötig.
Sprühdosen aus dem Baumarkt sind bei dieser Art meist kontraproduktiv: Sie töten nur sichtbare Tiere, vertreiben den Rest in Nachbarwohnungen und machen Köder unattraktiv. Auch Ultraschall, Lorbeerblätter und Backpulver helfen nicht. Sinnvoll ergänzen lässt sich die Behandlung durch Kieselgur in trockene Hohlräume. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Wann zum Profi?
Rufen Sie den Fachbetrieb bereits beim ersten sicheren Fund. Orientalische Schaben stammen fast immer aus Kanälen, Kellern oder Nachbarwohnungen, weshalb eine Behandlung der einzelnen Wohnung selten reicht. In Mehrfamilienhäusern, Gastronomie und Kliniken ist die professionelle Bekämpfung samt Erfolgskontrolle Pflicht. Der Betrieb ermittelt die Einschlupfwege und kontrolliert über mehrere Monate nach.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Woher kommen Orientalische Schaben in Keller und Wohnung?
Die Tiere leben häufig in Abwasserkanälen, Müllräumen und feuchten Kellern und wandern über Rohrdurchführungen, Lichtschächte und Bodenabläufe ein. Auch mit Kartonagen, Getränkekisten und Lieferungen werden sie eingeschleppt. Ein Befall ist deshalb kein Zeichen mangelnder Sauberkeit.
Sind Orientalische Schaben gefährlich?
Ja, sie gelten als Gesundheitsschädlinge. Sie verschleppen Bakterien wie Salmonellen und E. coli sowie Schimmelpilze auf Lebensmittel und Arbeitsflächen. Kot und Häutungsreste sind starke Allergene und können Asthma auslösen. Beißen tun sie Menschen normalerweise nicht.
Kann ich Schaben selbst bekämpfen?
Bei einem beginnenden Befall können Ködergel und Klebefallen helfen, verlässlich ist das jedoch selten. Die Eipakete überstehen die Behandlung, und aus Kanal oder Nachbarwohnung wandern neue Tiere nach. In Mehrfamilienhäusern und Betrieben gehört die Bekämpfung in professionelle Hände.
Wie unterscheide ich Schabe und harmlose Waldschabe?
Waldschaben sind schlank, hellbraun, fliegen und tauchen im Sommer einzeln in Fensternähe auf. Sie vermehren sich in der Wohnung nicht und sterben nach wenigen Tagen. Orientalische Schaben sind dunkel, breit gebaut, laufen am Boden und treten meist mehrfach sowie nachts auf.