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Eine Art steht unter Schutz

Bettwanze oder Fledermauswanze?

Woher kommen die nächtlichen Stiche im Schlafzimmer?

Warum die Unterscheidung zählt

Beide Arten stechen nachts und sind mit bloßem Auge kaum zu trennen — sitzt die Quelle aber in einem Fledermausquartier im Dach, löst eine Komplettsanierung der Wohnung das Problem nicht, weil immer wieder Tiere nachwandern. Alle heimischen Fledermäuse sind streng geschützt: Nach § 44 BNatSchG dürfen ihre Quartiere nicht beseitigt werden, und mit dem Wegzug der Wirte verschwinden auch die Wanzen von selbst.

Bettwanze bekämpfbar, Sanierung nötig
Fledermauswanze Wirte streng geschützt (§ 44)

Woran Sie die beiden auseinanderhalten

Merkmal Bettwanze Fledermauswanze
Fransenhaare am Halsschild deutlich kürzer als die Augenbreite mindestens so lang wie die Augenbreite
Behaarung insgesamt kürzer und spärlicher dichter und länger, nur unter der Lupe zu trennen
Größe 4–6 mm, vollgesogen bis 9 mm 4 bis 6,5 mm, Weibchen etwas größer
Stiche juckende Quaddeln, oft in Reihe, meist nachts von Bettwanzenstichen nicht zu unterscheiden
Herkunft eingeschleppt, meist im Reisegepäck Fledermausquartier in Dach, Rollladenkasten, Fassade
Verstecke im Umkreis von fünf Metern um den Schlafplatz zieht von oben ein, über Fugen und Durchbrüche
Ohne Behandlung trägt sich selbst, verdoppelt sich in wenigen Wochen stirbt ohne Fledermäuse als Wirte aus

Der Test, der Klarheit schafft

Fangen Sie ein Tier unzerdrückt in einem verschlossenen Gefäß und lassen Sie es bestimmen, bevor irgendetwas behandelt wird. Unter der Lupe entscheidet die Länge der Fransenhaare am Halsschildrand im Verhältnis zur Augenbreite.

So gehen Sie weiter vor

Gut zu wissen

Jedes Zimmer hat seine typischen Untermieter — ein Blick ins Haus zeigt, wo Sie zuerst nachsehen sollten.

Welcher Schädling taucht in welchem Raum auf?

Ameisen folgen Futterspuren in die Küche, Silberfische lieben das feuchte Bad, Kleidermotten sitzen im Schrank und Mäuse ziehen in Keller und Vorratsräume. Der Fundort ist oft der beste Hinweis auf die Art.

Muss ich einen Schädlingsbefall melden?

Bei Gesundheitsschädlingen wie Ratten besteht in vielen Gemeinden eine Meldepflicht; in Mietwohnungen sollten Sie den Vermieter immer umgehend informieren. Details dazu finden Sie in unseren Ratgebern.

Wann reicht Selbsthilfe, wann brauche ich den Profi?

Einzelne Tiere und ein früher Befall lassen sich oft selbst stoppen. Bei Bettwanzen, Schaben und Ratten ist der Schädlingsbekämpfer meist die schnellere und am Ende günstigere Lösung — unsere Lexikon-Einträge geben je Art eine klare Empfehlung.

Welche Tiere darf ich gar nicht bekämpfen?

Hornissen, Wildbienen, Hummeln und einige weitere Arten stehen unter besonderem Schutz (§ 44 BNatSchG). Nester dürfen nur mit Genehmigung umgesiedelt werden — wir zeigen, an wen Sie sich wenden.

Helfen Ultraschallstecker und Hausmittel wirklich?

Vieles davon ist wirkungslos. Unser Hausmittel-Check sortiert ehrlich: Was funktioniert, was ist Geldverschwendung?

Illustration: Haus im Querschnitt mit typischen Schädlingsverstecken — vom Dachboden über Küche, Bad und Kleiderschrank bis in den Keller.