Braunbandschabe
Die Braunbandschabe, auch Möbelschabe genannt, ist die Schabe, die man nicht in der feuchten Küchenecke findet, sondern hinter dem Bilderrahmen, im Kleiderschrank und im Fernseher. Sie mag es warm und trocken und verteilt sich über die ganze Wohnung statt sich an einem Ort zu sammeln. Ein Befall bleibt dadurch lange unbemerkt und ist in Eigenregie kaum zu beseitigen.
Braunbandschabe erkennen
Die Tiere werden 10 bis 14 mm lang und sind hellbraun mit zwei helleren Querbändern, die bei den flügellosen Nymphen am deutlichsten zu sehen sind. Männchen sind schlank, ihre Flügel bedecken den Hinterleib vollständig, und sie gleiten bei Störung kurze Strecken. Weibchen wirken gedrungener und haben kürzere Flügel. Verwechselt wird die Art regelmäßig mit der Deutschen Schabe.
| Merkmal | Braunbandschabe | Deutsche Schabe |
|---|---|---|
| Zeichnung | zwei helle Querbänder | zwei dunkle Längsstreifen am Halsschild |
| Lieblingsort | warm und trocken, oft hoch gelegen | feuchtwarm, Küche und Bad |
| Eipaket | wird nach ein bis zwei Tagen festgeklebt | wird bis zum Schlupf getragen |
Auf einen Befall deuten hin:
- hellbraune, 4 bis 5 mm große Eipakete, festgeklebt an Möbelunterseiten, in Schubladen, hinter Bildern und an Deckenleisten
- pfefferkornartige Kotpünktchen an Schrankkanten, Bilderrahmen und Wandoberkanten
- huschende Tiere beim Einschalten des Lichts, oft in Wohn- und Schlafzimmer statt in der Küche
- leere Häutungshemden in Elektrogeräten, Steckdosen und hinter Sockelleisten
Lebensweise
Die Braunbandschabe stammt aus Afrika und lebt in Mitteleuropa ausschließlich in beheizten Gebäuden. Ihr Optimum liegt bei 25 bis 33 °C; unter 20 °C stockt die Entwicklung. Anders als andere Hausschaben braucht sie kein feuchtes Versteck und geht deshalb bis unter die Decke, in Fernseher, Router, Kühlschrankmotoren und Uhren.
Ein Weibchen trägt sein Eipaket nur ein bis zwei Tage und klebt es dann an eine geschützte Stelle. Jedes Paket enthält 13 bis 18 Eier, im Lauf des Lebens entstehen 10 bis 20 Pakete. Die Nymphen schlüpfen nach 5 bis 10 Wochen und brauchen je nach Temperatur zwei bis sechs Monate bis zum erwachsenen Tier. Erwachsene leben rund fünf bis sechs Monate. Gefressen wird nahezu alles Organische: Krümel, Kleber von Buchrücken und Tapeten, Papier, Haare, Seife.
Schäden und Risiken
Schaben laufen durch Abfluss, Müll und Vorräte und übertragen Keime mechanisch: Salmonellen, E. coli, Staphylokokken, Schimmelpilze und Wurmeier. Sie hinterlassen Kot und Speichel auf Lebensmitteln und Arbeitsflächen. Kot, Häutungsreste und Körperteile sind starke Allergene und können Asthma und Neurodermitis verschlimmern, gerade in Schlafzimmern, in denen die Art gern lebt.
Dazu kommen Sachschäden: In Elektronik verursachen die Tiere Kurzschlüsse, an Bucheinbänden und Tapeten Fraßspuren.
Wichtig: Schaben gelten nach dem Infektionsschutzgesetz als Gesundheitsschädlinge. Das Gesundheitsamt kann nach §17 IfSG die Bekämpfung anordnen, in Gemeinschaftseinrichtungen und Lebensmittelbetrieben ist ein Befall unverzüglich zu beseitigen und zu dokumentieren. Für Bekämpfungsmittel gilt: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Vorbeugen
- Gebrauchtmöbel, Elektrogeräte und Kartons vor dem Einbringen kontrollieren, das ist der häufigste Einschleppungsweg
- Lebensmittel und Tierfutter in dicht schließenden Behältern lagern, Krümel und Fettreste täglich entfernen
- Ritzen, Fugen, Kabeldurchführungen und Steckdosenrahmen abdichten
- hinter Kühlschrank, Herd und Elektrogeräten regelmäßig reinigen, dort ist es warm und staubig
- Klebefallen als Frühwarnung aufstellen, auch erhöht an Schränken und Türrahmen
Bekämpfen
Wirksam sind Gelköder mit Wirkstoffen wie Fipronil oder Imidacloprid, punktuell an Laufwege und Verstecke gesetzt, ergänzt durch Klebefallen zur Erfolgskontrolle. Weil sich die Art über die ganze Wohnung verteilt, müssen alle Räume behandelt werden, nicht nur Küche und Bad, und die Behandlung wird nach zwei bis vier Wochen wiederholt.
Sprays aus dem Baumarkt richten mehr Schaden als Nutzen an: Sie töten nur sichtbare Tiere, treiben den Rest in Nachbarräume und Nachbarwohnungen und machen Köder unattraktiv. Auch Hausmittel wie Backpulver, Essig oder Lorbeer beseitigen keinen Befall. Bis zum Ergebnis vergehen mehrere Wochen, weil ständig neue Nymphen aus den Eipaketen schlüpfen.
Wann zum Profi?
Bei der Braunbandschabe praktisch immer. Sobald Sie mehr als ein Einzeltier oder ein Eipaket finden, ist eine professionelle Bekämpfung mit Bestimmung der Art, flächendeckender Köderauslage und Nachkontrolle der sichere Weg. In Mehrfamilienhäusern muss der Vermieter einbezogen werden, weil die Tiere über Leitungsschächte wandern. Weitere Arten im Vergleich finden Sie unter Schaben und bei der Deutschen Schabe.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Wie unterscheidet sich die Braunbandschabe von der Deutschen Schabe?
Die Braunbandschabe trägt zwei helle Querbänder über Flügeldecken und Hinterleib, die Deutsche Schabe zwei dunkle Längsstreifen am Halsschild. Die Deutsche Schabe hält sich feuchtwarm in Küche und Bad auf, die Braunbandschabe trocken und warm im ganzen Haus, gern in Möbeln und Elektrogeräten. Auch die Eipakete unterscheiden sich: Die Braunbandschabe klebt sie nach ein bis zwei Tagen fest.
Woher kommt ein Befall mit Braunbandschaben?
Meist wird die Art eingeschleppt, über Gebrauchtmöbel, gebrauchte Elektrogeräte, Kartons, Umzugsgut oder Lieferungen. Anders als andere Schaben braucht sie keine feuchten Bereiche und kann deshalb auch in gepflegten, trockenen Wohnungen überleben. Mit Sauberkeit allein lässt sich ein Befall weder erklären noch verhindern.
Wie lange dauert die Bekämpfung?
Rechnen Sie mit vier bis acht Wochen. Die Köder töten die laufenden Tiere binnen weniger Tage, doch aus den festgeklebten Eipaketen schlüpfen über Wochen neue Nymphen nach. Deshalb gehören eine zweite Behandlung nach zwei bis vier Wochen und eine Kontrolle mit Klebefallen dazu.