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Harmlos oder ernst

Wegameise oder Rossameise?

Unter dem Dachbalken liegt ein kleiner Haufen heller Späne, und daneben laufen Ameisen.

Warum die Unterscheidung zählt

Wegameisen laufen über Fußleisten und Balken, ohne dort zu nisten — erst der Späne-Haufen trennt die Laufstraße vom Nest im Bauteil. Die Rossameise nagt Nestkammern in feuchtes verbautes Holz und höhlt Sparren und Balkenköpfe von innen aus, während die Oberfläche unversehrt bleibt. Wer sie für eine Wegameise hält, stellt einen Köder auf und übersieht Feuchteschaden und schwindenden tragenden Querschnitt.

Braune Wegameise Feuchtezeiger — nutzt vorhandene Schäden
Braunschwarze Rossameise nagt in tragendes Holz — Querschnitt schwindet

Woran Sie die beiden auseinanderhalten

Merkmal Braune Wegameise Braunschwarze Rossameise
Größe Arbeiterinnen 2,5–4 mm, untereinander etwa gleich groß; Königin 6–8 mm Arbeiterinnen 6–14 mm, kleine und sehr große im selben Nest; Königin 16–18 mm
Färbung zweifarbig, matt: Kopf und Hinterleib dunkelbraun, Brust und Beine hell gelb- bis rotbraun zweifarbig, glänzend: Kopf und Hinterleibsende schwarz, Mittelkörper und Beine rotbraun
Typischer Ort Fensterlaibung, Fußleiste, Dämmstoff, Rollladenkasten, Verteilerdose Sparren und Pfetten, Balkenköpfe im Mauerwerk, Schwellen, Hartschaumdämmung
Was unter dem Bauteil liegt feiner Holzmulm und herausgetragene Dämmwollflocken, nur wenig grobes, faseriges Spanmaterial mit Insektenresten, als Kegel unter der Öffnung
Wo das Material austritt aus vorhandenen Fugen, Ritzen und Steckdosen — keine eigene Öffnung aus schlitzförmigen Auswurföffnungen, die die Tiere selbst ins Holz nagen
Geräusch keines — Stille schließt ein Rossameisennest aber nicht aus nachts leises, unregelmäßiges Rascheln; kleine Nester bleiben still — rhythmisches Schaben eher Holzkäferlarven
Was hilft Feuchtequelle beheben, Fraßköder an die Laufstraße. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. Nest orten, befallenen Holzabschnitt austauschen, Ursache trockenlegen, tragenden Querschnitt fachlich beurteilen lassen

Der Test, der Klarheit schafft

Ungeflügelte Arbeiterinnen messen: auch Wegameisen-Königinnen haben 6–8 mm, Schwarmflug Juni–August am Fenster. Späne wegwischen, datiertes Papier unterlegen: kommen in 2–4 warmen Wochen Fasern nach, ist das Nest aktiv; leeres Papier entlastet nicht, sie räumen schubweise aus. Waldameisen draußen: § 44 BNatSchG besonders geschützt, an Tier und Nest nichts tun, bestimmen lassen.

So gehen Sie weiter vor

Gut zu wissen

Jedes Zimmer hat seine typischen Untermieter — ein Blick ins Haus zeigt, wo Sie zuerst nachsehen sollten.

Welcher Schädling taucht in welchem Raum auf?

Ameisen folgen Futterspuren in die Küche, Silberfische lieben das feuchte Bad, Kleidermotten sitzen im Schrank und Mäuse ziehen in Keller und Vorratsräume. Der Fundort ist oft der beste Hinweis auf die Art.

Muss ich einen Schädlingsbefall melden?

Bei Gesundheitsschädlingen wie Ratten schreiben viele Gemeinden per Satzung eine Anzeige vor; eine bundesweite Meldepflicht für Privatpersonen gibt es nicht. In der Mietwohnung müssen Sie den Befall dem Vermieter unverzüglich anzeigen (§ 536c BGB) — sonst riskieren Sie Schadensersatz und den Verlust Ihrer Minderungsrechte. Details dazu finden Sie in unseren Ratgebern.

Wann reicht Selbsthilfe, wann brauche ich den Profi?

Einzelne Tiere und ein früher Befall lassen sich oft selbst stoppen. Bei Bettwanzen, Schaben und Ratten ist der Schädlingsbekämpfer meist die schnellere und am Ende günstigere Lösung — unsere Lexikon-Einträge geben je Art eine klare Empfehlung.

Welche Tiere darf ich gar nicht bekämpfen?

Hornissen, Wildbienen, Hummeln und einige weitere Arten stehen unter besonderem Schutz (§ 44 BNatSchG). Nester dürfen nur mit Genehmigung umgesiedelt werden — wir zeigen, an wen Sie sich wenden.

Helfen Ultraschallstecker und Hausmittel wirklich?

Vieles davon ist wirkungslos. Unser Hausmittel-Check sortiert ehrlich: Was funktioniert, was ist Geldverschwendung?

Illustration: Haus im Querschnitt mit typischen Schädlingsverstecken — vom Dachboden über Küche, Bad und Kleiderschrank bis in den Keller.