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Materialschädling

Braunschwarze Rossameise

Wer im Dachgeschoss eine über einen Zentimeter lange, schwarz-rotbraune Ameise antrifft, hat es fast immer mit der Braunschwarzen Rossameise zu tun. Sie ist die größte heimische Ameisenart und eine der wenigen, die Nestkammern in tragendes Bauholz und in Dämmstoffe nagen. Gefressen wird das Holz nicht, ausgehöhlt aber sehr wohl.

Braunschwarze Rossameise erkennen

Arbeiterinnen messen 6 bis 14 mm, Königinnen 16 bis 18 mm. Auffällig ist die Spannbreite: Kleine und sehr große Arbeiterinnen laufen im selben Nest nebeneinander. Der Körper glänzt, Kopf und Hinterleibsende sind schwarz, Mittelkörper, Beine und der vordere Teil des Hinterleibs rotbraun.

  • Deutlich größer als jede Wegameise – allein die Körperlänge grenzt die Art weitgehend ein
  • Grobes, spanförmiges Bohrmehl mit Insektenresten unter Balken, Fußleisten oder Verkleidungen
  • Nachts ein leises, gleichmäßiges Raspeln im Holz, wenn eine große Kolonie aktiv ist
  • Zwischen Mai und Juni geflügelte Geschlechtstiere an Fensterscheiben, die Königinnen wirken fast wespengroß

Wichtig: Einheitlich tiefschwarze, lackartig glänzende Tiere von 4 bis 6 mm mit herzförmig ausgerandetem Hinterkopf sind die Glänzendschwarze Holzameise. Sie baut Kartonnester aus zerkautem Holz und Pilzgeflecht statt glatter Kammern im Balken. Die Bestimmung entscheidet darüber, was als Nächstes zu tun ist.

Lebensweise

Eine Kolonie hat meist nur eine Königin und wächst langsam. Bis die ersten geflügelten Geschlechtstiere schwärmen, vergehen mehrere Jahre; ein Volk kann viele Jahre bestehen und mehrere tausend Tiere umfassen. Das Stammnest liegt fast immer im Freien: in Baumstümpfen, Totholz oder unter Steinen an sonnigen, trockenen Waldrändern und Böschungen.

Von dort legt die Kolonie Zweignester an, und eines davon kann im Gebäude liegen. Die Tiere legen dabei weite Wege zu ihren Nahrungsquellen zurück und halten feste Straßen ein, oft entlang von Leitungen, Kabeln oder Fassadenkanten. Gefressen werden Honigtau von Blattläusen, Pflanzensäfte und Insekten. Holz steht nicht auf dem Speiseplan: Anders als Termiten können Rossameisen Zellulose nicht verdauen.

Schäden und Risiken

Genagt wird bevorzugt in feuchtem, bereits pilzgeschädigtem Weichholz. Die Ameisen räumen die weichen Frühholzschichten der Jahrringe aus und lassen die harten Spätholzlagen stehen. Es entsteht eine glattwandige, geschichtete Kammerung im Inneren, während die Oberfläche unversehrt aussieht. Der tragende Querschnitt nimmt ab, ohne dass man es von außen bemerkt.

Betroffen sind Sparren und Pfetten, Balkenköpfe im Mauerwerk, Schwellen, Fensterrahmen und Holzterrassen. Auch Dämmplatten aus Polystyrol werden für Kammern und Laufgänge ausgehöhlt. Der Schaden entsteht über Jahre, nicht über Nacht – dafür an genau den Stellen, an die niemand schaut. Anders als beim Hausbock stammt der Fraß nicht von Larven im Holz, sondern von den Bauarbeiten einer aktiven Kolonie.

Gesundheitlich sind Rossameisen harmlos. Sie stechen nicht und übertragen keine Krankheiten, können mit den kräftigen Kiefern aber zwicken und Ameisensäure in die Bisswunde spritzen.

Vorbeugen

  • Holzfeuchte konsequent im Griff behalten: undichte Dachrinnen, offene Anschlussfugen und Spritzwasserzonen sind die eigentliche Eintrittskarte
  • Balkenköpfe und Auflager belüftet halten, durchnässtes Holz austauschen statt überstreichen
  • Baumstümpfe, Brennholzstapel und alte Schwellen nicht direkt an die Hauswand setzen
  • Äste zurückschneiden, die Dach oder Fassade berühren – sie sind bequeme Brücken ins Gebäude
  • Spalten an Traufkasten, Ortgang und Fensteranschlüssen dauerhaft schließen

Bekämpfen

Alles hängt an einer Frage: Wo sitzt das Nest? Solange sie unbeantwortet ist, treffen alle Mittel nur die Laufwege, und die Kolonie versorgt sich weiter. Verfolgen Sie die Ameisenstraße in der Dämmerung mit gedämpftem Licht, am besten von der Nahrungsquelle rückwärts zum Einschlupf. Ein Zweignest im Haus verrät sich oft durch den Bohrmehlkegel und die Klopfprobe: Hohl klingende Abschnitte im Balken sind verdächtig.

Ist das Nest gefunden, hilft in vielen Fällen der Austausch des befallenen Holzabschnitts zusammen mit der Trockenlegung der Ursache. Fraßköder gegen Ameisen werden angenommen, wirken aber nur, wenn sie direkt auf der aktiven Straße liegen und über Wochen nicht bewegt werden. Sprays auf Laufwegen bringen wenig, außer dass die Tiere ausweichen. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Tipp: Wischen Sie das Bohrmehl restlos weg und legen Sie ein datiertes Blatt Papier darunter. Liegt nach einer Woche wieder Material darauf, ist das Nest aktiv. Das ist die einfachste Art, alten von frischem Befall zu unterscheiden, und sie kostet nichts.

Wann zum Profi?

Bei Verdacht auf ein Nest in tragenden Bauteilen gehört die Sache in fachliche Hände. Ein Sachverständiger für Holzschutz beurteilt, wie weit der Querschnitt geschwächt ist; ein Schädlingsbekämpfer arbeitet mit Bohrlochbehandlung und Ködersystemen an Stellen, die von außen nicht erreichbar sind. Rufen Sie ihn auch dann, wenn Sie zwar Tiere, aber kein Nest finden, wenn das Bohrmehl nach dem Entfernen immer wiederkehrt oder wenn sich der Befall über mehrere Geschosse verteilt. Wer nur die sichtbaren Ameisen bekämpft, verschiebt das Problem um ein Jahr. Zur Abgrenzung gegenüber anderen Arten hilft die Übersicht zu Ameisen.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Woran erkenne ich, ob die Rossameisen wirklich im Holz sitzen und nicht nur durchlaufen?

Suchen Sie nach grobem, spanförmigem Bohrmehl, in dem oft Insektenreste stecken. Es rieselt aus Fugen, hinter Fußleisten oder unter Balken hervor. Wischen Sie es restlos weg: Kommt innerhalb weniger Tage neues nach, ist ein Nest aktiv.

Fressen Rossameisen das Holz wie Termiten auf?

Nein. Sie können Zellulose nicht verdauen und nagen das Holz nur heraus, um Kammern und Gänge anzulegen. Die Späne werden aus dem Bauteil hinaustransportiert. Der tragende Querschnitt nimmt dabei trotzdem ab, deshalb ist der Schaden bauphysikalisch relevant.

Reicht es, das Nest im Garten zu zerstören?

Nur dann, wenn dort tatsächlich das Hauptnest sitzt. Kolonien legen Zweignester an, und eines davon kann im Gebäude liegen und dort selbstständig weiterbestehen. Beobachten Sie die Laufstraßen in der Dämmerung, um die Verbindung zwischen Garten und Haus zu klären.

Wie schnell wird ein Balken ernsthaft geschädigt?

Das zieht sich über Jahre hin. Ein Volk braucht mehrere Jahre bis zur vollen Größe, und erst danach entstehen größere Hohlräume. Entdeckt wird der Befall meist spät, weil die Holzoberfläche völlig unversehrt bleibt.