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Harmlos oder ernst

Holzwurm oder Hausbock?

Wer bohrt die Löcher in meine Balken, Dielen und Möbel?

Warum die Unterscheidung zählt

Wer einen Hausbockbefall für Holzwurm hält, wartet ab — und verliert Jahr für Jahr tragende Holzsubstanz, bis der Dachstuhl unter Schneelast versagen kann. Umgekehrt wird für den Holzwurm saniert, wo im dauerhaft beheizten Wohnraum der Befall ohnehin von selbst erlischt.

Gemeiner Nagekäfer (Holzwurm) Materialschaden, oft erloschen
Hausbock gefährdet die Tragfähigkeit

Woran Sie die beiden auseinanderhalten

Merkmal Gemeiner Nagekäfer (Holzwurm) Hausbock
Ausfluglöcher rund, 1–2 mm, scharfrandig oval, 5–10 mm, ausgefranst
Bohrmehl körnig-sandig, zitronenförmige Kotpartikel kreidefein, walzenförmige Kotpartikel
Befallenes Holz Splintholz von Laub- und Nadelholz nur Splintholz von Nadelholz
Holzfeuchte braucht rund 12 Prozent, unter 10 Prozent erlischt er entwickelt sich in trockenem, verbautem Holz
Typischer Ort Keller, unbeheizte Räume, Möbel, Dielen, Parkett sommerwarme Dachstühle: Sparren, Pfetten, Balken
Käfer und Larve Käfer 2,5–5 mm, Larve bis 6 mm Käfer 8–25 mm, Larve bis 30 mm
Bedeutung Wertverlust an Möbeln und Parkett, langsamer Fraß ausgehöhlte tragende Bauteile, Statik in Gefahr

Der Test, der Klarheit schafft

Messen Sie ein frisches Loch aus und sehen Sie sich das Bohrmehl an: rund und 1–2 mm mit körnigem Mehl heißt Holzwurm, oval und über 5 mm mit kreidefeinem Mehl heißt Hausbock. Saugen Sie das Mehl danach restlos ab — rieselt bis zum Spätsommer neues, helles Mehl nach, ist der Befall aktiv.

So gehen Sie weiter vor

Gut zu wissen

Jedes Zimmer hat seine typischen Untermieter — ein Blick ins Haus zeigt, wo Sie zuerst nachsehen sollten.

Welcher Schädling taucht in welchem Raum auf?

Ameisen folgen Futterspuren in die Küche, Silberfische lieben das feuchte Bad, Kleidermotten sitzen im Schrank und Mäuse ziehen in Keller und Vorratsräume. Der Fundort ist oft der beste Hinweis auf die Art.

Muss ich einen Schädlingsbefall melden?

Bei Gesundheitsschädlingen wie Ratten besteht in vielen Gemeinden eine Meldepflicht; in Mietwohnungen sollten Sie den Vermieter immer umgehend informieren. Details dazu finden Sie in unseren Ratgebern.

Wann reicht Selbsthilfe, wann brauche ich den Profi?

Einzelne Tiere und ein früher Befall lassen sich oft selbst stoppen. Bei Bettwanzen, Schaben und Ratten ist der Schädlingsbekämpfer meist die schnellere und am Ende günstigere Lösung — unsere Lexikon-Einträge geben je Art eine klare Empfehlung.

Welche Tiere darf ich gar nicht bekämpfen?

Hornissen, Wildbienen, Hummeln und einige weitere Arten stehen unter besonderem Schutz (§ 44 BNatSchG). Nester dürfen nur mit Genehmigung umgesiedelt werden — wir zeigen, an wen Sie sich wenden.

Helfen Ultraschallstecker und Hausmittel wirklich?

Vieles davon ist wirkungslos. Unser Hausmittel-Check sortiert ehrlich: Was funktioniert, was ist Geldverschwendung?

Illustration: Haus im Querschnitt mit typischen Schädlingsverstecken — vom Dachboden über Küche, Bad und Kleiderschrank bis in den Keller.