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Landkreis in Niedersachsen

Schädlinge im Landkreis Gifhorn erkennen und selbst bekämpfen

Heide, Moore und Wälder wechseln sich im Landkreis Gifhorn mit Ackerflächen ab. Waschbären haben sich fest etabliert und bedienen sich an Mülltonnen und Obstgärten. In den Dörfern nisten Wespen in Dachkästen, im Herbst drängen Mäuse aus den Feldern in die Häuser. An Aller und Ise sind zudem Bisamratten in den Uferböschungen aktiv.

Hausmittel im Praxischeck

Gängige Hausmittel und Selbsthilfemaßnahmen für die häufigsten Fälle im Landkreis Gifhorn, nach Schädling geordnet. Klappen Sie den passenden Bereich auf.

Wespen, Bienen und Hornissen 7 Mittel

Ohne Chemie

MittelWirkungWorauf es ankommt
Fliegengitter für Fenster und Türen Dicht montierte Fliegengitter an Fenstern und Türen halten Wespen, Hornissen und Bienen aus dem Raum; ein Nest im Bauteil erreichen sie nicht. Nistöffnungen erst nach Kontrolle auf Besatz schließen; eingesperrte Völker weichen durch Ritzen in die Wohnung aus.
Speisen abdecken, mit Deckel oder Strohhalm trinken Abgedeckte Gefäße schützen zuverlässig vor dem Stich im Mund; den Andrang nehmen erst aufgesammeltes Fallobst und Ablenkfütterung. Ein Stich im Mund- oder Rachenraum kann die Atemwege zuschwellen lassen: sofort Notruf 112.
Ablenkfütterung mit überreifen Weintrauben Legen Sie überreife Trauben im Spätsommer acht bis zehn Meter abseits aus — das entlastet den Tisch, dauerhaft zieht es aber zusätzliche Tiere an. Nicht anwenden, wenn Insektengiftallergiker im Haushalt leben oder Kinder im Garten spielen.
Elektronischer Stichheiler (Hitzestift) Die kurze Hitzeeinwirkung kann den Juckreiz lindern, hält aber kein Tier fern; kratzen Sie bei Bienenstichen zuerst den Stachel seitlich heraus. Bei Stich in Mund oder Rachen, Atemnot, Quaddeln oder Schwindel sofort den Notruf 112 wählen.

Häufig genannt

MittelWirkungWorauf es ankommt
Nest selbst behandeln: Spray, Rauch, Wasser oder Zukleben Spray, Rauch und ein zugeklebtes Flugloch erreichen die Brut nicht und machen das Volk aggressiv; halten Sie Abstand, das Volk stirbt im Herbst ab. Wespen sind nach § 39 BNatSchG geschützt, Hornissen und Wildbienen nach § 44; Entfernen nur mit Genehmigung.
Ultraschall, Kupfermünzen, Kaffeerauch, Nest-Attrappen Für keines dieser Mittel gibt es einen Beleg; es tragen abgedeckte Speisen, ruhiges Verhalten und von März bis Mai verschlossene Nistplätze. Wespen sind nach § 39 BNatSchG geschützt, die Europäische Hornisse nach § 44; besetzte Nester nur mit Genehmigung.
Wespenfalle mit Zuckerwasser, Saft oder Bier Der Süßköder lockt zusätzliche Wespen an und ertränkt Bienen und Schwebfliegen; wirksam sind abgedeckte Speisen und ruhiges Verhalten; eine Ablenkfütterung abseits entlastet den Tisch nur zeitweise. Beifang: Wildbienen, Hummeln und die Europäische Hornisse sind nach § 44 BNatSchG besonders geschützt.
Marder und Waschbär 6 Mittel

Ohne Chemie

MittelWirkungWorauf es ankommt
Einschlupfstellen mit Blech oder Lochgitter verschließen Der lückenlose Verschluss mit Blech oder Gitter trägt dauerhaft, aber erst, wenn das Quartier leer ist — vergrämen Sie zuvor mit Einwegklappe. Nicht während der Jungenaufzucht verschließen (Marder März–Juli, Waschbär April–August); § 39 BNatSchG.
Duftvergrämer am Einschlupf Marktübliche Duftpasten und -sprays verschaffen Ihnen wenige Tage bis Wochen Ruhe; nutzen Sie die Zeit, um den Einschlupf zu verschließen. Kein Verschluss während der Jungenaufzucht (März bis August): eingesperrte Jungtiere verenden; Fangen ist Jagdrecht.
Einwegklappe am letzten offenen Einschlupf Schließen Sie zuerst alle übrigen Öffnungen, lassen Sie das Tier hinaus und dichten Sie erst mit Blech ab, wenn das Quartier nachweislich leer ist. Nicht in der Jungenaufzucht (Marder März–Juli, Waschbär April–August); Fang und Tötung nur mit Jagdrecht.
Futterquellen entziehen, keine Fütterung Gesicherte Tonnen und kein Futter draußen halten Marder und Waschbär fern; ein bezogenes Quartier räumen sie erst nach Vergrämen und Verschluss. Nicht in der Jungenaufzucht verschließen (§ 39 BNatSchG); Waschbärlatrinen nur feucht und mit FFP3-Maske reinigen.

Häufig genannt

MittelWirkungWorauf es ankommt
Lebendfalle selbst aufstellen und das Tier aussetzen Der Fang steht dem Jagdausübungsberechtigten zu, und umgesetzte Tiere kehren zurück; es trägt nur Aussperren mit Einwegklappe und festem Verschluss. Nie zwischen März und August verschließen, ohne auf Jungtiere zu prüfen — sie verenden; Fang nur mit Jagderlaubnis.
Ultraschallgeräte, WC-Steine und Hundehaare Für keines der drei gibt es einen Wirknachweis, an Ton und Geruch gewöhnen sich Marder binnen Tagen; es trägt nur der lückenlose Verschluss am leeren Quartier. Kein Verschluss während der Jungenaufzucht (März bis August): eingesperrte Jungtiere verenden; Fangen ist Jagdrecht.
Mäuse und Wühlmäuse 3 Mittel

Ohne Chemie

MittelWirkungWorauf es ankommt
Falle im Gang (Schermaus) oder vor dem Loch (Feldmaus) Richtig gesetzt fängt die Falle zuverlässig: in den Schermausgang, bei der Feldmaus vor das Loch; täglich kontrollieren, Wurzeln mit Korb schützen. Art bestimmen: Eine Falle im Gang des geschützten Maulwurfs ist Nachstellen (§ 44 BNatSchG, § 4 TierSchG).
Wurzelschutzkorb und Drahtmanschette Setzen Sie Jungbäume in Pflanzkörbe aus verzinktem Draht (Schermaus 13 bis 16 mm) und legen Sie eine engmaschige, 30 cm hohe Manschette um den Stamm. Nach starkem Schneefall kontrollieren: Über der Schneedecke erreichen die Tiere die Rinde oberhalb der Manschette.

Häufig genannt

MittelWirkungWorauf es ankommt
Ultraschallstecker und Vibrationsstäbe Nagetiere gewöhnen sich binnen Tagen an Ton und Vibration; verlassen Sie sich auf Schlagfallen, Öffnungen ab 6 mm schließen und Nahrungsentzug. Bestimmen Sie die Art: Maulwurf, Spitz- und Haselmaus sind nach § 44 BNatSchG geschützt, Leimfallen tierschutzwidrig.
Wildtiere am Grundstück 2 Mittel

Ohne Chemie

MittelWirkungWorauf es ankommt
Uferböschung und Teichdamm gegen Grabgänge sichern Ein eingelegtes verzinktes Geflecht und eine Steinschüttung bis unter die Wasserlinie verhindern Grabgänge auf der gesicherten Strecke; Schäden am Deich melden Sie dem Wasser- oder Deichverband. Röhren nie ohne Artabklärung verschließen — Biber und Fischotter sind streng geschützt (§ 44 BNatSchG). Eingriffe am Gewässer vorher mit der Wasserbehörde abstimmen (§ 36 WHG), im Röhricht nur von Oktober bis Februar arbeiten.

Häufig genannt

MittelWirkungWorauf es ankommt
Wildtiere selbst fangen und umsetzen Bei Fuchs, Marderhund und Wildkaninchen ist der Fang Jagdausübung und steht Ihnen nicht zu; der frei gewordene Platz wird rasch nachbesetzt, es tragen Zaun, Untergrabschutz und Futterentzug. Wildkaninchen dürfen nicht ausgesetzt werden (§ 28 BJagdG), Marderhund und Bisamratte weder gehalten noch weitergegeben (VO (EU) 1143/2014); beim Bisam fangen die Fänger der Wasser- und Deichverbände.

Zum ausführlichen Hausmittel-Ratgeber

Diese Übersicht ist eine erste Orientierung und ersetzt keine fachliche Begutachtung vor Ort. Wenn Sie sich bei der Art nicht sicher sind, der Befall zurückkommt oder Vorräte, Bausubstanz und Gesundheit betroffen sind, ist ein Schädlingsbekämpfer der richtige Ansprechpartner.

Ratgeber zur Selbsthilfe

So gehen Sie vor

  1. Schädling bestimmen

    Erst sicher erkennen, dann handeln: Unsere Bestimmungshilfe und das Lexikon mit über 210 Arten führen Sie zum richtigen Tier.

  2. Selbst aktiv werden

    Die meisten Fälle lassen sich ohne Fachfirma lösen — mit Hygiene, Fallen und den Schritt-für-Schritt-Anleitungen aus unserem Ratgeber.

  3. Grenzen kennen

    Bei geschützten Arten, großem Befall oder Gesundheitsrisiko gehört der Fall in Profihände. Dasselbe gilt, wenn Sie unsicher sind, welche Art Sie vor sich haben, wenn Ursache oder Ausmaß des Befalls unklar bleiben oder wenn nach zwei bis drei Wochen Selbsthilfe nichts besser wird: Eine Einschätzung vor Ort kostet weniger Zeit als ein zweiter Fehlversuch. Was ein seriöser Betrieb macht und kostet, zeigt der Ratgeber zur professionellen Schädlingsbekämpfung.

Landkreis Gifhorn: Städte und Gemeinden

Die Hinweise auf dieser Seite gelten für das gesamte Kreisgebiet — von Adenbüttel bis Wittingen. Orte mit eigener Seite sind verlinkt.

  • Adenbüttel
  • Barwedel
  • Bergfeld
  • Bokensdorf
  • Brome
  • Calberlah
  • Dedelstorf
  • Didderse
  • Ehra-Lessien
  • Giebel
  • Gifhorn
  • Groß Oesingen
  • Hankensbüttel
  • Hillerse
  • Isenbüttel
  • Jembke
  • Leiferde
  • Meine
  • Meinersen
  • Müden (Aller)
  • Obernholz
  • Osloß
  • Parsau
  • Ribbesbüttel
  • Rötgesbüttel
  • Rühen
  • Sassenburg
  • Schwülper
  • Schönewörde
  • Sprakensehl
  • Steinhorst
  • Tappenbeck
  • Tiddische
  • Tülau
  • Ummern
  • Vordorf
  • Wagenhoff
  • Wahrenholz
  • Wasbüttel
  • Wesendorf
  • Weyhausen
  • Wittingen

Weitere Orte in Niedersachsen

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Gut zu wissen

Jedes Zimmer hat seine typischen Untermieter — ein Blick ins Haus zeigt, wo Sie zuerst nachsehen sollten.

Welcher Schädling taucht in welchem Raum auf?

Ameisen folgen Futterspuren in die Küche, Silberfische lieben das feuchte Bad, Kleidermotten sitzen im Schrank und Mäuse ziehen in Keller und Vorratsräume. Der Fundort ist oft der beste Hinweis auf die Art.

Muss ich einen Schädlingsbefall melden?

Bei Gesundheitsschädlingen wie Ratten schreiben viele Gemeinden per Satzung eine Anzeige vor; eine bundesweite Meldepflicht für Privatpersonen gibt es nicht. In der Mietwohnung müssen Sie den Befall dem Vermieter unverzüglich anzeigen (§ 536c BGB) — sonst riskieren Sie Schadensersatz und den Verlust Ihrer Minderungsrechte. Details dazu finden Sie in unseren Ratgebern.

Wann reicht Selbsthilfe, wann brauche ich den Profi?

Einzelne Tiere und ein früher Befall lassen sich oft selbst stoppen. Bei Bettwanzen, Schaben und Ratten ist der Schädlingsbekämpfer meist die schnellere und am Ende günstigere Lösung — unsere Lexikon-Einträge geben je Art eine klare Empfehlung.

Welche Tiere darf ich gar nicht bekämpfen?

Hornissen, Wildbienen, Hummeln und einige weitere Arten stehen unter besonderem Schutz (§ 44 BNatSchG). Nester dürfen nur mit Genehmigung umgesiedelt werden — wir zeigen, an wen Sie sich wenden.

Helfen Ultraschallstecker und Hausmittel wirklich?

Vieles davon ist wirkungslos. Unser Hausmittel-Check sortiert ehrlich: Was funktioniert, was ist Geldverschwendung?

Illustration: Haus im Querschnitt mit typischen Schädlingsverstecken — vom Dachboden über Küche, Bad und Kleiderschrank bis in den Keller.