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Gesundheit

Waschbär oder Marder?

Nachts poltert es über der Decke, und auf dem Dachboden liegt ein Haufen Kot — darf ich den einfach wegfegen?

Warum die Unterscheidung zählt

Beide sind nachtaktiv, beurteilt wird nach dem Lärm — und der trennt nicht. Entscheidend ist der Kot: Der Waschbär legt Latrinen an, Kothaufen an derselben Stelle, in denen Eier des Waschbärspulwurms stecken. Frisch sind sie harmlos, nach zwei bis vier Wochen infektiös, und das jahrelang. Aufgenommen werden sie über den Mund; Erkrankungen sind sehr selten, aber schwer — Organ- und Augenschäden. Deshalb an der Latrine nichts trocken aufwirbeln, Kinder fernhalten.

Waschbär Latrine mit Spulwurmeiern — Jagdrecht, Unionsliste
Steinmarder Materialschaden — Haarwild, Fang nur mit Jagdrecht

Woran Sie die beiden auseinanderhalten

Merkmal Waschbär Steinmarder
Geräusch — trennt nicht Poltern, Rumpeln, Schleifen, meist 22 bis 4 Uhr Trippeln, Rollen, Poltern, Kratzen, Fauchen, meist 22 bis 4 Uhr — auch das kleine Tier klingt groß
Kot 5–18 cm lang, gut 2 cm dick, walzenförmig mit stumpfen Enden; als Latrine an derselben Stelle angehäuft 8–10 cm lang, nur etwa 1 cm dick, gedreht, ein Ende zugespitzt; wiederkehrende Plätze, gern erhöht auf Balken
Spuren im Freien Schwere Mülltonne mit abgehebeltem Deckel, fünffingrige handartige Schmutzabdrücke an Tonne, Fallrohr, Fensterbank Angebissene Zündkabel und Dämmmatten im Motorraum; Komposter und Futterstelle plündern beide Arten
Gestalt — nur bei Sichtung oder Wildkamera prüfbar Plump und bärenartig, schwarze Gesichtsmaske, geringelter buschiger Schwanz, etwa dachsgroß, 4–9 kg Langgestreckt und schlank, kurze Beine, weißer gegabelter Kehlfleck, etwa hauskatzenlang, 1,1–2,3 kg
Einschlupf Braucht mindestens etwa 10–12 cm — an kleineren Öffnungen ausgeschlossen Kommt schon durch etwa 5 cm, faustgroß — eine große Öffnung beweist also nichts
Rechtslage Dem Jagdrecht der Länder unterstellt; Unionsliste nach EU-Verordnung 1143/2014 — Halten, Transport und Freisetzen verboten Haarwild nach § 2 Abs. 1 Nr. 1 BJagdG mit Schonzeit — Fang nur durch den Jagdausübungsberechtigten, aussperren dürfen Sie selbst
Umgang mit dem Kot FFP3-Maske und Einweghandschuhe, anfeuchten, feucht aufnehmen, doppelt verpackt in den Restmüll; danach Hände waschen, Kleidung heiß waschen Anfeuchten, Handschuhe, einfacher Staubschutz; Nistmaterial und Dämmung mit entfernen — dort sitzen die Flöhe

Der Test, der Klarheit schafft

Streuen Sie dünn Mehl quer über die Laufspur und sehen Sie am Morgen nach: Der Waschbär hinterlässt handartige Abdrücke mit fünf gespreizten Zehen, vorn 5 bis 6, hinten 6 bis 9 Zentimeter, der Steinmarder deutlich kleinere von 3 bis 4,5 Zentimetern. Bis die Art feststeht, bleibt jeder Kothaufen unberührt.

So gehen Sie weiter vor

Gut zu wissen

Jedes Zimmer hat seine typischen Untermieter — ein Blick ins Haus zeigt, wo Sie zuerst nachsehen sollten.

Welcher Schädling taucht in welchem Raum auf?

Ameisen folgen Futterspuren in die Küche, Silberfische lieben das feuchte Bad, Kleidermotten sitzen im Schrank und Mäuse ziehen in Keller und Vorratsräume. Der Fundort ist oft der beste Hinweis auf die Art.

Muss ich einen Schädlingsbefall melden?

Bei Gesundheitsschädlingen wie Ratten schreiben viele Gemeinden per Satzung eine Anzeige vor; eine bundesweite Meldepflicht für Privatpersonen gibt es nicht. In der Mietwohnung müssen Sie den Befall dem Vermieter unverzüglich anzeigen (§ 536c BGB) — sonst riskieren Sie Schadensersatz und den Verlust Ihrer Minderungsrechte. Details dazu finden Sie in unseren Ratgebern.

Wann reicht Selbsthilfe, wann brauche ich den Profi?

Einzelne Tiere und ein früher Befall lassen sich oft selbst stoppen. Bei Bettwanzen, Schaben und Ratten ist der Schädlingsbekämpfer meist die schnellere und am Ende günstigere Lösung — unsere Lexikon-Einträge geben je Art eine klare Empfehlung.

Welche Tiere darf ich gar nicht bekämpfen?

Hornissen, Wildbienen, Hummeln und einige weitere Arten stehen unter besonderem Schutz (§ 44 BNatSchG). Nester dürfen nur mit Genehmigung umgesiedelt werden — wir zeigen, an wen Sie sich wenden.

Helfen Ultraschallstecker und Hausmittel wirklich?

Vieles davon ist wirkungslos. Unser Hausmittel-Check sortiert ehrlich: Was funktioniert, was ist Geldverschwendung?

Illustration: Haus im Querschnitt mit typischen Schädlingsverstecken — vom Dachboden über Küche, Bad und Kleiderschrank bis in den Keller.