Zum Inhalt springen
Landkreis in Rheinland-Pfalz

Schädlinge im Rhein-Pfalz-Kreis erkennen und selbst bekämpfen

Der Kreis umschließt Ludwigshafen mit Gemüseanbau, Rheinauen und Wohngemeinden. Als Teil des Oberrheingrabens ist er sehr warm — die Asiatische Tigermücke ist in mehreren Ortschaften nachgewiesen und nutzt Regentonnen, Gullys und Blumenuntersetzer als Brutplatz. Aus den Auen kommen zusätzlich heimische Stechmücken. Gemüsebau und Lagerhallen bringen Nagerdruck, Biotonnen im Sommer Fliegen und Fruchtfliegen.

Hausmittel im Praxischeck

Gängige Hausmittel und Selbsthilfemaßnahmen für die häufigsten Fälle im Rhein-Pfalz-Kreis, nach Schädling geordnet. Klappen Sie den passenden Bereich auf.

Stechmücken 5 Mittel

Ohne Chemie

MittelWirkungWorauf es ankommt
Fliegengitter am Fenster und Moskitonetz über dem Bett Gitter und Moskitonetz halten Stechmücken zuverlässig aus dem Raum, draußen nicht; beseitigen Sie zusätzlich stehendes Wasser und setzen Bti ein. Bti ist ein Biozidprodukt: vorsichtig verwenden, vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Stehendes Wasser wöchentlich leeren und ausbürsten Der Rundgang senkt den Stichdruck stärker als jedes Spray; bürsten Sie aus, weil Aedes-Eier über der Wasserlinie kleben, und nutzen Sie sonst Bti. Bti: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Mit Mitteln aus dem Handel

MittelWirkungWorauf es ankommt
Bti-Tabletten in Regentonne, Zisterne und Wasserbehältern auf dem Grundstück Bti ist ein Bakterienpräparat, das gezielt Mückenlarven abtötet; für Warmblüter und Bienen gilt das Risiko als gering, im Wasser können aber auch andere Zweiflüglerlarven betroffen sein. Nach Wasservolumen dosieren und alle zwei bis vier Wochen nachlegen. Ob ein Produkt auch in Gullys und Regenwasserschächten eingesetzt werden darf, steht in seiner Gebrauchsanweisung; Straßenabläufe im öffentlichen Raum behandelt die Kommune. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Repellent mit DEET oder Icaridin auf der Haut Lückenlos aufgetragen schützen DEET und Icaridin einige Stunden vor Stechmücken; gegen Kriebelmücken und Gnitzen hält der Schutz kürzer, hier hilft zusätzlich lange, dicht gewebte Kleidung. Den Stichdruck senken dauerhaft nur Brutstättensuche und Bti. Nicht bei Säuglingen und Kleinkindern anwenden — Altersgrenze sowie die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit stehen auf dem Etikett. Nicht auf verletzte Haut, Augen und Schleimhäute, nicht auf Haustiere auftragen; DEET greift Kunststoff, Lack und Brillengestelle an. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Häufig genannt

MittelWirkungWorauf es ankommt
Ultraschallstecker, Mücken-Apps und Ultraschall-Armbänder Für den Vertreibungseffekt gibt es in keiner Bauform einen Beleg — wirksam sind Brutstättensuche, Fliegengitter und Bti. Bti ist ein Biozidprodukt: vorsichtig verwenden, vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Ratten 7 Mittel

Ohne Chemie

MittelWirkungWorauf es ankommt
Zugänge ab 2 cm mit Lochblech oder Gewebe schließen Schließen Sie Öffnungen ab zwei Zentimetern mit Lochblech oder Mörtel statt Bauschaum; einen laufenden Befall beenden Fallen und Nahrungsentzug. Prüfen Sie vor dem Verschließen von Traufspalten und Lüftungen auf Fledermäuse und Nester (§ 39, § 44 BNatSchG).
Futter und Deckung entziehen (Kompost, Fallobst, Tierfutter) Ohne Futterentzug wirken Fallen und Köder nicht dauerhaft, einen Befall lösen Sie damit aber nicht: dazu Öffnungen schließen und Fallen setzen. Handschuhe tragen, Kot anfeuchten statt fegen; Ratten sind Gesundheitsschädlinge im Sinne von § 2 Nr. 12 IfSG.
Rattenschlagfalle in der Köderbox, vorher angefüttert Die Falle nimmt einzelne Tiere ab; dauerhaft wirkt sie nur mit Futterentzug und verschlossenen Öffnungen. Hält der Befall länger als zwei bis drei Wochen an, gehört er in Fachhand. Nur in Köderboxen einsetzen (Igel und Vögel, § 44 BNatSchG), täglich kontrollieren; je nach kommunaler Satzung ist ein Rattenbefall anzuzeigen.

Mit Mitteln aus dem Handel

MittelWirkungWorauf es ankommt
Rattengift-Köder in manipulationssicherer Station Sie dürfen ihn nur im Gebäude auslegen, er wirkt erst nach ein bis zwei Wochen, und vergiftete Ratten gefährden draußen Katzen, Igel und Greifvögel. Niemals offen auslegen und nur bei festgestelltem Befall, vorbeugendes Ködern ist unzulässig. Stationen regelmäßig kontrollieren, tote Tiere mit Handschuhen einsammeln und im Hausmüll entsorgen, Restköder nach Ende der Bekämpfung wieder entfernen. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Häufig genannt

MittelWirkungWorauf es ankommt
Gips-, Mehl- oder Backpulver-Köder Gips und Backpulver töten Ratten nicht; wirksam sind Futterentzug, Öffnungen ab 20 mm verschließen und bei anhaltendem Befall der Fachbetrieb. Selbstmischungen, die Tiere über Stunden verenden lassen, sind nach § 4 Abs. 1 Tierschutzgesetz unzulässig.
Lebendfalle für Ratten (Kastenfalle) Ratten meiden neue Fallen tagelang, und ein freigelassenes Tier kehrt über mehrere hundert Meter zurück; wirksam sind Schlagfalle und Futterentzug. Ratten sind Gesundheitsschädlinge im Sinne von § 2 Nr. 12 IfSG, nicht aussetzen; das Töten verlangt Sachkunde (§ 4 Abs. 1 TierSchG).
Ultraschallstecker und Duftsteine Ratten gewöhnen sich binnen Tagen an Ton und Duft; es tragen nur Futterentzug, Öffnungen ab 2 cm verschließen und Schlagfallen. Gesundheitsschädlinge im Sinne von § 2 Nr. 12 IfSG; vielerorts per kommunaler Satzung anzeigepflichtig. Rodentizide für Laien nur in Gebäuden, in Köderstationen.
Ameisen und Fliegen 3 Mittel

Ohne Chemie

MittelWirkungWorauf es ankommt
Essig-Spülmittel-Falle gegen Fruchtfliegen Das Glas mit Apfelessig und einem Tropfen Spülmittel fängt Frucht- und Essigfliegen zuverlässig, wenn Sie dabei Obst, Leergut und Biomüll entsorgen.
Leimbänder und Klebefallen gegen Fliegen Nah am Fenster fangen sie die fliegenden Tiere zuverlässig und eignen sich zur Erfolgskontrolle; Eier und Maden in der Brutstätte bleiben unberührt. Klebestreifen für Zimmerpflanzen bringen gegen Fruchtfliegen nichts.

Häufig genannt

MittelWirkungWorauf es ankommt
Wasserbeutel, CDs und Ultraschall gegen Fliegen Für alle drei fehlt der Wirknachweis; tragfähig sind Fliegengitter und das Beseitigen der Brutstätte, oft ein Tierkadaver in der Zwischendecke.

Zum ausführlichen Hausmittel-Ratgeber

Diese Übersicht ist eine erste Orientierung und ersetzt keine fachliche Begutachtung vor Ort. Wenn Sie sich bei der Art nicht sicher sind, der Befall zurückkommt oder Vorräte, Bausubstanz und Gesundheit betroffen sind, ist ein Schädlingsbekämpfer der richtige Ansprechpartner.

Ratgeber zur Selbsthilfe

So gehen Sie vor

  1. Schädling bestimmen

    Erst sicher erkennen, dann handeln: Unsere Bestimmungshilfe und das Lexikon mit über 210 Arten führen Sie zum richtigen Tier.

  2. Selbst aktiv werden

    Die meisten Fälle lassen sich ohne Fachfirma lösen — mit Hygiene, Fallen und den Schritt-für-Schritt-Anleitungen aus unserem Ratgeber.

  3. Grenzen kennen

    Bei geschützten Arten, großem Befall oder Gesundheitsrisiko gehört der Fall in Profihände. Dasselbe gilt, wenn Sie unsicher sind, welche Art Sie vor sich haben, wenn Ursache oder Ausmaß des Befalls unklar bleiben oder wenn nach zwei bis drei Wochen Selbsthilfe nichts besser wird: Eine Einschätzung vor Ort kostet weniger Zeit als ein zweiter Fehlversuch. Was ein seriöser Betrieb macht und kostet, zeigt der Ratgeber zur professionellen Schädlingsbekämpfung.

Rhein-Pfalz-Kreis: Städte und Gemeinden

Die Hinweise auf dieser Seite gelten für das gesamte Kreisgebiet — von Altrip bis Waldsee. Orte mit eigener Seite sind verlinkt.

  • Altrip
  • Beindersheim
  • Birkenheide
  • Bobenheim-Roxheim
  • Böhl-Iggelheim
  • Dannstadt-Schauernheim
  • Dudenhofen
  • Fußgönheim
  • Großniedesheim
  • Hanhofen
  • Harthausen
  • Heuchelheim bei Frankenthal
  • Heßheim
  • Hochdorf-Assenheim
  • Kleinniedesheim
  • Lambsheim
  • Limburgerhof
  • Maxdorf
  • Mutterstadt
  • Neuhofen
  • Otterstadt
  • Rödersheim-Gronau
  • Römerberg
  • Schifferstadt
  • Waldsee

Weitere Orte in Rheinland-Pfalz

Alle Städte & Kreise in Rheinland-Pfalz

Gut zu wissen

Jedes Zimmer hat seine typischen Untermieter — ein Blick ins Haus zeigt, wo Sie zuerst nachsehen sollten.

Welcher Schädling taucht in welchem Raum auf?

Ameisen folgen Futterspuren in die Küche, Silberfische lieben das feuchte Bad, Kleidermotten sitzen im Schrank und Mäuse ziehen in Keller und Vorratsräume. Der Fundort ist oft der beste Hinweis auf die Art.

Muss ich einen Schädlingsbefall melden?

Bei Gesundheitsschädlingen wie Ratten schreiben viele Gemeinden per Satzung eine Anzeige vor; eine bundesweite Meldepflicht für Privatpersonen gibt es nicht. In der Mietwohnung müssen Sie den Befall dem Vermieter unverzüglich anzeigen (§ 536c BGB) — sonst riskieren Sie Schadensersatz und den Verlust Ihrer Minderungsrechte. Details dazu finden Sie in unseren Ratgebern.

Wann reicht Selbsthilfe, wann brauche ich den Profi?

Einzelne Tiere und ein früher Befall lassen sich oft selbst stoppen. Bei Bettwanzen, Schaben und Ratten ist der Schädlingsbekämpfer meist die schnellere und am Ende günstigere Lösung — unsere Lexikon-Einträge geben je Art eine klare Empfehlung.

Welche Tiere darf ich gar nicht bekämpfen?

Hornissen, Wildbienen, Hummeln und einige weitere Arten stehen unter besonderem Schutz (§ 44 BNatSchG). Nester dürfen nur mit Genehmigung umgesiedelt werden — wir zeigen, an wen Sie sich wenden.

Helfen Ultraschallstecker und Hausmittel wirklich?

Vieles davon ist wirkungslos. Unser Hausmittel-Check sortiert ehrlich: Was funktioniert, was ist Geldverschwendung?

Illustration: Haus im Querschnitt mit typischen Schädlingsverstecken — vom Dachboden über Küche, Bad und Kleiderschrank bis in den Keller.