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Gesundheitsschädling

Asiatische Tigermücke

Die Asiatische Tigermücke sticht tagsüber, oft mehrfach hintereinander und bevorzugt in die Beine. Genau das unterscheidet sie von unseren heimischen Stechmücken, die in der Dämmerung aktiv sind. Sie ist in Süddeutschland etabliert und breitet sich weiter aus. Der wirksamste Hebel gegen sie liegt im eigenen Garten, denn ihre Brutstätten sind winzig.

Asiatische Tigermücke erkennen

Mit 3 bis 8 mm bleibt sie kleiner als die gewohnte Hausmücke. Der Körper ist tiefschwarz und kontrastreich silberweiß gezeichnet. Zwei Merkmale sind entscheidend:

  • Eine einzelne, klar abgesetzte weiße Längslinie, die mittig über Kopf und Rücken verläuft
  • Deutliche weiße Ringe an allen Beinsegmenten, das letzte Glied der Hinterbeine ist komplett weiß
  • Stiche am helllichten Tag, auch mittags und im Schatten
  • Sehr aufdringliches Anflugverhalten, meist niedrig in Boden- und Beinhöhe

Verwechselt wird sie mit der schwarz-weißen Ringelmücke, die keine durchgehende Rückenlinie trägt. Kleine Mücken, die aus dem Abfluss kommen, sind dagegen meist Schmetterlingsmücken und stechen gar nicht.

Lebensweise

Die Art stammt aus Südostasien und wurde über den Handel mit Altreifen und Zierpflanzen verschleppt. Seit etwa 2007 gibt es Funde in Deutschland, inzwischen feste Populationen vor allem am Oberrhein sowie in Teilen Bayerns, Hessens und Thüringens.

Gebrütet wird in kleinsten Wasseransammlungen. Ein Untersetzer, eine Gießkanne oder eine Grabvase genügen. Das Weibchen klebt 40 bis 80 Eier einzeln oberhalb der Wasserlinie an die trockene Wand. Diese Eier überstehen Trockenheit monatelang und schlüpfen erst, wenn der nächste Regen sie überflutet.

Bei 25 bis 30 °C dauert die Entwicklung vom Ei zur fertigen Mücke nur 7 bis 10 Tage. Der Flugradius ist mit 100 bis 200 Metern klein. Wer Brutstätten am eigenen Grundstück beseitigt, spürt das deshalb unmittelbar.

Schäden und Risiken

Die Stiche jucken stärker und länger als die heimischer Arten und schwellen deutlich an. Unangenehm wird es zusätzlich, weil ein Weibchen mehrere Stiche in Folge setzt.

Der eigentliche Grund für die Aufmerksamkeit ist die Vektorrolle. Wie Zecken kann die Art Krankheitserreger weitergeben, hier Dengue-, Chikungunya-, Zika- und West-Nil-Viren sowie den Hundeherzwurm. Zur Einordnung: Die Mücke muss den Erreger erst bei einem infizierten Menschen aufnehmen. In Deutschland sind örtliche Übertragungen bislang Einzelereignisse geblieben, in Südfrankreich und Italien kam es dagegen wiederholt zu lokalen Ausbrüchen.

Wichtig: Melden Sie Verdachtsfunde. Das Gesundheitsamt Ihrer Kommune und der bundesweite Mückenatlas nehmen eingesandte Tiere zur Bestimmung an. Nur so lassen sich neue Vorkommen früh erkennen und örtlich eindämmen. Fangen Sie die Mücke möglichst unzerdrückt in einem kleinen Gefäß.

Vorbeugen

  • Untersetzer, Vogeltränken, Eimer und Planen wöchentlich ausleeren und ausbürsten
  • Regentonnen mit dichtem Deckel oder engmaschigem Gewebe unter 1 mm Maschenweite verschließen
  • Dachrinnen und Bodenabläufe freihalten, Altreifen und Gefäße trocken lagern
  • Grabvasen mit Sand füllen statt mit Wasser
  • Fliegengitter an Fenstern anbringen, im Schlafzimmer notfalls ein Moskitonetz nutzen
  • Draußen helle, lange Kleidung tragen und Repellents mit DEET oder Icaridin auftragen

Bekämpfen

Die Larvenbekämpfung ist der einzige Ansatz, der wirklich trägt. Wo sich Wasser nicht vermeiden lässt, etwa in der Regentonne, wirken Tabletten mit Bacillus thuringiensis israelensis. Sie töten gezielt Mückenlarven und sind für Menschen, Haustiere und Bienen unbedenklich. Alle zwei bis vier Wochen nachlegen. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Tipp: Machen Sie einen Rundgang nach der 7-Tage-Regel. Alles, was länger als eine Woche Wasser hält, kann eine Brutstätte sein. Vergessen werden meist Blumenuntersetzer auf dem Balkon, die Regenrinne und die Gießkanne hinter dem Schuppen.

Sprays gegen fliegende Mücken bringen im Freien nichts, weil ständig neue Tiere zufliegen. Ultraschallgeräte und UV-Lichtfallen sind wirkungslos oder fangen wahllos Nützlinge. Wegen des kurzen Flugradius lohnt sich eine gemeinsame Aktion mit den Nachbarn besonders.

Wann zum Profi?

Bei einem bestätigten Vorkommen im Wohngebiet ist zuerst die Kommune gefragt. In etablierten Gebieten laufen koordinierte Programme mit flächiger Larvenbekämpfung. Ein privater Fachbetrieb lohnt, wenn Brutstätten in Lichtschächten, Zisternen oder Flachdachabläufen vermutet werden und der Befall trotz aller Maßnahmen bleibt.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Wie unterscheide ich die Tigermücke von einer normalen Stechmücke?

Am sichersten an der weißen Längslinie, die mittig über Kopf und Rücken läuft, und an den weiß geringelten Beinen. Dazu kommt das Verhalten: Die Tigermücke sticht tagsüber und sehr hartnäckig, unsere heimischen Arten stechen abends und nachts.

Muss ich einen Fund melden?

Ja, das ist ausdrücklich erwünscht. Zuständig sind das örtliche Gesundheitsamt und der bundesweite Mückenatlas, an den Sie gefangene Tiere einsenden können. Frühe Meldungen ermöglichen es, neue Vorkommen einzudämmen, solange sie noch klein sind.

Wie gefährlich ist ein Stich in Deutschland?

Für sich genommen ist er nur unangenehm: stärkerer Juckreiz und deutlichere Schwellung als bei heimischen Mücken. Eine Krankheitsübertragung setzt voraus, dass die Mücke zuvor einen infizierten Menschen gestochen hat. In Deutschland sind solche Fälle bisher sehr selten geblieben.

Was hilft in der Regentonne?

Ein dicht schließender Deckel oder ein feinmaschiges Gewebe mit weniger als 1 mm Maschenweite. Ist das nicht möglich, setzen Sie Tabletten mit Bacillus thuringiensis israelensis ein. Sie wirken gezielt gegen Mückenlarven und schaden Fischen, Igeln oder Bienen nicht.