Fliegen
Fliegen im Haus sind selten ein Zufall. Sie legen ihre Eier dort ab, wo organisches Material verrottet – im Biomüll, im Abfluss, im Katzenklo oder an einem toten Tier im Zwischenboden. Wer nur die erwachsenen Tiere erschlägt, hat in zwei Wochen die nächste Generation. Entscheidend ist, welche Art Sie vor sich haben, denn sie verrät die Brutstätte.
Fliegen erkennen
Alle Fliegen haben nur ein funktionsfähiges Flügelpaar; das hintere ist zu Schwingkölbchen umgebildet, die die Fluglage stabilisieren. Für die Praxis zählt die Artbestimmung, denn sie sagt Ihnen, wo Sie suchen müssen.
| Art | Größe und Aussehen | Brutstätte, die Sie prüfen sollten |
|---|---|---|
| Große Stubenfliege | 6–9 mm, grau, vier dunkle Längsstreifen | Biotonne, Kompost, Tierkot, Mist |
| Kleine Stubenfliege | 4–6 mm, schlank, Zickzackflug unter der Lampe | Fäulnisherde, Tierhaltung, Vogelnester |
| Schmeißfliege | 8–14 mm, metallisch blau oder grün, lautes Brummen | Totes Tier im Haus, Fleisch, Mülltonne |
| Frucht- oder Essigfliege | 2–3 mm, gelbbraun, meist rote Augen | Überreifes Obst, Getränkereste |
| Buckelfliege | 2–4 mm, hochgewölbter Rücken, läuft ruckartig | Undichte Abwasserleitung, Fäulnis unter dem Estrich |
Details bei der Großen Stubenfliege, der Schmeißfliege, der Fruchtfliege und der Buckelfliege. Weitere Anzeichen: Kotpünktchen auf Lampen, weiße Maden in Müllbehältern, braune Tönnchenpuppen in Ritzen.
Lebensweise
Fliegen durchlaufen eine vollständige Verwandlung: Ei, Made, Tönnchenpuppe, Fliege. Bei der Großen Stubenfliege legt ein Weibchen im Laufe seines Lebens 500 bis 1.000 Eier. Bei 25 bis 30 Grad dauert die Entwicklung zur flugfähigen Fliege nur sieben bis vierzehn Tage – aus einer übersehenen Brutstätte entstehen binnen Wochen Hunderte Tiere.
Die Maden brauchen feuchtes, eiweiß- oder zuckerhaltiges Material: Biomüll, Fleischreste, Tierkot, Mist, Kompost, Schlamm in Abflüssen. Erwachsene Fliegen leben zwei bis vier Wochen. Sie lösen feste Nahrung mit ausgespucktem Speichel an und saugen sie auf – daher die Flecken auf Oberflächen. Im Herbst suchen viele Arten Winterquartiere auf Dachböden.
Schäden und Risiken
Fliegen stechen nicht, sind aber mechanische Keimüberträger. An Beinen und Körperhaaren transportieren sie Bakterien von der Mülltonne oder vom Hundekot auf Lebensmittel, darunter Salmonellen, Campylobacter und Wurmeier.
Praktisch heißt das: Lebensmittel, auf denen Fliegen längere Zeit gesessen haben, sollten Sie nicht mehr roh verzehren. In Gastronomie und Tierhaltungen sind Fliegen ein zentraler Punkt der Eigenkontrolle. Ein plötzliches Auftreten großer Schmeißfliegen im Winter weist fast immer auf einen Tierkadaver im Gebäude hin.
Vorbeugen
- Fliegengitter an Küchen-, Bad- und Schlafzimmerfenstern anbringen
- Biomüll täglich leeren, Tonne mit dichtem Deckel im Schatten aufstellen, Deckelrand reinigen
- Obst nicht offen liegen lassen, Pfandflaschen ausspülen
- Katzenklo täglich reinigen, Hundekot im Garten sofort entfernen
- Fallobst aufsammeln, Kompost abdecken
- Abflüsse monatlich mit heißem Wasser und Bürste vom Biofilm befreien
Bekämpfen
Zuerst die Brutstätte, dann die Fliegen. Suchen Sie systematisch: Biotonne, Abfluss, Blumenerde, Tierbereich, Keller, Dachboden. Kommen viele Tiere aus einem Raum, prüfen Sie die Hohlräume.
- Fliegenklatsche und Staubsauger gegen einzelne Tiere
- Klebestreifen an fensternahen Stellen, gut zur Erfolgskontrolle
- UV-Lichtfallen mit Klebefolie, Standard in der Gastronomie. Geräte mit Hochspannungsgitter sind über Lebensmitteln ungeeignet, weil sie Bruchstücke verteilen
- Brutstätte entfernen oder trockenlegen – die einzige Maßnahme mit Dauerwirkung
- Fraßköder in Ställen, getrennt von Futter und Tieren
Was nicht hilft: Wasserbeutel über der Tür, aufgehängte CDs und Ultraschallgeräte – für alle drei fehlt der Wirknachweis. Essigfallen fangen nur Frucht- und Essigfliegen. Raumsprays wirken nur Stunden und ändern nichts an Eiern und Maden.
Wichtig: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. Sprühen Sie nie über offenen Lebensmitteln, Aquarien oder Terrarien.
Wann zum Profi?
Rufen Sie einen IHK-geprüften Schädlingsbekämpfer, wenn plötzlich Dutzende Fliegen im Haus sind und Sie die Quelle nicht finden. Häufigste Ursachen sind ein Tierkadaver in Zwischendecke oder Schacht und eine defekte Abwasserleitung – beides muss geortet und baulich behoben werden.
Fachsache sind ebenso Dauerbefälle in Gastronomie, Pflegeeinrichtungen und Tierhaltungen. Bei Buckelfliegen aus dem Fußbodenaufbau kommt eine Bauuntersuchung dazu.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Woher kommen plötzlich so viele Fliegen in der Wohnung?
Fast immer aus einer Brutstätte in unmittelbarer Nähe. Bei kleinen Fliegen sind das Biomüll, Obst, Blumenerde oder Abflüsse. Treten viele große, metallisch glänzende Fliegen auf, steckt oft ein totes Tier in Zwischendecke, Schacht oder Rollladenkasten. Suchen Sie die Quelle, bevor Sie irgendetwas sprühen.
Sind Fliegen wirklich gefährlich?
Sie stechen nicht, übertragen aber Keime mechanisch von Kot und Abfall auf Lebensmittel, darunter Salmonellen und Campylobacter. Für gesunde Erwachsene ist eine einzelne Fliege kein Drama. In Küchen, Pflegeeinrichtungen und Lebensmittelbetrieben ist ein Fliegenbefall dagegen ein ernstes Hygieneproblem.
Welche Hausmittel helfen gegen Fliegen?
Wirksam sind mechanische Mittel: Fliegengitter, Klatsche, Klebestreifen und konsequente Sauberkeit bei Müll, Obst und Tierbereich. Wasserbeutel, aufgehängte CDs und Ultraschallgeräte wirken nicht. Essigfallen ziehen ausschließlich Frucht- und Essigfliegen an.
Warum sitzen im Herbst so viele Fliegen am Fenster?
Mehrere Arten suchen im Herbst Winterquartiere und sammeln sich an sonnenbeschienenen Fassaden, in Rollladenkästen und auf Dachböden. An warmen Wintertagen werden sie aktiv und kommen in die Wohnräume. Abdichten von Kästen, Luken und Fugen ist hier wirksamer als jedes Spray.