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Stadt in Schleswig-Holstein

Schädlinge in Pinneberg erkennen und selbst bekämpfen

Kreisstadt in einem der größten Baumschulgebiete Europas — Anzuchtflächen und Gärtnereien reichen bis an die Wohnviertel heran. Blattläuse und Dickmaulrüssler profitieren vom Pflanzenreichtum, an der Pinnau finden Wanderratten Deckung. Ältere Wohnhäuser mit feuchten Kellern begünstigen Silberfischchen und Kellerasseln. Wer Pflanzen aus Gärtnereien zukauft, bringt Blattläuse oft direkt mit ins Haus.

Hausmittel im Praxischeck

Gängige Hausmittel und Selbsthilfemaßnahmen für die häufigsten Fälle in Pinneberg, nach Schädling geordnet. Klappen Sie den passenden Bereich auf.

Silberfischchen und Kellerasseln 6 Mittel

Ohne Chemie

MittelWirkungWorauf es ankommt
Luftfeuchte senken (Hygrometer) und Zugänge dichten Unter 50 Prozent Luftfeuchte verschwinden Silberfischchen dauerhaft; bei Kellerasseln müssen Sie zusätzlich Feuchtequelle und Zugänge außen dichten.
Klebefallen und Kartoffelfalle Klebefallen zeigen nur den Schwerpunkt, die Kartoffel fängt einzelne Tiere; bei Silberfischchen und Kellerasseln trägt Luftfeuchte unter 50 Prozent, beim Papierfischchen dagegen Papier- und Kartonentzug.

Mit Mitteln aus dem Handel

MittelWirkungWorauf es ankommt
Kieselgur in Ritzen, Hohlräume und Rollladenkästen stäuben In trockenen Räumen wirkt das Pulver mechanisch über Monate; legen Sie parallel Klebefallen aus und rechnen Sie mit sechs bis zwölf Monaten. In den feuchten Verstecken der Kellerassel bringt es nichts, dort zählen Feuchtequelle und Zugänge von außen. Nur als Biozidprodukt zugelassene Kieselgur verwenden — die Zulassungsnummer steht auf der Packung; Futtermittel- und Filterkieselgur ist dafür nicht zugelassen. Feinstaub nicht einatmen, FFP2-Maske tragen, nur in Ritzen und Hohlräume einbringen. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Fertige Köderdosen an den Laufwegen Stellen Sie die Dosen an Wandkanten und Sockelleisten und lassen Sie sie Wochen stehen; das Trockenlegen unter 50 Prozent ersetzen sie nicht. Kindersicher aufstellen. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Häufig genannt

MittelWirkungWorauf es ankommt
Backpulver-Zucker-Schale als Falle Auch mit Zucker gemischt tötet Backpulver keine Fischchen und lockt sie kaum aus den Fugen; was in der Schale liegt, sind Zufallsgäste. Dauerhaft wirkt trockene Luft — Papierfischchen leben allerdings auch trocken.
Ultraschallstecker Ein Wirkungsnachweis fehlt; halten Sie die Luftfeuchte unter 50 Prozent und dichten Fugen ab — Papierfischchen gehen nur über Papierentzug zurück.
Ratten 7 Mittel

Ohne Chemie

MittelWirkungWorauf es ankommt
Zugänge ab 2 cm mit Lochblech oder Gewebe schließen Schließen Sie Öffnungen ab zwei Zentimetern mit Lochblech oder Mörtel statt Bauschaum; einen laufenden Befall beenden Fallen und Nahrungsentzug. Prüfen Sie vor dem Verschließen von Traufspalten und Lüftungen auf Fledermäuse und Nester (§ 39, § 44 BNatSchG).
Futter und Deckung entziehen (Kompost, Fallobst, Tierfutter) Ohne Futterentzug wirken Fallen und Köder nicht dauerhaft, einen Befall lösen Sie damit aber nicht: dazu Öffnungen schließen und Fallen setzen. Handschuhe tragen, Kot anfeuchten statt fegen; Ratten sind Gesundheitsschädlinge im Sinne von § 2 Nr. 12 IfSG.
Rattenschlagfalle in der Köderbox, vorher angefüttert Die Falle nimmt einzelne Tiere ab; dauerhaft wirkt sie nur mit Futterentzug und verschlossenen Öffnungen. Hält der Befall länger als zwei bis drei Wochen an, gehört er in Fachhand. Nur in Köderboxen einsetzen (Igel und Vögel, § 44 BNatSchG), täglich kontrollieren; je nach kommunaler Satzung ist ein Rattenbefall anzuzeigen.

Mit Mitteln aus dem Handel

MittelWirkungWorauf es ankommt
Rattengift-Köder in manipulationssicherer Station Sie dürfen ihn nur im Gebäude auslegen, er wirkt erst nach ein bis zwei Wochen, und vergiftete Ratten gefährden draußen Katzen, Igel und Greifvögel. Niemals offen auslegen und nur bei festgestelltem Befall, vorbeugendes Ködern ist unzulässig. Stationen regelmäßig kontrollieren, tote Tiere mit Handschuhen einsammeln und im Hausmüll entsorgen, Restköder nach Ende der Bekämpfung wieder entfernen. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Häufig genannt

MittelWirkungWorauf es ankommt
Gips-, Mehl- oder Backpulver-Köder Gips und Backpulver töten Ratten nicht; wirksam sind Futterentzug, Öffnungen ab 20 mm verschließen und bei anhaltendem Befall der Fachbetrieb. Selbstmischungen, die Tiere über Stunden verenden lassen, sind nach § 4 Abs. 1 Tierschutzgesetz unzulässig.
Lebendfalle für Ratten (Kastenfalle) Ratten meiden neue Fallen tagelang, und ein freigelassenes Tier kehrt über mehrere hundert Meter zurück; wirksam sind Schlagfalle und Futterentzug. Ratten sind Gesundheitsschädlinge im Sinne von § 2 Nr. 12 IfSG, nicht aussetzen; das Töten verlangt Sachkunde (§ 4 Abs. 1 TierSchG).
Ultraschallstecker und Duftsteine Ratten gewöhnen sich binnen Tagen an Ton und Duft; es tragen nur Futterentzug, Öffnungen ab 2 cm verschließen und Schlagfallen. Gesundheitsschädlinge im Sinne von § 2 Nr. 12 IfSG; vielerorts per kommunaler Satzung anzeigepflichtig. Rodentizide für Laien nur in Gebäuden, in Köderstationen.
Schnecken, Blattläuse und Dickmaulrüssler 7 Mittel

Ohne Chemie

MittelWirkungWorauf es ankommt
Abends absammeln, Bretter und Holzwolle als Versteck Schnecken und Dickmaulrüssler sind nachtaktiv: Sammeln Sie in der Dämmerung mit der Taschenlampe ab und kontrollieren Sie tagsüber ausgelegte Bretter und Holzwollrollen, konsequent über Wochen. Die Weinbergschnecke ist besonders geschützt (Anlage 1 BArtSchV, Zugriffsverbote § 44 BNatSchG), der Tigerschnegel fällt unter den allgemeinen Artenschutz (§ 39) — beide verschonen. Salz und Essig bedeuten einen langen Todeskampf; schneller töten Durchschneiden oder kochendes Wasser.
Nematoden gegen Dickmaulrüssler-Larven (Heterorhabditis) In Kübeln und Töpfen räumen Heterorhabditis-Nematoden die Larven weitgehend aus, im Freilandbeet fällt die Wirkung geringer aus; gießen Sie ab etwa 12 Grad Bodentemperatur in feuchtes Substrat. Kühl lagern und rasch aufbrauchen; unter 12 Grad Bodentemperatur ist Steinernema kraussei die passende Art (ab etwa 5 Grad), in ausgetrocknetem Substrat bleibt jede Ausbringung wirkungslos.
Blattläuse mit scharfem Wasserstrahl abspritzen Der harte Strahl schwemmt einen Großteil der Kolonie von Trieben und Blattunterseiten; die Reste bauen sie binnen Tagen wieder auf, wiederholen Sie es deshalb mehrfach.
Marienkäfer- und Florfliegenlarven aussetzen Im Gewächshaus und Wintergarten räumen gekaufte Florfliegen- und Marienkäferlarven Kolonien merklich ab; im Freiland verteilen sie sich, dort trägt eher das Fördern vorhandener Nützlinge.

Mit Mitteln aus dem Handel

MittelWirkungWorauf es ankommt
Kali-Seifen-Präparat gegen Blattläuse (zugelassenes Fertigpräparat) Kali-Seife wirkt rein über Kontakt: Sie müssen die Tiere auf den Blattunterseiten direkt treffen, nach sieben bis zehn Tagen wiederholen und erwischen dabei auch Marienkäfer- und Florfliegenlarven. Zu Pflanzenschutzzwecken nur zugelassene Mittel anwenden (§ 12 PflSchG), auch an Zier- und Zimmerpflanzen; selbst angerührte Schmierseifen- oder Spülmittelbrühen sind davon nicht gedeckt und können Blätter schädigen. Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Brennnesseljauche und Brennnessel-Kaltauszug Der Kaltauszug ist als EU-Grundstoff für den Pflanzenschutz gedeckt und gilt als schwach wirksam gegen Blattläuse; die vergorene Jauche ist dagegen ein Dünger und begünstigt über zu viel Stickstoff den Befall. Nur der wässrige Kaltauszug ist als Grundstoff gedeckt; vergorene Jauche gehört als Dünger auf den Boden, nicht als Spritzbrühe auf die Pflanze. Pflanzenschutzmittel vorsichtig verwenden. Vor Verwendung stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Häufig genannt

MittelWirkungWorauf es ankommt
Kaffeesatz, Eierschalen und Milch-Wasser-Mischungen Kaffeesatz und Eierschalen halten Schnecken im feuchten Beet nicht auf, und die Milchmischung stammt aus Mehltau-Versuchen — gegen Blattläuse fehlt ihr der Nachweis.

Zum ausführlichen Hausmittel-Ratgeber

Diese Übersicht ist eine erste Orientierung und ersetzt keine fachliche Begutachtung vor Ort. Wenn Sie sich bei der Art nicht sicher sind, der Befall zurückkommt oder Vorräte, Bausubstanz und Gesundheit betroffen sind, ist ein Schädlingsbekämpfer der richtige Ansprechpartner.

Ratgeber zur Selbsthilfe

So gehen Sie vor

  1. Schädling bestimmen

    Erst sicher erkennen, dann handeln: Unsere Bestimmungshilfe und das Lexikon mit über 210 Arten führen Sie zum richtigen Tier.

  2. Selbst aktiv werden

    Die meisten Fälle lassen sich ohne Fachfirma lösen — mit Hygiene, Fallen und den Schritt-für-Schritt-Anleitungen aus unserem Ratgeber.

  3. Grenzen kennen

    Bei geschützten Arten, großem Befall oder Gesundheitsrisiko gehört der Fall in Profihände. Dasselbe gilt, wenn Sie unsicher sind, welche Art Sie vor sich haben, wenn Ursache oder Ausmaß des Befalls unklar bleiben oder wenn nach zwei bis drei Wochen Selbsthilfe nichts besser wird: Eine Einschätzung vor Ort kostet weniger Zeit als ein zweiter Fehlversuch. Was ein seriöser Betrieb macht und kostet, zeigt der Ratgeber zur professionellen Schädlingsbekämpfung.

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Gut zu wissen

Jedes Zimmer hat seine typischen Untermieter — ein Blick ins Haus zeigt, wo Sie zuerst nachsehen sollten.

Welcher Schädling taucht in welchem Raum auf?

Ameisen folgen Futterspuren in die Küche, Silberfische lieben das feuchte Bad, Kleidermotten sitzen im Schrank und Mäuse ziehen in Keller und Vorratsräume. Der Fundort ist oft der beste Hinweis auf die Art.

Muss ich einen Schädlingsbefall melden?

Bei Gesundheitsschädlingen wie Ratten schreiben viele Gemeinden per Satzung eine Anzeige vor; eine bundesweite Meldepflicht für Privatpersonen gibt es nicht. In der Mietwohnung müssen Sie den Befall dem Vermieter unverzüglich anzeigen (§ 536c BGB) — sonst riskieren Sie Schadensersatz und den Verlust Ihrer Minderungsrechte. Details dazu finden Sie in unseren Ratgebern.

Wann reicht Selbsthilfe, wann brauche ich den Profi?

Einzelne Tiere und ein früher Befall lassen sich oft selbst stoppen. Bei Bettwanzen, Schaben und Ratten ist der Schädlingsbekämpfer meist die schnellere und am Ende günstigere Lösung — unsere Lexikon-Einträge geben je Art eine klare Empfehlung.

Welche Tiere darf ich gar nicht bekämpfen?

Hornissen, Wildbienen, Hummeln und einige weitere Arten stehen unter besonderem Schutz (§ 44 BNatSchG). Nester dürfen nur mit Genehmigung umgesiedelt werden — wir zeigen, an wen Sie sich wenden.

Helfen Ultraschallstecker und Hausmittel wirklich?

Vieles davon ist wirkungslos. Unser Hausmittel-Check sortiert ehrlich: Was funktioniert, was ist Geldverschwendung?

Illustration: Haus im Querschnitt mit typischen Schädlingsverstecken — vom Dachboden über Küche, Bad und Kleiderschrank bis in den Keller.