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Stadt in Nordrhein-Westfalen

Schädlinge in Soest erkennen und selbst bekämpfen

Die alte Hansestadt Soest mit ihren Grünsandsteinkirchen und Gräften liegt am Rand der fruchtbaren Soester Börde. Aus den Getreidefeldern ziehen Feldmäuse nach der Ernte stadteinwärts, die wasserführenden Gräften bieten Ratten Deckung. In der fachwerkreichen Altstadt sind zudem Holzwurm und Silberfischchen verbreitet.

Hausmittel im Praxischeck

Gängige Hausmittel und Selbsthilfemaßnahmen für die häufigsten Fälle in Soest, nach Schädling geordnet. Klappen Sie den passenden Bereich auf.

Ratten 7 Mittel

Ohne Chemie

MittelWirkungWorauf es ankommt
Zugänge ab 2 cm mit Lochblech oder Gewebe schließen Schließen Sie Öffnungen ab zwei Zentimetern mit Lochblech oder Mörtel statt Bauschaum; einen laufenden Befall beenden Fallen und Nahrungsentzug. Prüfen Sie vor dem Verschließen von Traufspalten und Lüftungen auf Fledermäuse und Nester (§ 39, § 44 BNatSchG).
Futter und Deckung entziehen (Kompost, Fallobst, Tierfutter) Ohne Futterentzug wirken Fallen und Köder nicht dauerhaft, einen Befall lösen Sie damit aber nicht: dazu Öffnungen schließen und Fallen setzen. Handschuhe tragen, Kot anfeuchten statt fegen; Ratten sind Gesundheitsschädlinge im Sinne von § 2 Nr. 12 IfSG.
Rattenschlagfalle in der Köderbox, vorher angefüttert Die Falle nimmt einzelne Tiere ab; dauerhaft wirkt sie nur mit Futterentzug und verschlossenen Öffnungen. Hält der Befall länger als zwei bis drei Wochen an, gehört er in Fachhand. Nur in Köderboxen einsetzen (Igel und Vögel, § 44 BNatSchG), täglich kontrollieren; je nach kommunaler Satzung ist ein Rattenbefall anzuzeigen.

Mit Mitteln aus dem Handel

MittelWirkungWorauf es ankommt
Rattengift-Köder in manipulationssicherer Station Sie dürfen ihn nur im Gebäude auslegen, er wirkt erst nach ein bis zwei Wochen, und vergiftete Ratten gefährden draußen Katzen, Igel und Greifvögel. Niemals offen auslegen und nur bei festgestelltem Befall, vorbeugendes Ködern ist unzulässig. Stationen regelmäßig kontrollieren, tote Tiere mit Handschuhen einsammeln und im Hausmüll entsorgen, Restköder nach Ende der Bekämpfung wieder entfernen. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Häufig genannt

MittelWirkungWorauf es ankommt
Gips-, Mehl- oder Backpulver-Köder Gips und Backpulver töten Ratten nicht; wirksam sind Futterentzug, Öffnungen ab 20 mm verschließen und bei anhaltendem Befall der Fachbetrieb. Selbstmischungen, die Tiere über Stunden verenden lassen, sind nach § 4 Abs. 1 Tierschutzgesetz unzulässig.
Lebendfalle für Ratten (Kastenfalle) Ratten meiden neue Fallen tagelang, und ein freigelassenes Tier kehrt über mehrere hundert Meter zurück; wirksam sind Schlagfalle und Futterentzug. Ratten sind Gesundheitsschädlinge im Sinne von § 2 Nr. 12 IfSG, nicht aussetzen; das Töten verlangt Sachkunde (§ 4 Abs. 1 TierSchG).
Ultraschallstecker und Duftsteine Ratten gewöhnen sich binnen Tagen an Ton und Duft; es tragen nur Futterentzug, Öffnungen ab 2 cm verschließen und Schlagfallen. Gesundheitsschädlinge im Sinne von § 2 Nr. 12 IfSG; vielerorts per kommunaler Satzung anzeigepflichtig. Rodentizide für Laien nur in Gebäuden, in Köderstationen.
Silberfischchen und Kellerasseln 6 Mittel

Ohne Chemie

MittelWirkungWorauf es ankommt
Luftfeuchte senken (Hygrometer) und Zugänge dichten Unter 50 Prozent Luftfeuchte verschwinden Silberfischchen dauerhaft; bei Kellerasseln müssen Sie zusätzlich Feuchtequelle und Zugänge außen dichten.
Klebefallen und Kartoffelfalle Klebefallen zeigen nur den Schwerpunkt, die Kartoffel fängt einzelne Tiere; bei Silberfischchen und Kellerasseln trägt Luftfeuchte unter 50 Prozent, beim Papierfischchen dagegen Papier- und Kartonentzug.

Mit Mitteln aus dem Handel

MittelWirkungWorauf es ankommt
Kieselgur in Ritzen, Hohlräume und Rollladenkästen stäuben In trockenen Räumen wirkt das Pulver mechanisch über Monate; legen Sie parallel Klebefallen aus und rechnen Sie mit sechs bis zwölf Monaten. In den feuchten Verstecken der Kellerassel bringt es nichts, dort zählen Feuchtequelle und Zugänge von außen. Nur als Biozidprodukt zugelassene Kieselgur verwenden — die Zulassungsnummer steht auf der Packung; Futtermittel- und Filterkieselgur ist dafür nicht zugelassen. Feinstaub nicht einatmen, FFP2-Maske tragen, nur in Ritzen und Hohlräume einbringen. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Fertige Köderdosen an den Laufwegen Stellen Sie die Dosen an Wandkanten und Sockelleisten und lassen Sie sie Wochen stehen; das Trockenlegen unter 50 Prozent ersetzen sie nicht. Kindersicher aufstellen. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Häufig genannt

MittelWirkungWorauf es ankommt
Backpulver-Zucker-Schale als Falle Auch mit Zucker gemischt tötet Backpulver keine Fischchen und lockt sie kaum aus den Fugen; was in der Schale liegt, sind Zufallsgäste. Dauerhaft wirkt trockene Luft — Papierfischchen leben allerdings auch trocken.
Ultraschallstecker Ein Wirkungsnachweis fehlt; halten Sie die Luftfeuchte unter 50 Prozent und dichten Fugen ab — Papierfischchen gehen nur über Papierentzug zurück.
Mäuse und Wühlmäuse 3 Mittel

Ohne Chemie

MittelWirkungWorauf es ankommt
Falle im Gang (Schermaus) oder vor dem Loch (Feldmaus) Richtig gesetzt fängt die Falle zuverlässig: in den Schermausgang, bei der Feldmaus vor das Loch; täglich kontrollieren, Wurzeln mit Korb schützen. Art bestimmen: Eine Falle im Gang des geschützten Maulwurfs ist Nachstellen (§ 44 BNatSchG, § 4 TierSchG).
Wurzelschutzkorb und Drahtmanschette Setzen Sie Jungbäume in Pflanzkörbe aus verzinktem Draht (Schermaus 13 bis 16 mm) und legen Sie eine engmaschige, 30 cm hohe Manschette um den Stamm. Nach starkem Schneefall kontrollieren: Über der Schneedecke erreichen die Tiere die Rinde oberhalb der Manschette.

Häufig genannt

MittelWirkungWorauf es ankommt
Ultraschallstecker und Vibrationsstäbe Nagetiere gewöhnen sich binnen Tagen an Ton und Vibration; verlassen Sie sich auf Schlagfallen, Öffnungen ab 6 mm schließen und Nahrungsentzug. Bestimmen Sie die Art: Maulwurf, Spitz- und Haselmaus sind nach § 44 BNatSchG geschützt, Leimfallen tierschutzwidrig.
Tauben, Möwen und Holzschädlinge 2 Mittel

Häufig genannt

MittelWirkungWorauf es ankommt
Ultraschallgeräte, Duftsteine und Greifvogel-Attrappen Für Ultraschall und Duftsteine fehlt der Wirknachweis, an Attrappen gewöhnen sich Vögel binnen Tagen; es tragen Futterentzug, Netze, trockenes Holz. Siebenschläfer und Möwen sind nach § 44 BNatSchG geschützt: besetzte Quartiere und Nester nie verschließen.
Zuspachteln, Essig- und Zwiebelauflagen, Backofen Spachtel, Essig und Zwiebel erreichen die Larven nicht, der Backofen schädigt das Holz; verlassen Sie sich auf Trockenhalten und Fachverfahren. Beim Hausbock steht die Standsicherheit auf dem Spiel: erst Sachverständiger, dann Behandlung. Backofen: Brandgefahr.

Zum ausführlichen Hausmittel-Ratgeber

Diese Übersicht ist eine erste Orientierung und ersetzt keine fachliche Begutachtung vor Ort. Wenn Sie sich bei der Art nicht sicher sind, der Befall zurückkommt oder Vorräte, Bausubstanz und Gesundheit betroffen sind, ist ein Schädlingsbekämpfer der richtige Ansprechpartner.

Ratgeber zur Selbsthilfe

So gehen Sie vor

  1. Schädling bestimmen

    Erst sicher erkennen, dann handeln: Unsere Bestimmungshilfe und das Lexikon mit über 210 Arten führen Sie zum richtigen Tier.

  2. Selbst aktiv werden

    Die meisten Fälle lassen sich ohne Fachfirma lösen — mit Hygiene, Fallen und den Schritt-für-Schritt-Anleitungen aus unserem Ratgeber.

  3. Grenzen kennen

    Bei geschützten Arten, großem Befall oder Gesundheitsrisiko gehört der Fall in Profihände. Dasselbe gilt, wenn Sie unsicher sind, welche Art Sie vor sich haben, wenn Ursache oder Ausmaß des Befalls unklar bleiben oder wenn nach zwei bis drei Wochen Selbsthilfe nichts besser wird: Eine Einschätzung vor Ort kostet weniger Zeit als ein zweiter Fehlversuch. Was ein seriöser Betrieb macht und kostet, zeigt der Ratgeber zur professionellen Schädlingsbekämpfung.

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Gut zu wissen

Jedes Zimmer hat seine typischen Untermieter — ein Blick ins Haus zeigt, wo Sie zuerst nachsehen sollten.

Welcher Schädling taucht in welchem Raum auf?

Ameisen folgen Futterspuren in die Küche, Silberfische lieben das feuchte Bad, Kleidermotten sitzen im Schrank und Mäuse ziehen in Keller und Vorratsräume. Der Fundort ist oft der beste Hinweis auf die Art.

Muss ich einen Schädlingsbefall melden?

Bei Gesundheitsschädlingen wie Ratten schreiben viele Gemeinden per Satzung eine Anzeige vor; eine bundesweite Meldepflicht für Privatpersonen gibt es nicht. In der Mietwohnung müssen Sie den Befall dem Vermieter unverzüglich anzeigen (§ 536c BGB) — sonst riskieren Sie Schadensersatz und den Verlust Ihrer Minderungsrechte. Details dazu finden Sie in unseren Ratgebern.

Wann reicht Selbsthilfe, wann brauche ich den Profi?

Einzelne Tiere und ein früher Befall lassen sich oft selbst stoppen. Bei Bettwanzen, Schaben und Ratten ist der Schädlingsbekämpfer meist die schnellere und am Ende günstigere Lösung — unsere Lexikon-Einträge geben je Art eine klare Empfehlung.

Welche Tiere darf ich gar nicht bekämpfen?

Hornissen, Wildbienen, Hummeln und einige weitere Arten stehen unter besonderem Schutz (§ 44 BNatSchG). Nester dürfen nur mit Genehmigung umgesiedelt werden — wir zeigen, an wen Sie sich wenden.

Helfen Ultraschallstecker und Hausmittel wirklich?

Vieles davon ist wirkungslos. Unser Hausmittel-Check sortiert ehrlich: Was funktioniert, was ist Geldverschwendung?

Illustration: Haus im Querschnitt mit typischen Schädlingsverstecken — vom Dachboden über Küche, Bad und Kleiderschrank bis in den Keller.