Zum Inhalt springen
Stadt in Nordrhein-Westfalen

Schädlinge in Meerbusch erkennen und selbst bekämpfen

Rheinauen, Reitställe und großzügige Wohnlagen kennzeichnen Meerbusch vor den Toren Düsseldorfs. In den Auen sind Stechmücken und Wanderratten unterwegs, Pferdehaltung und Gärten ziehen Fliegen und Mäuse an. Steinmarder nutzen die Dachböden der Villenviertel ebenso gern wie die Motorräume abgestellter Autos — Kabelbisse inklusive.

Hausmittel im Praxischeck

Gängige Hausmittel und Selbsthilfemaßnahmen für die häufigsten Fälle in Meerbusch, nach Schädling geordnet. Klappen Sie den passenden Bereich auf.

Marder und Waschbär 8 Mittel

Ohne Chemie

MittelWirkungWorauf es ankommt
Einschlupfstellen mit Blech oder Lochgitter verschließen Der lückenlose Verschluss mit Blech oder Gitter trägt dauerhaft, aber erst, wenn das Quartier leer ist — vergrämen Sie zuvor mit Einwegklappe. Nicht während der Jungenaufzucht verschließen (Marder März–Juli, Waschbär April–August); § 39 BNatSchG.
Duftvergrämer am Einschlupf Marktübliche Duftpasten und -sprays verschaffen Ihnen wenige Tage bis Wochen Ruhe; nutzen Sie die Zeit, um den Einschlupf zu verschließen. Kein Verschluss während der Jungenaufzucht (März bis August): eingesperrte Jungtiere verenden; Fangen ist Jagdrecht.
Einwegklappe am letzten offenen Einschlupf Schließen Sie zuerst alle übrigen Öffnungen, lassen Sie das Tier hinaus und dichten Sie erst mit Blech ab, wenn das Quartier nachweislich leer ist. Nicht in der Jungenaufzucht (Marder März–Juli, Waschbär April–August); Fang und Tötung nur mit Jagdrecht.
Elektroschockgerät mit Hochspannungskontakten im Motorraum Die Kontakte senken das Bissrisiko, tragen aber nur mit Motorwäsche, Kabelummantelung und Schutzgitter; sicher steht Ihr Auto nur in der Garage. Hochspannung: Einbau nach Anleitung oder in der Werkstatt; Fangen und Töten nur mit Jagdrecht (§ 2 BJagdG).
Futterquellen entziehen, keine Fütterung Gesicherte Tonnen und kein Futter draußen halten Marder und Waschbär fern; ein bezogenes Quartier räumen sie erst nach Vergrämen und Verschluss. Nicht in der Jungenaufzucht verschließen (§ 39 BNatSchG); Waschbärlatrinen nur feucht und mit FFP3-Maske reinigen.
Motorwäsche und Kabelummantelung nach Marderbiss Die Wäsche entfernt nur die Duftmarke, die Ummantelung nur die abgedeckten Kabel; sicher ist Ihr Auto erst in einer geschlossenen Garage. Marder unterliegen dem Jagdrecht (§ 2 BJagdG): Vergrämen und Aussperren sind erlaubt, Fangen und Töten nur Jägern.

Häufig genannt

MittelWirkungWorauf es ankommt
Lebendfalle selbst aufstellen und das Tier aussetzen Der Fang steht dem Jagdausübungsberechtigten zu, und umgesetzte Tiere kehren zurück; es trägt nur Aussperren mit Einwegklappe und festem Verschluss. Nie zwischen März und August verschließen, ohne auf Jungtiere zu prüfen — sie verenden; Fang nur mit Jagderlaubnis.
Ultraschallgeräte, WC-Steine und Hundehaare Für keines der drei gibt es einen Wirknachweis, an Ton und Geruch gewöhnen sich Marder binnen Tagen; es trägt nur der lückenlose Verschluss am leeren Quartier. Kein Verschluss während der Jungenaufzucht (März bis August): eingesperrte Jungtiere verenden; Fangen ist Jagdrecht.
Ratten 7 Mittel

Ohne Chemie

MittelWirkungWorauf es ankommt
Zugänge ab 2 cm mit Lochblech oder Gewebe schließen Schließen Sie Öffnungen ab zwei Zentimetern mit Lochblech oder Mörtel statt Bauschaum; einen laufenden Befall beenden Fallen und Nahrungsentzug. Prüfen Sie vor dem Verschließen von Traufspalten und Lüftungen auf Fledermäuse und Nester (§ 39, § 44 BNatSchG).
Futter und Deckung entziehen (Kompost, Fallobst, Tierfutter) Ohne Futterentzug wirken Fallen und Köder nicht dauerhaft, einen Befall lösen Sie damit aber nicht: dazu Öffnungen schließen und Fallen setzen. Handschuhe tragen, Kot anfeuchten statt fegen; Ratten sind Gesundheitsschädlinge im Sinne von § 2 Nr. 12 IfSG.
Rattenschlagfalle in der Köderbox, vorher angefüttert Die Falle nimmt einzelne Tiere ab; dauerhaft wirkt sie nur mit Futterentzug und verschlossenen Öffnungen. Hält der Befall länger als zwei bis drei Wochen an, gehört er in Fachhand. Nur in Köderboxen einsetzen (Igel und Vögel, § 44 BNatSchG), täglich kontrollieren; je nach kommunaler Satzung ist ein Rattenbefall anzuzeigen.

Mit Mitteln aus dem Handel

MittelWirkungWorauf es ankommt
Rattengift-Köder in manipulationssicherer Station Sie dürfen ihn nur im Gebäude auslegen, er wirkt erst nach ein bis zwei Wochen, und vergiftete Ratten gefährden draußen Katzen, Igel und Greifvögel. Niemals offen auslegen und nur bei festgestelltem Befall, vorbeugendes Ködern ist unzulässig. Stationen regelmäßig kontrollieren, tote Tiere mit Handschuhen einsammeln und im Hausmüll entsorgen, Restköder nach Ende der Bekämpfung wieder entfernen. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Häufig genannt

MittelWirkungWorauf es ankommt
Gips-, Mehl- oder Backpulver-Köder Gips und Backpulver töten Ratten nicht; wirksam sind Futterentzug, Öffnungen ab 20 mm verschließen und bei anhaltendem Befall der Fachbetrieb. Selbstmischungen, die Tiere über Stunden verenden lassen, sind nach § 4 Abs. 1 Tierschutzgesetz unzulässig.
Lebendfalle für Ratten (Kastenfalle) Ratten meiden neue Fallen tagelang, und ein freigelassenes Tier kehrt über mehrere hundert Meter zurück; wirksam sind Schlagfalle und Futterentzug. Ratten sind Gesundheitsschädlinge im Sinne von § 2 Nr. 12 IfSG, nicht aussetzen; das Töten verlangt Sachkunde (§ 4 Abs. 1 TierSchG).
Ultraschallstecker und Duftsteine Ratten gewöhnen sich binnen Tagen an Ton und Duft; es tragen nur Futterentzug, Öffnungen ab 2 cm verschließen und Schlagfallen. Gesundheitsschädlinge im Sinne von § 2 Nr. 12 IfSG; vielerorts per kommunaler Satzung anzeigepflichtig. Rodentizide für Laien nur in Gebäuden, in Köderstationen.
Mäuse und Wühlmäuse 5 Mittel

Ohne Chemie

MittelWirkungWorauf es ankommt
Schlagfalle an der Wand, mit Erdnussbutter beködert Schlagfallen wirken sofort und ohne Gift, wenn Sie viele davon quer zum Laufweg an der Wand aufstellen und alle Öffnungen ab 6 mm verschließen. Geschützte Arten (§ 44 BNatSchG) ausschließen, sonst gilt § 39; Rötelmauskot nie trocken fegen (Hantavirus).
Pfefferminz- oder Nelkenöl, Duftstecker Ätherische Öle vertreiben Mäuse nur wenige Tage, dann tritt Gewöhnung ein; wirksam sind Schlagfallen, Öffnungen ab 6 mm schließen und dichte Dosen. Bestimmen Sie die Art vor dem Fallenstellen: Spitzmäuse, Haselmäuse und Schläfer sind nach § 44 BNatSchG geschützt.

Mit Mitteln aus dem Handel

MittelWirkungWorauf es ankommt
Mäusegift-Köder (Rodentizid) Legen Sie Köder nur in Gebäuden und in verschlossenen Stationen aus; sie töten verzögert, und Katzen wie Greifvögel vergiften sich an toten Mäusen. Nur bei tatsächlich festgestelltem Befall auslegen, vorbeugendes Ködern ist unzulässig. Stationen regelmäßig kontrollieren, tote Tiere mit Handschuhen einsammeln und im Hausmüll entsorgen, Restköder nach Ende der Bekämpfung wieder entfernen — nur so bleiben Katze, Igel und Greifvogel außen vor. Von Kindern fernhalten. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Häufig genannt

MittelWirkungWorauf es ankommt
Mäusekot trocken auffegen oder aufsaugen Trockenes Fegen wirbelt Erreger auf; lüften Sie, verlassen Sie dabei den Raum, nehmen Sie Kot feucht auf und entsorgen ihn verschlossen. Einweghandschuhe und FFP2-Maske tragen: Hantaviren bleiben in getrocknetem Mäusekot infektiös. Bei Fieber zum Arzt.
Ultraschallstecker und Vibrationsstäbe Nagetiere gewöhnen sich binnen Tagen an Ton und Vibration; verlassen Sie sich auf Schlagfallen, Öffnungen ab 6 mm schließen und Nahrungsentzug. Bestimmen Sie die Art: Maulwurf, Spitz- und Haselmaus sind nach § 44 BNatSchG geschützt, Leimfallen tierschutzwidrig.
Stechmücken 5 Mittel

Ohne Chemie

MittelWirkungWorauf es ankommt
Fliegengitter am Fenster und Moskitonetz über dem Bett Gitter und Moskitonetz halten Stechmücken zuverlässig aus dem Raum, draußen nicht; beseitigen Sie zusätzlich stehendes Wasser und setzen Bti ein. Bti ist ein Biozidprodukt: vorsichtig verwenden, vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Stehendes Wasser wöchentlich leeren und ausbürsten Der Rundgang senkt den Stichdruck stärker als jedes Spray; bürsten Sie aus, weil Aedes-Eier über der Wasserlinie kleben, und nutzen Sie sonst Bti. Bti: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Mit Mitteln aus dem Handel

MittelWirkungWorauf es ankommt
Bti-Tabletten in Regentonne, Zisterne und Wasserbehältern auf dem Grundstück Bti ist ein Bakterienpräparat, das gezielt Mückenlarven abtötet; für Warmblüter und Bienen gilt das Risiko als gering, im Wasser können aber auch andere Zweiflüglerlarven betroffen sein. Nach Wasservolumen dosieren und alle zwei bis vier Wochen nachlegen. Ob ein Produkt auch in Gullys und Regenwasserschächten eingesetzt werden darf, steht in seiner Gebrauchsanweisung; Straßenabläufe im öffentlichen Raum behandelt die Kommune. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Repellent mit DEET oder Icaridin auf der Haut Lückenlos aufgetragen schützen DEET und Icaridin einige Stunden vor Stechmücken; gegen Kriebelmücken und Gnitzen hält der Schutz kürzer, hier hilft zusätzlich lange, dicht gewebte Kleidung. Den Stichdruck senken dauerhaft nur Brutstättensuche und Bti. Nicht bei Säuglingen und Kleinkindern anwenden — Altersgrenze sowie die Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit stehen auf dem Etikett. Nicht auf verletzte Haut, Augen und Schleimhäute, nicht auf Haustiere auftragen; DEET greift Kunststoff, Lack und Brillengestelle an. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Häufig genannt

MittelWirkungWorauf es ankommt
Ultraschallstecker, Mücken-Apps und Ultraschall-Armbänder Für den Vertreibungseffekt gibt es in keiner Bauform einen Beleg — wirksam sind Brutstättensuche, Fliegengitter und Bti. Bti ist ein Biozidprodukt: vorsichtig verwenden, vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Zum ausführlichen Hausmittel-Ratgeber

Diese Übersicht ist eine erste Orientierung und ersetzt keine fachliche Begutachtung vor Ort. Wenn Sie sich bei der Art nicht sicher sind, der Befall zurückkommt oder Vorräte, Bausubstanz und Gesundheit betroffen sind, ist ein Schädlingsbekämpfer der richtige Ansprechpartner.

Ratgeber zur Selbsthilfe

So gehen Sie vor

  1. Schädling bestimmen

    Erst sicher erkennen, dann handeln: Unsere Bestimmungshilfe und das Lexikon mit über 210 Arten führen Sie zum richtigen Tier.

  2. Selbst aktiv werden

    Die meisten Fälle lassen sich ohne Fachfirma lösen — mit Hygiene, Fallen und den Schritt-für-Schritt-Anleitungen aus unserem Ratgeber.

  3. Grenzen kennen

    Bei geschützten Arten, großem Befall oder Gesundheitsrisiko gehört der Fall in Profihände. Dasselbe gilt, wenn Sie unsicher sind, welche Art Sie vor sich haben, wenn Ursache oder Ausmaß des Befalls unklar bleiben oder wenn nach zwei bis drei Wochen Selbsthilfe nichts besser wird: Eine Einschätzung vor Ort kostet weniger Zeit als ein zweiter Fehlversuch. Was ein seriöser Betrieb macht und kostet, zeigt der Ratgeber zur professionellen Schädlingsbekämpfung.

Weitere Orte in Nordrhein-Westfalen

Alle Städte & Kreise in Nordrhein-Westfalen

Gut zu wissen

Jedes Zimmer hat seine typischen Untermieter — ein Blick ins Haus zeigt, wo Sie zuerst nachsehen sollten.

Welcher Schädling taucht in welchem Raum auf?

Ameisen folgen Futterspuren in die Küche, Silberfische lieben das feuchte Bad, Kleidermotten sitzen im Schrank und Mäuse ziehen in Keller und Vorratsräume. Der Fundort ist oft der beste Hinweis auf die Art.

Muss ich einen Schädlingsbefall melden?

Bei Gesundheitsschädlingen wie Ratten schreiben viele Gemeinden per Satzung eine Anzeige vor; eine bundesweite Meldepflicht für Privatpersonen gibt es nicht. In der Mietwohnung müssen Sie den Befall dem Vermieter unverzüglich anzeigen (§ 536c BGB) — sonst riskieren Sie Schadensersatz und den Verlust Ihrer Minderungsrechte. Details dazu finden Sie in unseren Ratgebern.

Wann reicht Selbsthilfe, wann brauche ich den Profi?

Einzelne Tiere und ein früher Befall lassen sich oft selbst stoppen. Bei Bettwanzen, Schaben und Ratten ist der Schädlingsbekämpfer meist die schnellere und am Ende günstigere Lösung — unsere Lexikon-Einträge geben je Art eine klare Empfehlung.

Welche Tiere darf ich gar nicht bekämpfen?

Hornissen, Wildbienen, Hummeln und einige weitere Arten stehen unter besonderem Schutz (§ 44 BNatSchG). Nester dürfen nur mit Genehmigung umgesiedelt werden — wir zeigen, an wen Sie sich wenden.

Helfen Ultraschallstecker und Hausmittel wirklich?

Vieles davon ist wirkungslos. Unser Hausmittel-Check sortiert ehrlich: Was funktioniert, was ist Geldverschwendung?

Illustration: Haus im Querschnitt mit typischen Schädlingsverstecken — vom Dachboden über Küche, Bad und Kleiderschrank bis in den Keller.