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Gesundheitsschädling

Nosferatu-Spinne

Die Nosferatu-Spinne ist seit 2005 in Deutschland nachgewiesen und inzwischen aus allen Bundesländern gemeldet. Anders als die meisten Hausspinnen baut sie kein Fangnetz, sondern läuft nachts über Wände und Decken. Sie gehört zu den wenigen Arten Mitteleuropas, deren Giftklauen die menschliche Haut durchdringen können – gefährlich ist das nicht, unangenehm schon.

Nosferatu-Spinne erkennen

Der Körper der Weibchen misst 15 bis 19 mm, Männchen bleiben mit 10 bis 13 mm kleiner. Mit ausgestreckten Beinen erreichen große Tiere rund 5 cm Spannweite. Namensgebend ist die Zeichnung auf dem hellen Vorderkörper: eine ausgedehnte schwarze Figur, die an ein Gesicht mit angelegten Ohren erinnert.

  • Beine kräftig, deutlich dunkel geringelt und dicht behaart
  • Hinterleib graubraun mit dunklem Mittelband und paarigen Flecken
  • Kein Radnetz, kein Trichter, keine Gespinstdecke im Zimmer
  • Sitzt tagsüber flach an der Wand, am Vorhang oder hinter Bildern

Wichtig: Verwechselt wird sie regelmäßig mit der Großen Winkelspinne, die aber ein Trichternetz in Ecken baut, und mit dem Ammen-Dornfinger, der gelbgrün gefärbt ist und im Freiland lebt. Meldungen über angebliche Bananenspinnen in Wohnungen betreffen fast immer die Nosferatu-Spinne.

Lebensweise

Die Art stammt aus dem Mittelmeerraum und hat sich mit den milderen Wintern nordwärts ausgebreitet. In Deutschland lebt sie fast ausschließlich in und an Gebäuden: in Wohnräumen, Treppenhäusern, Kellern, Garagen, Rollladenkästen und Fassadenspalten. Funde im Freiland sind selten.

Sie ist nachtaktiv und jagt frei laufend. Beute – Fliegen, Motten, kleine Schaben, auch andere Spinnen – wird angeschlichen und mit einem schnellen Zugriff gepackt. Tagsüber ruht sie in einem lockeren Wohngespinst in Ritzen, hinter Schränken oder unter Fensterbänken. Die Entwicklung dauert etwa ein Jahr. Im Spätsommer und Herbst wandern vor allem die Männchen auf Partnersuche und laufen dann besonders häufig durch Wohnungen. Weibchen legen mehrere Eikokons mit je 20 bis 50 Eiern an und bewachen sie bis zum eigenen Tod.

Schäden und Risiken

Materielle Schäden verursacht die Nosferatu-Spinne nicht. Sie frisst keine Textilien, keine Vorräte und kein Holz, und sie überträgt keine Krankheiten. Das eigentliche Thema ist der Biss.

Er erfolgt nur in Bedrängnis, etwa wenn ein Tier in der Kleidung oder unter der Hand eingeklemmt wird. Der Schmerz wird meist mit einem Bienen- oder Wespenstich verglichen, dazu kommen Rötung, Schwellung und manchmal ein kurzes Taubheits- oder Kribbelgefühl. Die Beschwerden klingen in der Regel innerhalb von Stunden bis wenigen Tagen ab, Kühlen genügt fast immer. Ärztlich abklären lassen sollten Sie einen Biss, wenn die Schwellung stark zunimmt, sich die Stelle entzündet oder Allgemeinsymptome auftreten – so wie bei jedem Insektenstich auch.

Vorbeugen

  • Fliegengitter an Fenstern und Kellerschächten halten Beuteinsekten und Spinnen gleichermaßen draußen
  • Ritzen an Fensterrahmen, Rollladenkästen und Fußleisten abdichten
  • Außenbeleuchtung reduzieren oder auf warmweiße Leuchtmittel umstellen, damit weniger Nachtinsekten anfliegen
  • Keller, Garage und Dachboden regelmäßig ausräumen: Kartonstapel und Gerümpel sind bevorzugte Tagesverstecke

Bekämpfen

Eine Bekämpfung im eigentlichen Sinn ist weder nötig noch sinnvoll. Einzeltiere fangen Sie am einfachsten mit einem Glas und einem festen Blatt Papier und setzen sie an geschützter Stelle im Freien wieder ab. Im Winter ist ein frostfreier Nebenraum, Keller oder Schuppen die bessere Wahl. Fassen Sie das Tier nicht mit bloßen Händen an, dann kommt es auch nicht zum Biss.

Insektensprays sind ungeeignet: Sie wirken auf laufende Spinnen schlecht, belasten Innenräume und beseitigen die Ursache nicht. Wer den Bestand dauerhaft senken will, reduziert das Beuteangebot, also Fliegen, Motten und andere Nachtinsekten. Nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz dürfen wild lebende Tiere ohnehin nicht ohne vernünftigen Grund getötet werden; das Umsetzen ist der einfachere und rechtlich unproblematische Weg.

Tipp: Ein umgestülptes Glas über das Tier, Papier daruntergeschoben, fertig – das dauert zehn Sekunden. Wirksamer als jedes Spray ist ein Blick auf die Fenster: Wo nachts Licht brennt und kein Gitter sitzt, sammeln sich Insekten, und die Spinne folgt ihnen.

Wann zum Profi?

Ein Schädlingsbekämpfer wird für die Nosferatu-Spinne selten gebraucht. Sinnvoll ist der Anruf, wenn immer wieder viele Tiere auftauchen. Dahinter steckt meist ein hohes Insektenaufkommen im Gebäude, etwa durch Schaben oder eine Fliegenquelle im Keller. Ein Fachbetrieb sucht diese Quelle und behandelt sie, nicht die Spinnen. Bei einem Biss mit ungewöhnlich starker Reaktion ist nicht der Schädlingsbekämpfer zuständig, sondern der Arzt.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Ist der Biss der Nosferatu-Spinne gefährlich?

Nach heutigem Kenntnisstand nicht. Der Biss wird mit einem Bienen- oder Wespenstich verglichen, dazu kommen Rötung und Schwellung, die nach Stunden bis wenigen Tagen abklingen. Kühlen reicht meist aus; bei stark zunehmender Schwellung, Entzündung, bekannter Insektengiftallergie oder Allgemeinsymptomen sollten Sie zum Arzt.

Woran erkenne ich die Nosferatu-Spinne sicher?

An der dunklen, gesichtsähnlichen Zeichnung auf dem hellen Vorderkörper und an den deutlich geringelten, dicht behaarten Beinen. Entscheidend ist außerdem, dass sie kein Netz baut. Winkelspinnen sitzen in Trichternetzen, Zitterspinnen in lockeren Gespinsten unter der Decke.

Darf ich die Nosferatu-Spinne töten?

Nach § 39 Bundesnaturschutzgesetz dürfen wild lebende Tiere nicht ohne vernünftigen Grund getötet werden. Da von der Art keine ernsthafte Gefahr ausgeht, ist das Umsetzen mit Glas und Papier der einfachere Weg. Sie vertilgt außerdem Fliegen, Motten und andere Insekten in der Wohnung.

Warum sind auf einmal so viele Spinnen in der Wohnung?

Im Spätsommer und Herbst wandern die Männchen auf Partnersuche und laufen dann besonders oft durch Räume. Dauerhaft viele Tiere sprechen für ein hohes Insektenangebot im Gebäude. Fliegengitter, dichte Fensterrahmen und weniger Außenlicht senken beides.