Große Zitterspinne
Die Große Zitterspinne hängt kopfüber in Zimmerecken und wirkt mit ihren fadendünnen Beinen bedrohlicher, als sie ist. Sie beißt nicht, überträgt nichts und zerstört nichts. Im Gegenteil: Sie frisst Fliegen, Mücken und andere Spinnen und hält damit die Insektenzahl im Haus unten. Wer sie loswerden will, entfernt einen der nützlichsten Untermieter überhaupt.
Große Zitterspinne erkennen
Der Körper ist blassgrau bis beige und fast durchscheinend, der Hinterleib länglich-zylindrisch. Weibchen messen 8 bis 10 mm, Männchen 6 bis 9 mm. Die Beine sind vielfach länger als der Körper und ergeben eine Spannweite von bis zu 7 cm. Auf dem Vorderkörper sitzt ein dunkler Fleck.
- Unregelmäßiges Wirrnetz ohne Klebfäden, meist in oberen Raumecken oder hinter Möbeln
- Die Spinne hängt mit dem Rücken nach unten in ihrem Netz
- Bei Erschütterung schwingt sie sich sekundenlang in schnelle Kreisbewegungen, daher der Name
- Weibchen tragen einen lockeren Eiballen sichtbar zwischen den Kieferklauen
Verwechselt wird sie oft mit dem Weberknecht. Der hat jedoch einen einteiligen Körper, baut kein Netz und zittert nicht.
Lebensweise
Die Art stammt aus dem Mittelmeerraum und übersteht in Mitteleuropa keinen Frost. Sie lebt daher fast nur in Gebäuden und ist dort ganzjährig aktiv. Ihr Netz baut sie einmal und flickt es laufend; abgeworfene Fäden setzen Staub an und bilden die typischen grauen Schleier.
Beute erkennt sie an Erschütterungen der Fäden. Sie wirft mit den Hinterbeinen Fangfäden über das Opfer, bevor sie zubeißt. Auf dem Speiseplan stehen Stubenfliegen, Mücken, Schmetterlingsmücken, Motten und andere Spinnen. Sie überwältigt sogar deutlich kräftigere Winkelspinnen und geht bei Nahrungsmangel an Artgenossen.
Ein Weibchen legt zwei bis drei Gelege pro Jahr mit jeweils rund 20 bis 30 Eiern. Den Eiballen trägt es frei in den Kieferklauen umher, statt ihn im Netz abzulegen. Nach zwei bis drei Wochen schlüpfen die Jungspinnen und bleiben noch einige Tage am Netz. Erwachsene Tiere werden in Gebäuden zwei bis drei Jahre alt.
Ist sie gefährlich?
Nein. Die Kieferklauen sind winzig, das Gift ist auf Insekten abgestimmt und für Menschen belanglos. Bisse sind extrem selten und allenfalls mit einem Brennnesselreiz vergleichbar. Die Geschichte, die Zitterspinne sei hochgiftig, könne aber nicht durch menschliche Haut beißen, ist ein Mythos ohne Grundlage.
Schäden richtet sie keine an: Sie geht nicht an Vorräte, Textilien oder Holz und überträgt keine Krankheiten. Störend sind nur die staubigen Altnetze in Ecken und an Lampen.
Warum Sie die Zitterspinne nicht bekämpfen sollten
Eine erwachsene Zitterspinne vertilgt im Jahr hunderte Insekten. Verschwindet sie, füllt sich das Haus schneller mit Fliegen, Mücken und anderen Spinnen. Sprays gegen Spinnen sind hier fachlich unsinnig: Sie belasten die Raumluft und lösen das eigentliche Problem nicht.
Wichtig: Nach §39 Abs. 1 BNatSchG dürfen wild lebende Tiere nicht ohne vernünftigen Grund getötet werden. Bei einer harmlosen, nützlichen Hausspinne fehlt dieser Grund. Umsetzen statt totschlagen ist rechtlich sauber und praktisch die bessere Lösung.
Umsetzen statt töten
- Glas über die Spinne stülpen, Postkarte darunterschieben, Tier in Keller, Garage oder Treppenhaus tragen
- Nicht ins Freie setzen: Draußen erfriert die wärmeliebende Art im Winter
- Netze mit Staubwedel oder Staubsauger entfernen, die Spinne selbst dabei aussparen
- Fliegengitter und dichte Fenster halten die Beuteinsekten draußen; ohne Beute wandern die Spinnen von selbst ab
- Feuchte Kellerecken trocken legen, das reduziert Beutetiere wie Silberfischchen und Mücken
Tipp: Lassen Sie zwei oder drei Netze in Kellerecken, Garage oder Dachboden bewusst stehen. Diese Tiere arbeiten dort das ganze Jahr als kostenlose Insektenkontrolle.
Wann ein Fachbetrieb sinnvoll ist
Für die Zitterspinne selbst braucht es keinen Schädlingsbekämpfer. Auffällig viele Spinnen sind aber ein Hinweis auf ein reiches Insektenangebot im Haus. Tauchen gleichzeitig Schwärme kleiner Fliegen, Motten oder Schaben auf, lohnt sich eine Ursachensuche durch einen Fachbetrieb: Bekämpft wird dann die Beute, nicht die Spinne.
Häufige Fragen zu diesem Tier
Ist die Große Zitterspinne giftig?
Für Menschen nicht. Ihr Gift ist auf kleine Insekten ausgelegt, und die Kieferklauen sind sehr kurz. Bisse kommen praktisch nie vor und wären allenfalls kurz spürbar. Die verbreitete Behauptung, sie sei die giftigste Spinne der Welt, ist frei erfunden.
Warum zittert die Spinne, wenn ich mich nähere?
Das schnelle Kreisen im Netz ist eine Schutzreaktion. Die Umrisse verschwimmen, wodurch Fressfeinde wie Vögel oder andere Spinnen das Tier schlechter anvisieren können. Nach wenigen Sekunden hört das Zittern von selbst auf.
Soll ich die Spinne nach draußen bringen?
Besser nicht. Die Art stammt aus dem Mittelmeerraum und überlebt in Mitteleuropa keinen Frost. Setzen Sie das Tier stattdessen in Keller, Garage, Dachboden oder Treppenhaus um. Dort findet es Beute und stört niemanden.
Wie werde ich die staubigen Netze los?
Netze lassen sich mit Staubwedel oder Staubsauger einfach abnehmen. Die Spinne baut in der Regel ein neues, oft an derselben Stelle. Wer das dauerhaft vermeiden will, sollte die Beute reduzieren: Fliegengitter anbringen, Licht am Fenster nachts dimmen und feuchte Ecken trockenlegen.