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Vorratsschädling

Rotbrauner Reismehlkäfer

Der Rotbraune Reismehlkäfer ist der häufigste Käfer in Mehl und Müsli. Er stammt aus den Tropen, lebt in Deutschland aber ganzjährig in beheizten Vorratsschränken, Bäckereien und Mühlen. Ganze Körner kann er nicht anbohren, dafür macht er alles Gemahlene schnell unbrauchbar – auch weil er ein scharf riechendes Wehrsekret abgibt.

Reismehlkäfer erkennen

Die Käfer sind 3 bis 4 mm lang, schlank, leicht abgeflacht und glänzend rotbraun. Kennzeichnend sind die Fühler: Die letzten drei Glieder bilden eine deutlich abgesetzte Keule. Beim ähnlichen Amerikanischen Reismehlkäfer verdicken sich die Fühler dagegen allmählich. Die Larven werden bis 8 mm lang, sind honiggelb, walzenförmig und tragen am Hinterende zwei kurze, dunkle Spitzen.

  • Flink laufende Käfer auf Regalböden, an Packungsnähten und in Schrankfugen.
  • Mehl wirkt grau bis rötlich verfärbt, klumpt und riecht stechend-scharf.
  • Larven, Häutungsreste und Kotkrümel bleiben beim Sieben zurück.
  • Bei Temperaturen über 25 °C fliegen die Käfer und verteilen sich im Raum.

Der viel größere Mehlkäfer misst 12 bis 18 mm und ist dunkelbraun bis schwarz. Wer Löcher in ganzen Körnern findet, hat es dagegen mit dem Kornkäfer oder dem Reiskäfer zu tun.

Lebensweise

Ein Weibchen legt 300 bis 500 klebrige Eier direkt ins Mehl, wo sie zwischen den Partikeln haften bleiben. Am wohlsten fühlen sich die Tiere bei 32 bis 35 °C; dann dauert die Entwicklung vom Ei zum Käfer nur drei bis vier Wochen, und in einem Jahr folgen mehrere Generationen aufeinander. Unter 20 °C kommt die Entwicklung zum Erliegen.

Erwachsene Käfer leben bis zu drei Jahre und halten Hungerperioden gut aus. Sie sind Sekundärschädlinge: Unversehrte Körner lassen sie unangetastet, sie brauchen Mehl, Bruchkorn, Grieß, Schrot, Müsli, Nudeln, Trockenobst, Nüsse, Kakao, Gewürze oder Tierfutter. Zwischen den Mahlzeiten sitzen sie in Ritzen, Fugen und unter Regalkanten.

Schäden und Risiken

Aus ihren Wehrdrüsen geben die Käfer Chinone ab. Schon geringe Mengen färben Mehl grau bis rötlich, erzeugen einen stechenden Geruch und einen bitteren Beigeschmack; in hoher Konzentration gelten die Stoffe als gesundheitlich bedenklich. Befallenes Mehl ist deshalb nicht mehr verwendbar, auch wenn Sie die Käfer aussieben.

Dazu kommen die üblichen Verunreinigungen durch Kot, Häutungshüllen und tote Tiere. Wer beruflich mit stark befallener Ware umgeht, kann allergisch reagieren. In Mühlen und Bäckereien führt ein Befall regelmäßig zu Reklamationen und zur Sperrung ganzer Chargen.

Wichtig: Ein einziger Käfer im Schrank bedeutet fast immer, dass in einer Packung bereits Larven sitzen. Sieben und weiterverwenden hilft nicht: Die Eier sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen, und die Chinone bleiben im Mehl.

Vorbeugen

  • Mehl, Grieß und Müsli in Schraubgläser oder Dosen mit Dichtung umfüllen.
  • Vorräte kühl lagern; unter 20 °C vermehren sich die Käfer nicht mehr.
  • Packungen mit Mehl und Backzutaten innerhalb weniger Monate aufbrauchen und Restmengen nicht in neue Packungen schütten.
  • Schrankfugen, Regalkanten und Schubladenschienen zweimal jährlich aussaugen.
  • Vogel- und Nagerfutter sowie Trockenfutter für Haustiere getrennt und dicht verschlossen lagern.

Bekämpfen

Räumen Sie den kompletten Schrank leer und prüfen Sie jede Packung, auch ungeöffnete – die Käfer durchdringen Papier und dünne Folien. Befallene Ware kommt verschlossen in den Restmüll außerhalb der Wohnung. Anschließend Fächer und Ritzen gründlich aussaugen, den Beutel sofort entsorgen und mit heißem Wasser nachwischen.

Verdächtige, aber sauber aussehende Vorräte behandeln Sie mit Hitze oder Kälte: eine Stunde bei 60 °C im Backofen oder mindestens eine Woche bei minus 18 °C. In hartnäckigen Fällen hilft Kieselgur, dünn in trockene Ritzen gestäubt; das Pulver zerstört die Wachsschicht der Käfer. Pheromonfallen dienen der Kontrolle und zeigen, ob noch Tiere unterwegs sind. Lorbeerblätter und ätherische Öle vertreiben die Käfer nicht. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Wann zum Profi?

In Privathaushalten reicht konsequentes Ausräumen fast immer. Fachhilfe brauchen Sie, wenn nach zwei Räumaktionen weiter Käfer auftauchen, wenn der Befall aus einem Hohlraum oder einer Nachbarwohnung nachrückt oder wenn Lebensmittel gewerblich gelagert und verarbeitet werden. Dort arbeiten Fachbetriebe mit Monitoring, Wärmeentwesung oder Begasung.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Kann ich Mehl mit Reismehlkäfern noch verwenden?

Nein. Neben Käfern und Larven enthält das Mehl Eier, Kot und Häutungsreste sowie Chinone aus dem Wehrsekret der Käfer. Diese Stoffe verfärben das Mehl, machen es bitter und gelten in höherer Konzentration als bedenklich. Aussieben genügt deshalb nicht.

Woher kommt der Befall?

Fast immer wird er mit der Ware eingeschleppt, häufig über Mehl, Müsli, Nüsse oder Tierfutter aus Lagern und Mühlen. Die Käfer können auch aus Nachbarräumen zufliegen, sobald es wärmer als 25 °C ist. Mit Sauberkeit allein lässt sich das nicht verhindern, wohl aber mit dichten Behältern.

Wie unterscheide ich Reismehlkäfer und Mehlkäfer?

Über die Größe. Der Rotbraune Reismehlkäfer misst 3 bis 4 mm und ist rotbraun glänzend, der Mehlkäfer wird 12 bis 18 mm lang und ist dunkelbraun bis schwarz. Die Larven des Mehlkäfers kennen viele als Mehlwürmer aus dem Tierfutterhandel.