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Lästling

Rollassel

Die Rollassel ist kein Insekt, sondern ein an Land lebendes Krebstier – und damit ein Verwandter von Krabbe und Hummer. Im Garten baut sie abgestorbenes Pflanzenmaterial zu Humus um. Findet man sie im Keller oder hinter der Terrassentür, ist das kein Befall, sondern ein Feuchtigkeitshinweis. Schäden richtet sie praktisch nicht an.

Rollassel erkennen

Rollasseln werden 10 bis 18 mm lang und tragen einen stark gewölbten, schiefergrauen bis dunkelgrauen Panzer aus einzelnen Segmenten. Das sichere Merkmal liefert das Tier selbst: Bei Störung rollt es sich zu einer glatten, festen Kugel von etwa 8 mm Durchmesser zusammen und bleibt so minutenlang liegen.

  • Sieben Beinpaare, zwei kurze Antennenpaare, keine sichtbaren Schwanzanhänge.
  • Fundorte im Haus: Kellerecken, Bodenabläufe, Türschwellen zur Terrasse, Lichtschächte, Wandsockel hinter Möbeln.
  • Frisch gehäutete Tiere sind halb hell, halb dunkel – Asseln häuten sich in zwei Etappen.
  • Tote, vertrocknete Tiere auf dem Kellerboden sind typisch: In trockener Raumluft überleben sie nur ein bis zwei Tage.

Die häufig verwechselte Kellerassel ist flacher, matt und trägt zwei deutlich abstehende Schwanzanhänge. Sie kann sich nicht einrollen und flüchtet stattdessen. Springschwänze sind mit ein bis drei Millimetern viel kleiner und hüpfen davon.

Lebensweise

Rollasseln atmen über kiemenähnliche Organe und brauchen deshalb dauerhaft Feuchtigkeit. Tagsüber sitzen sie zusammengedrängt unter Steinen, Brettern, Rindenstücken oder Blumentöpfen, nachts fressen sie Falllaub, morsches Holz, Pilzgeflecht und Kot anderer Tiere. Ihr Kalkbedarf erklärt, warum sie sich gern an Mauerwerk und Beton aufhalten.

Die Weibchen tragen 30 bis 100 Eier in einer Bruttasche am Bauch spazieren; die Jungtiere verlassen sie nach etwa vier Wochen als fertige Miniaturasseln. Pro Jahr gibt es ein bis zwei Bruten, die Tiere werden zwei bis drei Jahre alt. Zum Vergleich mit anderen Feuchtigkeitsanzeigern lohnt der Blick auf das Silberfischchen, das dieselben Zonen bevorzugt.

Schäden und Risiken

Rollasseln übertragen keine Krankheiten, sie stechen und beißen nicht und lösen keine Allergien aus. Textilien, Papier und Bausubstanz rühren sie nicht an. Im Garten sind sie als Zersetzer nützlich und beschleunigen die Kompostierung.

Nennenswerte Fraßschäden entstehen nur bei sehr hoher Dichte im Gewächshaus oder Frühbeet, wo sie an Keimlingen, weichen Erdbeeren und angefaultem Gemüse nagen. Im Keller können sie eingelagerte Kartoffeln anfressen, die bereits feucht liegen. Der eigentliche Hinweis liegt woanders: Wer regelmäßig Asseln im Wohnbereich findet, hat meist ein Feuchteproblem – undichte Kellerfenster, aufsteigende Feuchte, Kondenswasser oder einen verstopften Lichtschacht.

Tipp: Legen Sie abends ein feuchtes Brett oder eine halbe Kartoffel auf den Kellerboden. Am Morgen sitzen die Tiere darunter und lassen sich mit einem Griff nach draußen tragen. Das ersetzt jedes Insektenmittel.

Vorbeugen

  • Laub, Rindenmulch, Bretter und Holzstapel mindestens 30 cm von der Hauswand entfernt halten.
  • Lichtschächte freiräumen, mit Abdeckungen versehen und Laub regelmäßig entfernen.
  • Türschwellen mit Bürstendichtung nachrüsten, Fugen an Kellerfenstern und Rohrdurchführungen schließen.
  • Keller regelmäßig stoßlüften, am besten in kühlen Morgenstunden, damit keine feuchtwarme Luft einströmt.
  • Kartons und Vorräte im Keller nicht direkt auf den Boden stellen, sondern auf Regale.

Loswerden statt bekämpfen

Sammeln Sie die Tiere mit Kehrblech oder Staubsauger auf und setzen Sie sie in den Garten – im Kompost sind sie willkommen. Wichtiger ist die Ursache: Trocknen Sie den Raum, beheben Sie Undichtigkeiten, prüfen Sie den Lichtschacht nach jedem Starkregen. In einem trockenen Keller siedeln sich Rollasseln nicht an.

Ein streufähiges Kieselgurband an Türschwellen und Kellerfenstern hilft, wenn ständig Nachschub kommt; das Pulver trocknet die Tiere aus, wirkt aber nur solange es trocken bleibt. Sprays, Fogger und Giftköder sind bei einem harmlosen Zersetzer unnötig. Falls Sie dennoch ein Präparat einsetzen: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Wann zum Profi?

Wegen der Asseln selbst braucht es keinen Schädlingsbekämpfer. Sinnvoll ist Fachhilfe, wenn die Tiere dauerhaft und in großer Zahl in Wohnräumen auftauchen: Dann steckt in der Regel ein Bauschaden dahinter, und gefragt sind Bauwerksabdichtung oder ein Sachverständiger für Feuchteschäden.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Sind Rollasseln gefährlich oder schädlich?

Nein. Sie übertragen keine Krankheiten, beißen nicht und zerstören weder Textilien noch Bausubstanz. Sie fressen abgestorbenes Pflanzenmaterial und sind im Garten ausgesprochen nützlich. Nur in Gewächshäusern und an feuchtem Lagergemüse können sie in großer Zahl Fraßspuren hinterlassen.

Was ist der Unterschied zwischen Rollassel und Kellerassel?

Die Rollassel hat einen stark gewölbten, glänzenden Panzer und rollt sich zu einer festen Kugel zusammen. Die Kellerassel ist flacher, matt und trägt zwei abstehende Schwanzanhänge; sie kann sich nicht einrollen und läuft weg. Beide sind gleichermaßen harmlos.

Warum sind plötzlich so viele Asseln im Keller?

Meist nach Starkregen oder in einem feuchten Herbst. Die Tiere wandern aus dem Garten durch Lichtschächte, Türspalten und Fugen ein, weil sie Feuchtigkeit suchen. Räumen Sie Laub weg, dichten Sie Schwellen ab und trocknen Sie den Raum, dann verschwinden sie von selbst.