Reiskäfer
Der Reiskäfer gehört zu den wenigen Vorratsschädlingen, die unversehrte Körner anbohren. Seine Larven entwickeln sich vollständig im Inneren eines Reis- oder Weizenkorns, deshalb bleibt ein Befall lange unsichtbar. Wer kleine dunkle Käfer im Reis oder hohle Körner findet, hat es meist mit dieser Art zu tun – und sollte den ganzen Vorratsschrank kontrollieren.
Reiskäfer erkennen
Der Käfer misst 2,5 bis 3,5 mm, ist dunkelbraun bis schwarzbraun und trägt einen deutlich abgesetzten, nach unten gebogenen Rüssel. Auf den Flügeldecken sitzen vier verwaschene rötliche Flecken. Anders als der nah verwandte Kornkäfer kann der Reiskäfer fliegen und wandert dadurch auch in Nachbarräume ab. Die Larven bekommt man kaum zu Gesicht, sie sind weißlich, beinlos, gekrümmt und leben im Korn.
- Runde Ausschlupflöcher von etwa 1 mm in Reis-, Weizen- und Maiskörnern.
- Hohle Körner, die bei der Schwimmprobe im Wasserglas oben treiben.
- Feiner, mehlartiger Fraßstaub am Packungsboden.
- Käfer, die sich bei Störung totstellen und den Rüssel anlegen.
- Im Lager: warme, feuchte Nester im Getreidestapel, die muffig riechen.
Der Maiskäfer sieht fast identisch aus, ist nur etwas größer und bevorzugt Mais. Käfer, die ausschließlich in Mehl und Müsli sitzen und keine Körner anbohren, sind eher der Rotbraune Reismehlkäfer.
Lebensweise
Das Weibchen nagt mit dem Rüssel ein Loch in ein Korn, legt ein einzelnes Ei hinein und verschließt die Öffnung mit einem Sekretpfropf. Im Laufe seines Lebens verteilt es 300 bis 400 Eier auf ebenso viele Körner. Die Larve frisst das Korn von innen aus, verpuppt sich darin und nagt sich als fertiger Käfer heraus.
Bei 27 bis 31 °C und hoher Luftfeuchte dauert dieser Zyklus vier bis fünf Wochen, bei 20 °C rund drei Monate, unter 15 °C entwickelt sich nichts mehr. Erwachsene Tiere leben mehrere Monate. Befallen werden Reis, Weizen, Mais, Gerste, Hirse und Hartweizennudeln, gelegentlich auch harte Backwaren.
Schäden und Risiken
Der Fraß im Korn kostet Substanz: Stark befallene Partien verlieren einen erheblichen Teil ihres Gewichts, der Rest ist mit Kot und Fraßmehl verunreinigt. Krankheiten übertragen die Käfer nicht, bei starkem Befall können Staub und Häutungsreste jedoch Allergien auslösen.
Kritischer ist die Folgewirkung im Lager: Die Tiere erzeugen Wärme und Feuchtigkeit, im Getreidestapel entstehen Nester mit deutlich erhöhter Temperatur. Dort siedeln sich Schimmelpilze und Vorratsmilben an, und die Ware verdirbt großflächig. Auch Keimfähigkeit und Backqualität gehen verloren.
Tipp: Schwimmprobe für den Küchenschrank: Geben Sie eine Handvoll Reis in ein Glas Wasser. Ausgefressene Körner sind hohl und treiben nach oben, gesunde sinken. Das zeigt einen Befall, lange bevor die ersten Käfer sichtbar werden.
Vorbeugen
- Reis, Nudeln und Getreide in Schraubgläsern oder Dosen mit Dichtung lagern.
- Vorräte kühl halten; unter 15 °C entwickeln sich keine neuen Käfer.
- Neue Packungen vor dem Einräumen kurz durchsehen und alte Reste nicht in frische Ware kippen.
- Schrankfugen, Regalkanten und Ecken regelmäßig aussaugen.
- Größere Mengen Getreide nur trocken einlagern, unter 14 Prozent Kornfeuchte.
Bekämpfen
Befallene Packungen kommen verschlossen in den Restmüll außerhalb der Wohnung. Danach den Schrank vollständig ausräumen, jede weitere Packung prüfen, Fächer und Fugen aussaugen und den Beutel sofort entsorgen. Mit heißem Wasser nachwischen, denn die Käfer sitzen gern in Ritzen.
Unauffällige Vorräte aus demselben Schrank sichern Sie mit Hitze oder Kälte: eine Stunde bei 60 °C im Backofen oder mindestens eine Woche bei minus 18 °C. Kieselgur, dünn in trockene Ritzen gestäubt, tötet nachwandernde Käfer zuverlässig. Lorbeerblätter, Knoblauch und ätherische Öle wirken nicht. Sprays gehören nicht in den Lebensmittelschrank. Falls doch ein Präparat nötig wird: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Wann zum Profi?
Im Haushalt kommen Sie ohne Fachbetrieb aus, solange Sie den Herd finden. Rufen Sie Hilfe, wenn nach zwei Räumaktionen weiter Käfer auftauchen oder wenn größere Getreidemengen betroffen sind. In Lagern, Mühlen und Landwirtschaftsbetrieben arbeiten Fachbetriebe mit Getreidekühlung, Wärmeentwesung oder Begasung und kontrollieren den Erfolg über Fallen.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Kann ich befallenen Reis noch essen?
Verzehren Sie ihn nicht. Neben Käfern und Larven enthält die Ware Kot, Fraßmehl und Häutungsreste, außerdem sitzen Eier unsichtbar in scheinbar heilen Körnern. Krank macht ein einzelnes Korn niemanden, aber die Qualität ist dahin und der Befall setzt sich sonst fort.
Wie unterscheide ich Reiskäfer und Kornkäfer?
Der Reiskäfer ist etwas kleiner, trägt vier rötliche Flecken auf den Flügeldecken und kann fliegen. Der Kornkäfer ist einfarbig dunkelbraun, etwas größer und flugunfähig. Für die Bekämpfung im Haushalt macht der Unterschied wenig aus, das Vorgehen ist identisch.
Hilft Einfrieren gegen Reiskäfer?
Ja, wenn es lange genug dauert. Mindestens eine Woche bei minus 18 °C tötet Eier, Larven und Käfer sicher ab. Alternativ funktioniert eine Stunde bei 60 °C im Backofen. Beides eignet sich für Vorräte, die noch unauffällig sind, nicht für bereits sichtbar befallene Ware.