Asiatische Hornisse
Die Asiatische Hornisse ist seit 2014 in Deutschland unterwegs und breitet sich rasch aus. Für Menschen ist sie kaum gefährlicher als unsere heimische Art, für Imker dagegen ein ernstes Problem: Sie jagt gezielt Honigbienen vor dem Flugloch. Als invasive Art der EU-Unionsliste soll sie gemeldet werden; eine gesetzliche Meldepflicht für Privatpersonen besteht nicht. Wer ein Nest findet, entfernt es nicht selbst, sondern meldet es der Naturschutzbehörde.
Asiatische Hornisse erkennen
Die Arbeiterinnen sind 17 bis 24 Millimeter lang und damit etwas kleiner als die Europäische Hornisse. Entscheidend ist die Farbe: Der Körper wirkt insgesamt dunkel bis schwarz, nur das vierte Hinterleibssegment trägt einen breiten orangegelben Ring. Die Beine enden in leuchtend gelben Spitzen, das Gesicht ist von vorn orange. Die heimische Art ist dagegen rotbraun-gelb gezeichnet und deutlich heller. Ein zweiter Unterschied: Die Asiatische Hornisse fliegt nur tagsüber und kommt nachts nicht ans Licht.
- Faust- bis fußballgroßes Erstnest im Frühjahr, oft in Schuppen, Carports, Hecken oder unter Dachvorsprüngen
- Ab Juli ein Sekundärnest hoch in der Baumkrone, bis 80 Zentimeter Durchmesser, mit seitlichem Flugloch
- Hornissen, die vor Bienenstöcken auf der Stelle stehen und heimkehrende Sammlerinnen abfangen
- Auffälliger Betrieb an reifem Obst, Efeublüten und Fallobst im Spätsommer
Lebensweise
Eine begattete Königin überwintert einzeln und startet ab März mit einem kleinen Erstnest. Sobald das Volk wächst, zieht es meist um und baut in 10 bis 20 Metern Höhe ein Sekundärnest. Über die Saison entstehen im Mittel rund 6.000 Arbeiterinnen; im Herbst schlüpfen mehrere hundert Jungköniginnen, von denen einige den Winter überstehen. Im November stirbt das Volk ab, das Nest wird nicht wiederbesiedelt.
Gejagt werden Fliegen, Wespen, Schwebfliegen und vor allem Honigbienen, die in Siedlungsnähe bis zu zwei Drittel der Beute ausmachen. Die erwachsenen Tiere selbst brauchen Zucker und gehen an Fallobst und Efeu.
Schäden und Risiken
Der Stich ist schmerzhaft, aber toxikologisch nicht gefährlicher als der einer heimischen Hornisse oder Wespe. Die Vorstellung, wenige Stiche seien tödlich, ist falsch. Gefährlich wird es bei jedem Zeichen einer Allgemeinreaktion: Quaddeln am ganzen Körper, Atemnot oder Schwindel sind ein Fall für den Notruf 112 – auch ohne vorher bekannte Insektengiftallergie. Riskant sind außerdem Arbeiten direkt am Nest, etwa Heckenschnitt oder Baumpflege, weil das Volk den Nestbereich in einem Umkreis von rund fünf Metern verteidigt.
Der wirtschaftliche Schaden trifft die Imkerei. Dauerhafte Jagd vor dem Flugloch bringt Bienenvölker dazu, den Flugbetrieb einzustellen; sie sammeln weniger, schwächen sich und gehen im Winter ein. Auch Wildbienen und andere Fluginsekten geraten unter Druck.
Vorbeugen
- Im Frühjahr Schuppen, Carports, Gartenhäuser und dichte Hecken auf faustgroße Erstnester kontrollieren – zu diesem Zeitpunkt ist eine Entfernung am einfachsten
- Fallobst regelmäßig aufsammeln und offene Getränke im Garten abdecken
- Imker sichern Fluglöcher mit Fluglochverengern oder Gittern und beobachten die Stände im Spätsommer täglich
- Selbstbaufallen mit Zuckerlösung vermeiden: Sie töten überwiegend heimische Insekten und helfen gegen die Asiatische Hornisse kaum
Bekämpfen
Entfernen Sie ein Nest niemals selbst. Sprays erreichen nur wenige Tiere, reizen aber das ganze Volk, und Nester in Baumkronen sind ohne Hubsteiger und Schutzanzug unerreichbar. Melden Sie den Fund stattdessen mit Foto und genauer Ortsangabe bei der Unteren Naturschutzbehörde oder über das Meldeportal Ihres Bundeslandes. Die Behörde bestätigt die Art; die Entfernung selbst müssen Eigentümer seit 2025 in der Regel eigenständig beauftragen und bezahlen.
Wichtig: Verwechslungsgefahr. Die heimische Hornisse ist nach § 44 BNatSchG besonders geschützt; wer ihr Nest zerstört, riskiert Bußgelder bis 50.000 Euro. Lassen Sie die Art deshalb immer erst bestimmen, bevor irgendetwas passiert.
Wann zum Profi?
Immer. Nestentfernungen bei der Asiatischen Hornisse gehören in die Hand geschulter Schädlingsbekämpfer oder behördlich beauftragter Fachleute, die mit Vollschutzanzug, Teleskoplanze und Hubarbeitsbühne arbeiten. Rufen Sie sofort an, wenn ein Nest an einem Kinderspielplatz, an einer Terrasse oder in Arbeitshöhe sitzt oder wenn im Haushalt eine Insektengiftallergie bekannt ist.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Wie unterscheide ich Asiatische und Europäische Hornisse?
Achten Sie auf die Grundfarbe. Die Asiatische Hornisse wirkt fast schwarz und trägt nur einen breiten orangegelben Ring am hinteren Hinterleib sowie gelbe Beinenden. Die heimische Art ist rotbraun-gelb und deutlich heller gezeichnet. Außerdem fliegt die heimische Hornisse auch nachts und kommt ans Licht, die Asiatische nicht.
Muss ich ein Nest der Asiatischen Hornisse melden?
Ja. Die Art steht auf der Unionsliste invasiver Arten nach der EU-Verordnung 1143/2014, in Deutschland gilt ein behördlicher Meldeaufruf. Melden Sie Fund und Standort mit Foto bei der Unteren Naturschutzbehörde oder über das Meldeportal Ihres Bundeslandes. Die Entfernung organisiert dann die Behörde.
Ist der Stich gefährlicher als bei heimischen Wespen?
Nein. Das Gift ist vergleichbar, der Stich schmerzt kräftig und schwillt an, bleibt für gesunde Menschen aber harmlos. Ein echtes Risiko besteht bei Insektengiftallergie und bei mehrfachen Stichen im Gesicht oder Rachen. Halten Sie zu einem bekannten Nest rund fünf Meter Abstand.
Was kostet die Entfernung eines Nests?
In den meisten Bundesländern tragen Sie die Kosten seit 2025 selbst, weil die Beseitigungspflicht entfallen ist. Fragen Sie vorher trotzdem kurz bei der Naturschutzbehörde nach einem Förderprogramm. Ohne Kostenübernahme beginnen Einsätze mit Hubarbeitsbühne bei 200 Euro.