Hundefloh
Der Hundefloh saugt Blut an Hunden, geht bei Gelegenheit aber auch auf Katzen und Menschen. In Deutschland ist er deutlich seltener als sein naher Verwandter, der Katzenfloh: Selbst auf Hunden findet man in den meisten Fällen Katzenflöhe. Behandelt werden beide gleich. Entscheidend ist: Nur ein kleiner Teil der Flöhe sitzt auf dem Tier, der Rest entwickelt sich in Korb, Teppich und Ritzen.
Hundefloh erkennen
Erwachsene Hundeflöhe sind 2 bis 4 mm groß, rotbraun und stark seitlich abgeflacht. Flügel fehlen, dafür springen sie aus dem Stand rund 25 cm hoch. Vom Katzenfloh unterscheidet er sich nur in Details: Der Kopf ist vorn steiler gerundet, und der erste Zahn des Borstenkamms an der Kopfunterseite ist kürzer als der zweite.
Anzeichen für einen Befall:
- der Hund kratzt und beißt sich anhaltend, vor allem an Rücken, Flanken und Schwanzwurzel
- schwarze, kommaförmige Krümel im Fell, die auf feuchtem Küchenpapier rotbraune Höfe hinterlassen: Flohkot aus verdautem Blut
- kleine springende Tiere im Fell, auf hellen Decken oder auf Socken
- Stiche beim Menschen an Knöcheln und Unterschenkeln, oft zwei bis drei in einer Reihe
- helle Eier und dunkle Krümel im Hundekorb, in Teppichkanten und Dielenritzen
Lebensweise
Nach der ersten Blutmahlzeit beginnt das Weibchen innerhalb von ein bis zwei Tagen mit der Eiablage. Es legt 20 bis 30 Eier am Tag und im Lauf des Lebens mehrere Hundert. Die Eier haften nicht im Fell, sondern rieseln überall dorthin, wo der Hund liegt und läuft. Die lichtscheuen Larven leben in Teppichflor, Ritzen und unter Möbeln und fressen den Flohkot der erwachsenen Tiere.
Nach zwei bis drei Wochen spinnen sie einen klebrigen Kokon. Die Puppe darin kann Monate abwarten und schlüpft erst bei Erschütterung, Wärme oder Kohlendioxid, also wenn ein Wirt vorbeikommt. Bei 25 bis 30 °C und hoher Luftfeuchte dauert die gesamte Entwicklung nur zwei bis vier Wochen, unter kühlen Bedingungen mehrere Monate. Erwachsene Flöhe bleiben auf dem Wirt und saugen mehrmals täglich; ohne Wirt überleben sie einige Tage bis rund zwei Wochen. Mehr zu den Arten finden Sie unter Flöhe.
Schäden und Risiken
Der einzelne Stich ist harmlos, der Speichel löst jedoch Juckreiz und Quaddeln aus. Bei Hunden ist die Flohspeichel-Allergie die häufigste Hautallergie: Wenige Stiche reichen für kahle, nässende Stellen an Rücken und Schwanzwurzel, die sich leicht bakteriell entzünden. Welpen und geschwächte Tiere können bei Massenbefall eine Blutarmut entwickeln.
Als Überträger ist der Hundefloh vor allem als Zwischenwirt des Gurkenkernbandwurms (Dipylidium caninum) von Bedeutung. Verschluckt der Hund beim Putzen einen Floh, entwickelt sich der Bandwurm in seinem Darm; auch Kleinkinder können sich so anstecken. Daneben kann er Bakterien der Gattung Bartonella übertragen. Beim Menschen bleibt es in aller Regel bei juckenden Stichen.
Vorbeugen
- Hund nach tierärztlicher Empfehlung mit Spot-on, Tablette oder Halsband schützen, besonders von Juni bis Oktober
- Hundedecken, Körbchen und Kuscheltiere wöchentlich bei mindestens 60 °C waschen
- Teppiche, Polster, Ritzen und die Flächen unter Möbeln regelmäßig gründlich saugen
- nach Kontakt mit fremden Hunden, Tierpension, Tierheim oder Urlaub mit dem Flohkamm kontrollieren
- Zwinger, Hundehütte und Stroheinstreu regelmäßig ausräumen und reinigen
Bekämpfen
Erfolgreich ist nur, wer Tier und Umgebung gleichzeitig angeht. Behandeln Sie alle Hunde und Katzen im Haushalt am selben Tag mit einem vom Tierarzt empfohlenen Präparat, auch die scheinbar befallsfreien. Parallel dazu zwei Wochen lang täglich saugen, Beutel sofort verschlossen in die Restmülltonne, alle waschbaren Textilien bei 60 °C waschen und nicht waschbare Kissen 24 Stunden in die Gefriertruhe legen.
Reicht das nicht, kommen Umgebungssprays zum Einsatz, die ein Adultizid mit einem Wachstumsregler wie Pyriproxyfen oder Methopren kombinieren und so die Larvenentwicklung stoppen. Die Kokons erreicht kein Mittel, deshalb schlüpfen noch zwei bis vier Wochen lang einzelne Flöhe nach und eine Wiederholung nach etwa drei Wochen gehört dazu. Nicht wirksam sind Ultraschallgeräte, Bernsteinketten, Knoblauch im Futter und Essig. Teebaumöl ist für Hunde und Katzen giftig.
Wichtig: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. Präparate für Hunde und Katzen sind nicht austauschbar: Manche Hundemittel mit Permethrin sind für Katzen tödlich.
Wann zum Profi?
Ein Schädlingsbekämpfer ist sinnvoll, wenn der Befall nach zwei sauber durchgeführten Runden weiterläuft, wenn mehrere Wohnungen betroffen sind oder wenn Sie trotz Stichen kein Tier im Haushalt haben. Dann sitzt die Quelle meist in einem Vogel- oder Marderquartier im Gebäude und muss gefunden und verschlossen werden. Für das Tier selbst bleibt der Tierarzt zuständig.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Gehen Hundeflöhe auf den Menschen über?
Sie stechen den Menschen bereitwillig, siedeln sich auf ihm aber nicht dauerhaft an, weil ihm Fell und passendes Klima fehlen. Typisch sind zwei bis drei Stiche in einer Reihe an Knöcheln und Unterschenkeln. Solange ein Hund als Wirt zur Verfügung steht, bleibt der Mensch ein Gelegenheitsopfer.
Woran erkenne ich den Unterschied zum Katzenfloh?
Mit bloßem Auge gar nicht. Der Hundefloh hat einen vorn steiler gerundeten Kopf und einen kürzeren ersten Zahn im Borstenkamm, was nur unter dem Mikroskop sichtbar ist. Für die Praxis ist das ohne Belang: Beide Arten werden gleich behandelt, und auf Hunden findet man in Mitteleuropa überwiegend Katzenflöhe.
Warum tauchen nach der Behandlung noch Flöhe auf?
Die Puppen im Kokon sind gegen praktisch alle Mittel unempfindlich und können monatelang warten. Aus ihnen schlüpfen noch zwei bis vier Wochen nach der Behandlung neue Flöhe, die dann auf dem behandelten Hund absterben. Saugen Sie in dieser Zeit täglich und wiederholen Sie die Umgebungsbehandlung nach rund drei Wochen.