Katzenfloh
Der Katzenfloh ist der häufigste Floh in deutschen Haushalten und befällt auch Hunde und den Menschen. Wer morgens juckende rote Punkte an Knöcheln und Unterschenkeln findet, hat es meist mit ihm zu tun. Das Problem sitzt dabei selten auf dem Tier: Rund 95 Prozent der Population leben als Ei, Larve oder Puppe im Teppich und in Fugen. Daran scheitern Behandlungen, die nur das Haustier erfassen.
Katzenfloh erkennen
Erwachsene Tiere werden 1,5 bis 4 mm groß, sind rotbraun und stark seitlich abgeflacht, sodass sie sich mühelos durch dichtes Fell schieben. Flügel fehlen, dafür bringt ein Sprung sie bis zu 30 cm weit und 20 cm hoch. Typisch sind die dunklen Borstenkämme an Kopf und Halsschild. Vom Hundefloh ist er nur unter dem Mikroskop zu trennen. Wer ohne Haustier gestochen wird, sollte an Vogelflöhe aus Nestern an der Fassade denken.
- Das Tier kratzt sich oft und beißt in Flanken und Schwanzwurzel
- schwarze, kommaförmige Krümel im Fell, vor allem an der Schwanzbasis
- springende Tiere auf hellen Textilien oder auf den eigenen Socken
- Stiche an Beinen und Knöcheln, oft zwei bis drei in einer Reihe
Tipp: Der Flohkot-Test schafft Klarheit. Kämmen Sie das Fell über einem feuchten weißen Küchentuch aus. Lösen sich die schwarzen Krümel zu rotbraunen Höfen auf, ist es verdautes Blut und damit Flohkot.
Lebensweise
Der Katzenfloh durchläuft vier Stadien: Ei, Larve, Puppe, erwachsener Floh. Das Weibchen legt ab 24 Stunden nach der ersten Blutmahlzeit täglich 20 bis 50 Eier, bis zu 2.000 im Leben. Die Eier haften nicht am Fell, sondern rieseln dort zu Boden, wo das Tier ruht. Die lichtscheuen Larven leben im Teppichflor und in Ritzen und fressen den Kot der erwachsenen Flöhe, also getrocknetes Blut.
Nach ein bis zwei Wochen spinnen sie einen klebrigen Kokon. Darin harrt die Puppe bis zu sechs Monate aus und schlüpft erst, wenn Erschütterung, Wärme oder Kohlendioxid einen Wirt ankündigen. Das erklärt den Flohansturm beim Betreten einer lange leer stehenden Ferienwohnung. Bei 25 bis 30 °C dauert die Entwicklung nur zwei bis vier Wochen. Erwachsene Flöhe bleiben dauerhaft auf dem Wirt und saugen mehrmals täglich.
Schäden und Risiken
Der Stich ist harmlos, der Speichel löst jedoch eine Quaddel mit tagelangem Juckreiz aus, und aufgekratzte Stellen entzünden sich leicht. Bei Hund und Katze ist die Flohspeichel-Allergie die häufigste Hautallergie überhaupt: Schon einzelne Stiche führen zu kahlen, nässenden Stellen. Junge Tiere können bei Massenbefall eine Blutarmut entwickeln.
Als Krankheitsüberträger ist der Katzenfloh weniger bedeutend als oft behauptet. Er ist Zwischenwirt des Gurkenkernbandwurms (Dipylidium caninum), sein Kot enthält den Erreger der Katzenkratzkrankheit Bartonella henselae. Die Pest verbreitete dagegen der Rattenfloh, nicht er. Einen Überblick über die Arten gibt der Eintrag Flöhe.
Vorbeugen
- Freigänger und Hunde nach tierärztlicher Empfehlung schützen, besonders von Juni bis Oktober
- Tierdecken und Körbchen wöchentlich bei mindestens 60 °C waschen
- Teppiche, Polster und Flächen unter Möbeln regelmäßig gründlich saugen
- nach Tierheim oder Urlaub mit dem Flohkamm kontrollieren
- verlassene Vogel- und Marderquartiere am Haus räumen und Zugänge verschließen
Bekämpfen
Wirksam ist nur die gleichzeitige Behandlung von Tier und Wohnung. Behandeln Sie alle Hunde und Katzen des Haushalts am selben Tag mit einem vom Tierarzt empfohlenen Präparat, auch die scheinbar befallsfreien. Parallel dazu zwei Wochen lang täglich saugen, den Beutel sofort verschlossen entsorgen, Textilien bei 60 °C waschen, nicht Waschbares mehrere Tage bei minus 18 Grad einfrieren.
Reicht das nicht, helfen Sprays, die ein Adultizid mit einem Wachstumsregler wie Pyriproxyfen kombinieren. Die Kokons bleiben davon unbeeindruckt, deshalb schlüpfen noch zwei bis vier Wochen lang Flöhe nach und eine zweite Behandlung nach drei Wochen gehört dazu. Nichts bringen Ultraschallgeräte, Bernsteinketten und Essig, Teebaumöl ist für Katzen giftig.
Wichtig: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. Hunde- und Katzenpräparate sind nicht austauschbar, Permethrin ist für Katzen tödlich.
Wann zum Profi?
Rufen Sie einen Schädlingsbekämpfer, wenn der Befall zwei sauber durchgeführte Behandlungsrunden übersteht oder mehrere Wohnungen eines Hauses betroffen sind. Ohne eigenes Haustier stammen die Flöhe meist aus einem Tierquartier im Gebäude, das gefunden und verschlossen werden muss. In Kitas, Praxen und Pflegeheimen gehört die Bekämpfung samt Nachkontrolle in Fachhand.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Können Katzenflöhe auf den Menschen übergehen?
Katzenflöhe stechen den Menschen bereitwillig, siedeln sich aber nicht dauerhaft auf ihm an. Typisch sind zwei bis drei Stiche in einer Reihe an Knöcheln und Unterschenkeln. Solange Hund oder Katze als Hauptwirt zur Verfügung stehen, bleibt der Mensch ein Gelegenheitsopfer. Fehlt ein Tier im Haushalt, nehmen die Stiche deutlich zu.
Warum sehe ich nach der Behandlung immer noch Flöhe?
Die Puppen im Kokon werden von keinem Spray erreicht und können monatelang abwarten. Aus ihnen schlüpfen noch zwei bis vier Wochen nach der Behandlung neue Flöhe, die dann auf das behandelte Tier gehen und dort absterben. Saugen Sie in dieser Zeit täglich und wiederholen Sie die Behandlung nach etwa drei Wochen.
Wie lange überlebt ein Katzenfloh ohne Wirt?
Ein frisch geschlüpfter Floh übersteht je nach Temperatur und Luftfeuchte einige Tage bis rund zwei Wochen ohne Blutmahlzeit. Die Puppe im Kokon hält dagegen bis zu sechs Monate durch. Eine leer stehende Wohnung ist deshalb nach wenigen Wochen keineswegs flohfrei.