Asiatische Buschmücke
Die Asiatische Buschmücke ist nach der Tigermücke die zweite invasive Stechmücke, die sich in Deutschland festgesetzt hat. Sie sticht auch am Tag, brütet in Regentonnen und Untersetzern und ist von Südbaden bis nach Norddeutschland verbreitet. Gegen sie hilft kein Spray, sondern der prüfende Blick auf jedes stehende Wasser im Garten.
Asiatische Buschmücke erkennen
Aedes japonicus japonicus wird 5 bis 6 mm lang und wirkt auf den ersten Blick dunkelbraun bis schwarz. Charakteristisch sind die hell geringelten Beine und der gelblich- bis goldbraun beschuppte Brustabschnitt mit mehreren geschwungenen Längslinien. Insgesamt ist das Tier weniger scharf schwarz-weiß gezeichnet als die Asiatische Tigermücke.
- Beine mit hellen Ringen, letztes Fußglied durchgehend dunkel
- Brustabschnitt goldbraun statt tiefschwarz mit weißem Mittelstreifen
- Sticht tagsüber, mit Schwerpunkt in den Morgen- und Abendstunden
- Larven in kleinen künstlichen Behältern, nicht in Teichen oder Tümpeln
Wichtig: Verwechslungen mit der Tigermücke sind häufig. Beide Arten sind dunkel und hell geringelt, aber nur die Tigermücke trägt einen scharf abgesetzten weißen Mittelstreifen auf dem Brustabschnitt. Fotografieren Sie ein gefangenes Tier von oben, bevor Sie es entsorgen. Eine Meldepflicht besteht nicht, das bundesweite Stechmückenmonitoring bestimmt eingesandte Tiere aber.
Lebensweise
Die Art stammt aus Ostasien und kam vermutlich über den Handel mit Altreifen und Topfpflanzen nach Europa. In Deutschland gelangen die ersten Nachweise Ende der 2000er-Jahre, zunächst am südlichen Oberrhein; seit etwa 2011 gilt sie in Süddeutschland als etabliert. Später kamen Vorkommen in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Ostwestfalen und Niedersachsen dazu. Anders als die Tigermücke kommt sie auch mit kühleren, höher gelegenen Standorten zurecht und wurde in Süddeutschland in Lagen bis etwa 1.000 Meter gefunden.
Die Buschmücke ist ein Behälterbrüter. Die Weibchen legen ihre Eier einzeln an die feuchte Wand kleiner Wasseransammlungen, knapp über der Wasserlinie. Erst wenn Regen den Pegel hebt, schlüpfen die Larven. Die Eier überstehen Trockenheit über Monate und in der Regel auch den Winter, ein vergessener Eimer hinter dem Schuppen trägt deshalb über Jahre eine Population. Die Flugweite ist gering: Wer regelmäßig gestochen wird, hat die Brutstätte fast immer auf dem eigenen Grundstück oder direkt nebenan.
Schäden und Risiken
Die Buschmücke sticht ausdauernd und, anders als die Gemeine Stechmücke, bevorzugt am Tag im Halbschatten von Hecken und Sträuchern. Der Stich verläuft wie bei heimischen Arten: Quaddel, Juckreiz, bei empfindlichen Menschen eine stärkere lokale Schwellung. Tagaktive Stiche im Garten stammen allerdings nicht zwangsläufig von ihr, auch Kriebelmücken und Bremsen sind tagsüber unterwegs.
Medizinisch bedeutsam ist das Vektorpotenzial. Im Labor kann Aedes japonicus das West-Nil-Virus und das Japanische-Enzephalitis-Virus übertragen. Das West-Nil-Virus zirkuliert seit 2018 in Ostdeutschland bei Vögeln und Pferden, seit 2019 sind vereinzelt auch Menschen erkrankt. Welche Rolle die Buschmücke im Freiland spielt, ist offen, belastbare Übertragungsdaten aus Deutschland fehlen. Als Überträger gilt sie damit als möglich, nicht als belegt. Das ist kein Grund zur Sorge, aber ein guter Grund, Brutstätten nicht stehen zu lassen.
Vorbeugen
Der wirksamste Hebel liegt beim Wasser, nicht beim Insekt. Kontrollieren Sie von April bis Oktober alle zwei Wochen jede Stelle, an der sich Wasser sammeln kann. Unter warmen Sommerbedingungen vergehen vom Ei bis zur fertigen Mücke oft nur wenige Wochen.
- Regentonnen und Zisternen mit engmaschigem Gewebe abdecken, Deckel dicht schließen
- Untersetzer, Eimer, Gießkannen, Planen und Gartenspielzeug wöchentlich ausleeren und ausbürsten
- Vogeltränken einmal pro Woche vollständig wechseln, nicht nur nachfüllen
- Dachrinnen und Bodenabläufe freihalten, Altreifen und Schrott trocken lagern
- Grabvasen auf Friedhöfen mit Sand füllen statt mit Wasser
Bekämpfen
Erwachsene Mücken lassen sich im Freien nicht sinnvoll bekämpfen; Fackeln, Vernebler und Ultraschallgeräte bringen nichts. Die Bekämpfung setzt bei den Larven an. Wasserstellen, die sich nicht entleeren lassen, etwa Zisternen, angeschlossene Regentonnen oder Hofgullys, behandeln Sie mit einem Larvizid auf Basis von Bacillus thuringiensis israelensis (Bti). Es wirkt gezielt auf Mückenlarven, muss aber nach starkem Regen und ohnehin alle zwei bis vier Wochen erneuert werden. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Innenräume schützen Sie mechanisch: Fliegengitter, nachts geschlossene Fenster, im Zweifel ein Moskitonetz über dem Bett. Hautmittel mit DEET oder Icaridin wirken auch gegen die Buschmücke, halten je nach Konzentration aber nur wenige Stunden.
Tipp: Sprechen Sie die Nachbarschaft an. Buschmücken fliegen nur kurze Strecken und bleiben meist in der Nähe ihrer Brutstätte. Wird nur ein Garten von zehn saniert, bleibt der Stichdruck; macht eine ganze Straße mit, sinkt er meist schon innerhalb einer Saison spürbar.
Wann zum Profi?
Für den privaten Garten reichen Trockenlegen und Bti in aller Regel aus. Fachliche Hilfe lohnt sich, wenn der Stichdruck hoch bleibt, obwohl keine Brutstätte zu finden ist, wenn große oder unzugängliche Wasserreservoire auf dem Gelände liegen oder wenn ein Betrieb, eine Kleingartenanlage oder ein Friedhof betroffen ist. Fachbetriebe kartieren Brutstätten systematisch und dosieren Bti nach Wasservolumen.
Haben Sie den Verdacht, dass es sich um die Asiatische Tigermücke handelt, wenden Sie sich zusätzlich an das Gesundheitsamt. Für diese Art laufen in mehreren Bundesländern koordinierte Bekämpfungsprogramme.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Woran erkenne ich, ob es eine Buschmücke oder eine Tigermücke ist?
Entscheidend ist der Brustabschnitt. Die Tigermücke trägt dort einen scharf abgesetzten, weißen Mittelstreifen auf tiefschwarzem Grund. Bei der Buschmücke ist dieser Bereich goldbraun beschuppt und zeigt mehrere geschwungene Linien. Beide haben hell geringelte Beine, das allein reicht zur Unterscheidung nicht.
Kann die Asiatische Buschmücke Krankheiten übertragen?
Im Labor kann sie das West-Nil-Virus und das Japanische-Enzephalitis-Virus übertragen. Ob sie im Freiland tatsächlich eine Rolle spielt, ist bislang nicht geklärt, belastbare Daten aus Deutschland fehlen. Sie gilt daher als möglicher, nicht als belegter Überträger.
Warum stechen mich Mücken bei mir im Garten schon am Nachmittag?
Die meisten heimischen Stechmücken sind dämmerungsaktiv. Die Buschmücke sticht dagegen den ganzen Tag über, bevorzugt im Halbschatten von Hecken und Büschen. Auch Kriebelmücken und Bremsen sind tagsüber unterwegs, sodass ein Stich am Nachmittag nicht automatisch von der Buschmücke stammt.
Was bringt Bti und wie oft muss ich es anwenden?
Bti ist ein biologisches Larvizid, das gezielt Mückenlarven im Wasser abtötet. Es eignet sich für Zisternen, angeschlossene Regentonnen und Gullys, die sich nicht ausleeren lassen. Die Wirkung hält etwa zwei bis vier Wochen und muss nach starkem Regen erneuert werden. Behälter, die Sie leeren können, brauchen kein Mittel.