Rotfuchs
Ein Fuchs, der in der Dämmerung über den Rasen trabt, gehört in vielen deutschen Städten zum Alltag. Rotfüchse leben in Parks, Kleingärten und Hinterhöfen, oft jahrelang unbemerkt. Ärger entsteht meist nicht durch das Tier selbst, sondern durch offene Mülltonnen, Futterreste und Hohlräume unter Terrassen.
Rotfuchs erkennen
Der Rotfuchs (Vulpes vulpes) misst 50 bis 90 cm Kopf-Rumpf-Länge, dazu kommt die 30 bis 60 cm lange, buschige Rute. Das Gewicht liegt meist zwischen 4 und 10 kg; das dichte Winterfell lässt die Tiere schwerer wirken, als sie sind. Oberseite und Flanken sind rostrot bis gelbbraun, Kehle und Bauch weiß, die Ohrrückseiten und die Vorderseiten der Läufe schwarz. Verwechseln kann man ihn nachts mit einer Katze und mit dem Marderhund, der gedrungener wirkt, kurze Beine hat und eine dunkle Gesichtsmaske trägt.
- Trittsiegel schmal und länglich, in fast gerader Linie hintereinander
- Losung wurstförmig und zugespitzt, oft mit Haaren und Kirschkernen, gern erhöht auf Steinen abgesetzt
- Bauröhren mit 20 bis 30 cm Durchmesser und ausgeworfenem Erdhaufen, häufig unter Schuppen, Holzterrassen und Gartenhäusern
- Heiseres Bellen und schrille Schreie, vor allem in der Ranzzeit im Januar und Februar
Wichtig: Ein Fuchs, der am Tag unterwegs ist, ist nicht automatisch krank. Stadtfüchse gewöhnen sich an Menschen und sind auch bei Helligkeit aktiv. Auffällig sind dagegen großflächig kahle Stellen, verkrustete Haut und eine stark ausgedünnte Rute – typische Zeichen der Räude. Halten Sie Abstand und lassen Sie Hunde nicht heran.
Lebensweise
Füchse sind Allesfresser. Mäuse, Regenwürmer, Käfer, Vögel, Fallobst und Aas stehen auf dem Speiseplan, im Siedlungsraum ergänzt um Speisereste, Katzenfutter und Abfall. Diese leicht erreichbare Zusatznahrung erklärt, warum Stadtreviere oft nur wenige Hundert Meter durchmessen, während sie in der freien Landschaft mehrere Quadratkilometer groß sind.
Die Ranzzeit fällt in den Hochwinter. Ab März bringt die Fähe im Bau vier bis sechs Welpen zur Welt, die zunächst ein graubraunes Wollkleid tragen und ab Mai vor dem Eingang spielen. Als Bau dient alles, was Deckung und trockenen Boden bietet: aufgeweitete Dachs- oder Kaninchenröhren, Wurzelteller, Reisighaufen – und im Siedlungsbereich der Hohlraum unter der Terrasse. Ein Fuchs gräbt sich nicht durch Fundamente, er nutzt vorhandene Spalten und Kriechräume.
Schäden und Risiken
Materielle Schäden bleiben meist überschaubar: aufgerissene Müllsäcke, umgeworfene Biotonnen, ausgegrabene Beete, verschleppte Schuhe und Spielzeug. Wo Hühner, Kaninchen oder Enten ungesichert gehalten werden, kommt es zu Verlusten, oft an mehreren Tieren in einer Nacht.
Gesundheitlich stehen zwei Punkte im Vordergrund. Der Kleine Fuchsbandwurm wird über Eier in der Losung ausgeschieden; eine Ansteckung des Menschen ist möglich, Erkrankungen sind in Deutschland aber sehr selten. Sinnvoll ist trotzdem, bodennah wachsendes Obst und Gemüse gründlich zu waschen und nach der Gartenarbeit die Hände zu reinigen. Die Fuchsräude, ausgelöst durch eine Grabmilbe, kann auf Hunde übergehen und beim Menschen einen vorübergehenden Juckreiz verursachen; der Mensch ist Fehlwirt, in dem sich die Milbe nicht vermehrt. Tollwut spielt seit dem Erfolg der Impfköderaktionen keine praktische Rolle mehr. Nebenbei tragen Füchse Zecken und Flöhe in den Garten, darunter den Menschenfloh.
Vorbeugen
- Mülltonnen geschlossen halten, Deckel beschweren oder die Tonnen in einer Box unterbringen
- Kein Futter für Katzen, Igel oder Vögel über Nacht draußen lassen, keine Speisereste auf den Kompost geben
- Fallobst täglich aufsammeln, Grillrost und Fettauffangschale nach Gebrauch reinigen
- Hohlräume unter Terrassen, Gartenhäusern und Garagen mit stabilem Gitter verschließen, dabei rund 30 cm tief eingraben
- Kleintierställe mit engmaschigem Draht sichern, auch nach unten, und nachts konsequent schließen
Füchse niemals füttern oder anlocken. Ein Tier, das Menschen mit Nahrung verbindet, verliert die Scheu, bleibt im Garten und wird dann zum Dauergast. In vielen Kommunen ist das Füttern von Wildtieren ohnehin untersagt.
Bekämpfen
Der Rotfuchs unterliegt dem Jagdrecht. Ihn zu fangen oder zu töten ist allein Jagdausübungsberechtigten erlaubt und nur nach dem jeweiligen Landesjagdgesetz; Wild mit Gift zu töten ist nach dem Bundesjagdgesetz ausnahmslos verboten. In Hausgärten und Wohngebieten – jagdrechtlich befriedeten Bezirken – ruht die Jagd; Eingriffe brauchen eine Genehmigung der Unteren Jagdbehörde und werden meist von Stadtjägern ausgeführt. Eigenmächtige Fallen und Giftköder sind strafbar und treffen regelmäßig Katzen, Igel und Hunde mit.
Bleibt die Vergrämung. Bewegungsmelder mit Licht, Wasserstrahlgeräte, ein Radio am Bau oder Geruchsstoffe stören Füchse zunächst, verlieren aber binnen weniger Tage ihre Wirkung, wenn sonst nichts geschieht. Wirksam ist erst die Kombination aus Störung und konsequentem Nahrungsentzug. Einen belegten Bau dürfen Sie nicht verschließen: Sie sperren sonst Welpen ein, und das verbietet das Tierschutzgesetz.
Tipp: Ob ein Bau noch bewohnt ist, zeigt ein einfacher Test. Legen Sie ein locker geknülltes Papierknäuel in die Röhre. Bleibt es zwei bis drei Tage unberührt und ziehen sich Spinnfäden über den Eingang, ist der Bau verlassen. Erst dann verfüllen und mit Gitter oder Platte dauerhaft sichern, am besten im Spätsommer oder Herbst.
Wann zum Profi?
Wenden Sie sich an die Untere Jagdbehörde oder die kommunale Wildtierberatung, wenn ein Fuchs unter dem Wohnhaus oder im Kriechkeller lebt, wenn ein Tier sichtbar krank oder verletzt ist, wenn es jede Scheu verloren hat, oder wenn ein Bau trotz aller Maßnahmen jedes Jahr neu belegt wird. Schädlingsbekämpfer dürfen Füchse nicht bejagen, übernehmen aber die baulichen Arbeiten: Hohlräume ausmessen, Gitter setzen, Lichtschächte und Zugänge dauerhaft schließen. Steht der Verdacht im Raum, dass es gar kein Fuchs ist, hilft der Vergleich mit Steinmarder und Waschbär – beide klettern und gehen ins Dach, der Fuchs bleibt am Boden.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Ein Fuchs läuft am helllichten Tag durch meinen Garten – ist er krank?
Nein, nicht zwangsläufig. Stadtfüchse haben ihre Scheu vor Menschen weitgehend verloren und sind auch tagsüber unterwegs, besonders wenn Jungtiere zu versorgen sind. Verdächtig wird es erst bei großflächig kahlen Stellen, verkrusteter Haut, stark ausgedünnter Rute oder torkelndem Gang. Melden Sie solche Tiere der Unteren Jagdbehörde und halten Sie Hunde fern.
Wie hoch ist das Risiko durch den Fuchsbandwurm im Garten?
Die Eier gelangen über die Losung in die Umgebung, eine Ansteckung des Menschen ist grundsätzlich möglich. Erkrankungen sind in Deutschland allerdings sehr selten, und Panik ist nicht angebracht. Waschen Sie bodennah wachsendes Obst und Gemüse gründlich, entfernen Sie Losung mit Handschuhen und waschen Sie nach der Gartenarbeit die Hände.
Darf ich einen Fuchs im Garten fangen oder töten?
Nein. Der Rotfuchs unterliegt dem Jagdrecht; Fangen und Töten sind Jagdausübungsberechtigten vorbehalten. In Wohngebieten und Hausgärten ruht die Jagd zusätzlich, dort sind Eingriffe nur mit Genehmigung der Unteren Jagdbehörde möglich. Eigenmächtige Fallen sind strafbar, und Gift ist beim Wild ausnahmslos verboten – Giftköder treffen zudem regelmäßig Katzen, Hunde und Igel.
Unter meiner Terrasse ist ein Fuchsbau – wie werde ich ihn los?
Zuerst prüfen, ob der Bau noch besetzt ist: ein locker geknülltes Papierknäuel in die Röhre legen und zwei bis drei Tage beobachten. Solange Welpen darin sein können, darf der Bau nicht verschlossen werden, das verbietet das Tierschutzgesetz. Ist er verlassen, wird er verfüllt und der Zugang mit eingegrabenem Gitter dauerhaft gesichert, am besten im Spätsommer oder Herbst.