Schwarzgraue Wegameise
Die Schwarzgraue Wegameise ist die Ameise, die man in Deutschland an Terrassenfugen, Gehwegen und in der Küche antrifft. Sie zerstört keine Bausubstanz, wird aber lästig, sobald eine Laufstraße durch die Wohnung führt oder das Nest den Sand unter den Terrassenplatten ausräumt. Bekämpft wird sie mit Ködern, nicht mit Sprays – nur so erreicht das Mittel die Königin.
Schwarzgraue Wegameise erkennen
Die Arbeiterinnen sind 3 bis 5 mm lang, einheitlich dunkelbraun bis schwarzgrau und matt, die Königin misst 8 bis 9 mm. Verwechseln lässt sich die Art mit der Braunen Wegameise, die zweifarbig ist, mit dunklem Kopf und Hinterleib und deutlich hellerem Brustabschnitt, und die in Bauholz oder Dämmstoff nistet, weshalb dort zusätzlich die Feuchteursache beseitigt werden muss, sowie mit der Glänzendschwarzen Holzameise, die tiefschwarz glänzt und verbautes Holz aushöhlt.
Typische Anzeichen:
- Ameisenstraßen entlang von Fugen, Sockelleisten und Fensterrahmen
- feiner Sandauswurf an Pflasterfugen und Terrassenrändern – darunter sitzt das Nest
- Ameisen im Vorratsschrank an Zucker, Honig und Haustierfutter
Lebensweise
Ein Volk besteht aus einer Königin und meist 5.000 bis 15.000 Arbeiterinnen. Die Königin kann über 20 Jahre alt werden – ein Nest verschwindet also nicht von selbst. Es liegt im Boden, gern unter wärmespeichernden Platten oder an der sonnigen Hauswand; in Gebäuden nutzt die Art Hohlräume, Dämmschichten und Ritzen hinter Sockelleisten.
Hauptnahrung ist Honigtau: Wegameisen halten Blattläuse an Sträuchern und Obstbäumen als Nutztiere und ernten ihre Zuckerausscheidungen. Dazu kommen tote Insekten, Fette und im Haushalt alles Süße. Die Orientierung läuft über Duftspuren; eine etablierte Straße bleibt stabil, bis die Spur unterbrochen wird.
Schäden und Risiken
Gesundheitlich ist die Art harmlos: Sie hat keinen Stachel und überträgt im Wohnbereich praktisch keine Krankheitserreger; hier ist die Pharaoameise das größere Problem. Verunreinigte Lebensmittel müssen dennoch entsorgt werden.
Bauliche Schäden entstehen indirekt: Beim Nestbau tragen die Tiere Sand aus Fugen und Bettungsschichten heraus, wodurch Terrassenplatten und Treppenstufen absacken. In Wärmedämmverbundsystemen nagen sie Gänge in weiche Dämmplatten. Im Garten fördern sie über die Pflege der Blattlauskolonien den Befall an Rosen und Obstgehölzen, in Außensteckdosen können Nester Kontaktprobleme verursachen.
Vorbeugen
- Zucker, Süßwaren und Tierfutter in dicht schließenden Behältern aufbewahren.
- Krümel und klebrige Flächen sofort entfernen, Mülleimer geschlossen halten.
- Risse im Sockel, Fugen und Rohrdurchführungen mit Acryl oder Silikon schließen.
- Fassadenbewuchs von der Hauswand zurückschneiden – Zweige sind Brücken für Laufstraßen.
- Blattläuse an Kletterpflanzen und Obstgehölzen früh bekämpfen.
- Pflanzkübel und Holzstapel mit Abstand zum Gebäude aufstellen, Pflasterfugen dicht halten.
Wegameisen bekämpfen
Wirksam sind Fraßköderdosen mit zuckerhaltigem Lockstoff und langsamem Wirkstoff. Die Arbeiterinnen tragen den Köder ins Nest und verfüttern ihn an Brut und Königin – deshalb ist es richtig, dass zunächst noch Ameisen laufen. Stellen Sie die Dosen direkt auf die Laufstraße, entfernen Sie alle anderen Nahrungsquellen und rechnen Sie mit ein bis drei Wochen. Sprühen Sie die Straße nicht ab: Kontaktmittel töten nur die sichtbaren Arbeiterinnen, das Volk bleibt bestehen.
Ohne Chemie geht es im Garten oft mit Umsiedlung: Stellen Sie einen mit Holzwolle gefüllten Tontopf umgedreht über das Nest und tragen Sie ihn nach zwei bis drei Wochen mindestens 50 Meter weit weg. Duftspuren im Haus unterbrechen Sie mit Essigwasser, gefolgt vom Abdichten der Eintrittsstelle. Zimt, Kreide und Kaffeesatz halten Ameisen bestenfalls kurz auf; Backpulver beseitigt das Nest nicht, kochendes Wasser erreicht die Königin selten.
Wichtig: Ameisen stehen als wild lebende Tiere unter dem allgemeinen Schutz des §39 BNatSchG und dürfen nicht ohne vernünftigen Grund getötet werden. Rote Waldameisen der Gattung Formica sind zusätzlich nach §44 BNatSchG besonders geschützt – ihre Nester dürfen weder zerstört noch behandelt werden. Ameisenköder sind Biozidprodukte: vorsichtig verwenden, vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Wann zum Profi?
Ein Fachbetrieb ist sinnvoll, wenn das Nest in der Fassadendämmung, unter dem Estrich oder in einer Zwischendecke sitzt, wenn nach Wochen der Köderanwendung weiter Ameisen laufen oder wenn in Küche und Lebensmittelbetrieb Ameisenstraßen auftreten. Auch bei unklarer Art lohnt der Anruf, denn holzzerstörende Arten verlangen ein anderes Vorgehen. Einen Überblick gibt der Eintrag Ameisen.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Warum laufen nach dem Auslegen von Ködern erst mehr Ameisen?
Das ist gewollt. Der Köder wirkt langsam, damit die Arbeiterinnen ihn ins Nest tragen und an Brut und Königin verfüttern. In den ersten Tagen steigt die Zahl der Tiere an der Köderdose deshalb an. Entfernen Sie die Dose nicht zu früh und rechnen Sie mit ein bis drei Wochen bis zum Rückgang.
Sind die geflügelten Ameisen im Sommer gefährlich?
Nein. Beim Schwarmflug zwischen Juni und September verlassen Jungköniginnen und Männchen die Nester zur Paarung, oft in der ganzen Nachbarschaft am selben Tag. Die Tiere fressen nichts an, stechen nicht und verschwinden nach ein bis zwei Tagen. Ein Befall im Haus liegt nur vor, wenn Sie dauerhaft Ameisenstraßen sehen.
Schädigt die Wegameise mein Haus?
Gesundes Holz greift sie im Unterschied zu Holzameisen nicht an. Sie räumt aber Sand aus Fugen und Bettungsschichten, sodass Terrassenplatten und Pflaster absacken, und nagt Gänge in weiche Fassadendämmung. Nester in Außensteckdosen und Verteilern können außerdem Kontaktprobleme verursachen.