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Materialschädling

Glänzendschwarze Holzameise

Die Glänzendschwarze Holzameise ist neben den Rossameisen (Camponotus spp.) eine der wenigen heimischen Ameisen, die ernsthafte Bauschäden verursachen können. Sie frisst kein Holz, nagt aber großflächig Hohlräume hinein, um darin ihr Nest aus einer papierartigen Masse zu bauen. Sind Balken oder Fachwerk betroffen, geht es um Statik, nicht um Ästhetik.

Glänzendschwarze Holzameise erkennen

Arbeiterinnen messen 4 bis 6 Millimeter und sind tiefschwarz mit lackartigem Glanz, der sie schon aus einem Meter Entfernung von den matt wirkenden Wegameisen unterscheidet. Der Hinterkopf ist deutlich herzförmig ausgerandet. Werden die Tiere gestört, verströmen sie einen typischen süßlich-aromatischen Duft, der schon am Nest auffällt.

  • Breite, stark frequentierte Ameisenstraßen, die über Jahre am selben Ort verlaufen
  • Überdachte Laufgänge aus Erde und Holzmaterial an Stämmen, Mauern und Sockeln
  • Feines, dunkles Nagemehl unter Balken, Fensterrahmen oder Verkleidungen
  • Nestmaterial wie brüchige, dunkelbraune Pappe in Hohlräumen, mit feinen Kammern durchzogen

Am wichtigsten ist die Abgrenzung zu den Rossameisen (Camponotus herculeanus und Camponotus ligniperdus), den größten holzschädigenden Ameisen bei uns: Sie sind mit 6 bis 14 Millimetern deutlich größer, matt schwarzbraun mit rotbraunem Brustabschnitt, und sie bauen kein Kartonnest, sondern nagen reine Gangsysteme ins Holz. Andere schwarze Ameisen glänzen nicht und legen ebenfalls keine Kartonnester an. Nagespuren im Holz stammen dagegen oft vom Hausbock, dessen Larven ovale Ausfluglöcher und dicht gepacktes Bohrmehl hinterlassen.

Lebensweise

Das Nest besteht aus zerkautem Holz, Erde und Honigtau und wird von einem Pilzgeflecht durchzogen, das die Masse stabilisiert. Daher der zweite Name Kartonameise. Kolonien werden sehr groß: Bis zu zwei Millionen Arbeiterinnen und mehrere Königinnen sind möglich.

Die Koloniegründung verläuft sozialparasitisch. Eine Jungkönigin dringt nach dem Schwarmflug in das Nest einer anderen Lasius-Art ein, übernimmt dort die Arbeiterinnen und baut mit ihnen den eigenen Staat auf. Ernährt wird die Kolonie fast ausschließlich von Honigtau, den Blatt- und Rindenläuse ausscheiden. Deshalb führen die Straßen meist zu einem bestimmten Baum. Feste Nahrung nehmen sie kaum auf, was die Bekämpfung erschwert.

Schäden und Risiken

Der Schaden entsteht durch das Aushöhlen. Betroffen sind bevorzugt Holz mit erhöhter Feuchte, Altbaubalken, Fachwerk, Dachstuhlfüße und Holzverkleidungen an der Wetterseite. Über Jahre können mehrere Zentimeter tiefe Hohlräume entstehen, in Einzelfällen bis zur Beeinträchtigung der Tragfähigkeit.

Gesundheitlich ist die Art harmlos. Einen Stachel besitzt sie nicht, sie beißt und kann Ameisensäure abgeben, was auf der Haut brennt, aber ungefährlich ist. Lebensmittel befällt sie kaum, weil sie auf Honigtau spezialisiert ist. Anders als die Roten Waldameisen steht die Glänzendschwarze Holzameise nicht unter besonderem Artenschutz.

Vorbeugen

  • Feuchteschäden zügig beheben, Holz konstruktiv trocken halten, Spritzwasserbereiche schützen
  • Alte Baumstümpfe im Umfeld roden, morsche Stammfüße und Totholz nahe am Gebäude entfernen
  • Sträucher und Äste vom Haus abrücken, sie dienen als Brücken zum Gebäude
  • Blattlausbefall an Hausbäumen im Blick behalten, er ist die Futterquelle der Kolonie

Bekämpfen

Einfach die Ameisenstraße wegzuwischen bringt gar nichts, die Tiere legen sie binnen Stunden neu an. Wirksam ist nur, das Nest zu treffen.

  • Zuckerbasierte Fraßköder mit verzögert wirkendem Wirkstoff einsetzen, damit die Arbeiterinnen den Köder ins Nest tragen; Proteinköder sind bei dieser Art wenig attraktiv
  • Köderdosen direkt an die Laufstraßen setzen und mehrere Wochen stehen lassen, ohne die Straße zu stören
  • Nest lokalisieren: Laufwege konsequent verfolgen, Holz abklopfen, Verkleidungen öffnen
  • Befallenes, ausgehöhltes Holz austauschen und die Ursache der Durchfeuchtung beseitigen

Backpulver, Zimt, Essig und Kaffeesatz lösen einen Befall nicht auf, sie verlagern die Straße höchstens. Kochendes Wasser hilft allenfalls bei kleinen Erdnestern im Garten und ist an Gebäuden untauglich.

Wichtig: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen. Sprühmittel auf Laufstraßen sind bei dieser Art kontraproduktiv: Sie töten nur Arbeiterinnen, treiben die Kolonie zur Nestteilung und verschlechtern die Lage.

Wann zum Profi?

Sobald das Nest in einem Bauteil sitzt, gehört die Sache in Fachhände. Ein Schädlingsbekämpfer bestimmt die Art sicher, ortet das Nest und setzt Köder fachgerecht ein; bei Verdacht auf geschwächte Balken sollte zusätzlich ein Holzschutzgutachter oder Zimmerer die Statik prüfen. Auch wenn nach acht Wochen Köderauslage keine Besserung eintritt, ist professionelle Hilfe der richtige Weg. Weitere Arten und ihre Unterschiede finden Sie unter Ameisen.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Frisst die Glänzendschwarze Holzameise Holz?

Nein. Sie verdaut kein Holz, sondern nagt es heraus, um Hohlräume für ihr Nest zu schaffen. Das zerkaute Material verbaut sie zusammen mit Erde und Honigtau zu einer papierartigen Masse. Der Schaden entsteht also mechanisch und kann über Jahre trotzdem erheblich werden.

Wie gefährlich ist die Art für ein Fachwerkhaus?

Sie befällt bevorzugt feuchtes und bereits geschädigtes Holz und kann darin über Jahre mehrere Zentimeter tiefe Hohlräume anlegen. In Einzelfällen leidet die Tragfähigkeit von Balken. Deshalb sollten Sie bei Verdacht nicht nur die Ameisen bekämpfen, sondern das Holz von einem Zimmerer oder Sachverständigen beurteilen lassen.

Warum wirken meine Ameisenköder nicht?

Meist, weil der Köder nicht passt. Die Art lebt fast ausschließlich von Honigtau und nimmt zuckerbasierte Köder an, Proteinköder dagegen kaum. Wichtig ist außerdem Geduld: Der Wirkstoff muss verzögert wirken, damit die Arbeiterinnen ihn ins Nest tragen. Stören Sie die Laufstraße in dieser Zeit nicht.

Steht die Glänzendschwarze Holzameise unter Naturschutz?

Nein. Besonders geschützt sind die Roten Waldameisen der Gattung Formica mit ihren großen Nesthügeln, die Sie weder töten noch umsiedeln dürfen. Die Glänzendschwarze Holzameise gehört nicht dazu und darf bekämpft werden. Bei Unsicherheit über die Art lohnt eine Bestimmung, bevor Sie handeln.