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Lästling

Rotrückige Hausameise

Die Rotrückige Hausameise ist die Art, die im Frühjahr in langen Straßen an Hauswänden hochläuft und plötzlich in Küche oder Bad steht. Sie nistet in Mauerfugen, Rollladenkästen und hinter Fassadendämmung, nicht in gesundem Holz. Gefährlich ist sie nicht, aber hartnäckig: Solange das Nest im Gebäude sitzt, kommen die Tiere immer wieder.

Rotrückige Hausameise erkennen

Die Arbeiterinnen werden 3 bis 4,5 mm lang. Kopf und Hinterleib sind dunkelbraun bis schwarz, das Mittelstück leuchtet rostrot. Diese Zweifärbung unterscheidet sie zuverlässig von der einfarbig braunschwarzen Schwarzgrauen Wegameise und der gelblichen Pharaoameise, die im Gegensatz zu ihr dauerhaft in beheizten Gebäuden lebt. Anders als bei der Glänzendschwarzen Holzameise entstehen keine Fraßgänge in Bauholz.

Auf ein Nest am oder im Haus deuten hin:

  • gleichbleibende Ameisenstraßen an Fassade, Fensterrahmen, Terrassentür oder Sockelleiste
  • feiner Sandauswurf und Erdkrümel aus Mauerfugen, Plattenritzen und Dehnungsfugen
  • Tiere, die zielstrebig zu Blattlauskolonien an Kletterpflanzen, Obstbäumen oder Kübelpflanzen laufen
  • im Sommer plötzlich geflügelte Tiere am Fenster: der Schwarmflug findet meist von Juni bis August statt
  • Ameisen in Zuckerdose, Katzennapf oder Mülleimer, oft schon wenige Stunden nach dem ersten Kundschafter

Lebensweise

Ein Volk besteht aus einer Königin und wenigen Tausend bis rund 10.000 Arbeiterinnen. Die Königin lebt bis zu 20 Jahre, Arbeiterinnen einige Monate bis zwei Jahre. Das Nest liegt bevorzugt an sonnenwarmen Südwänden: in Mauerfugen, unter Fensterbänken und Terrassenplatten, in Hohlräumen der Fassadendämmung. Von dort führen Straßen bis in den dritten oder vierten Stock.

Hauptnahrung ist Honigtau, den Blattläuse ausscheiden. Die Ameisen pflegen und verteidigen ihre Lausbestände regelrecht und tragen den Zuckersaft ins Nest. Dazu kommen tote Insekten, Fett und alles Süße aus der Küche. Kundschafterinnen legen Duftspuren, denen andere Tiere folgen, deshalb entsteht innerhalb weniger Stunden aus einer einzelnen Ameise eine Straße. Ab etwa 5 °C werden sie aktiv, im Winter ruht das Volk, in warmen Gebäudeteilen bleibt es beweglich.

Schäden und Risiken

Die Rotrückige Hausameise sticht nicht und überträgt keine Krankheiten. Beißen kann sie, was auf der Haut kurz brennt, gesundheitlich aber ohne Folgen bleibt. Lebensmittel, in denen Ameisen gelaufen sind, sollten Sie wegwerfen, weil die Tiere auch über Mülleimer und Kompost laufen.

Bausubstanz zerstört sie nicht, kann aber vorhandene Schwachstellen vergrößern: Sie räumt lose Mörtelfugen aus, legt Gänge in weichem Dämmmaterial an und nistet in Hohlräumen von Fassaden und Estrichen. Im Garten fördert sie durch die Pflege von Blattläusen deren Vermehrung an Rosen, Obst und Kübelpflanzen.

Vorbeugen

  • Fugen, Risse, Kabeldurchführungen und Fensteranschlüsse mit Silikon oder Mörtel schließen
  • Zucker, Honig, Marmelade, Müsli und Tierfutter in dicht schließenden Behältern lagern
  • Krümel, Saftreste und Fettspritzer sofort entfernen, Mülleimer täglich leeren
  • Blattläuse an Fassadenbegrünung, Rosen und Obstgehölzen früh bekämpfen, das entzieht dem Volk die Hauptnahrung
  • Äste, Efeu und Rankgitter von der Hauswand abrücken, sie dienen als Aufstieg
  • Kompost, Brennholz und Kübel nicht direkt an die Hauswand stellen

Bekämpfen

Wirksam sind Fraßköderdosen mit Zuckerlösung und niedrig dosiertem Wirkstoff. Die Arbeiterinnen tragen den Köder ins Nest und füttern Königin und Brut mit. Stellen Sie die Dosen direkt auf die Straße, nicht daneben, und lassen Sie sie zwei bis vier Wochen stehen. Reinigen Sie in dieser Zeit die Laufwege nicht mit Reiniger, sonst reißt die Duftspur ab.

Sprays töten nur, was sie treffen, und lassen das Nest unberührt: Der Befall ist nach wenigen Tagen zurück. Kochendes Wasser hilft nur bei freiliegenden Gartennestern. Backpulver, Zimt, Kreide, Essig und Kaffeesatz stören die Duftspur kurz, lösen aber keinen Befall auf. Wo das Nest in der Fassade oder Dämmung sitzt, kommen Sie mit Hausmitteln nicht heran.

Wichtig: Rote Waldameisen (Formica rufa und verwandte Arten) sind nach §44 BNatSchG besonders geschützt. Ihre Nester dürfen weder zerstört noch umgesetzt werden, eine Umsiedlung braucht die Genehmigung der Naturschutzbehörde, sonst drohen Bußgelder. Für Köder gilt: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Wann zum Profi?

Holen Sie einen Schädlingsbekämpfer, wenn das Nest in Dämmung, Zwischendecke oder Estrich sitzt, wenn nach zwei Köderrunden weiter Straßen laufen oder wenn mehrere Wohnungen betroffen sind. Er bestimmt die Art, findet den Nesteingang und arbeitet mit Gelködern und Stäubemitteln, die in Hohlräume gelangen. Einen Überblick über weitere Arten finden Sie unter Ameisen.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Woran erkenne ich die Rotrückige Hausameise sicher?

An der Zweifärbung: Kopf und Hinterleib sind dunkelbraun bis schwarz, das Mittelstück dazwischen ist rostrot. Die Arbeiterinnen bleiben mit 3 bis 4,5 mm klein. Wegameisen sind einfarbig braunschwarz, die Pharaoameise ist gelblich und durchscheinend.

Warum laufen nach dem Auslegen von Ködern plötzlich mehr Ameisen?

Der Köder wirkt langsam und wird deshalb bereitwillig eingetragen. In den ersten Tagen rekrutieren die Tiere zusätzliche Sammlerinnen, die Straße wird also stärker. Das ist ein gutes Zeichen: Der Wirkstoff erreicht Königin und Brut. Nach zwei bis vier Wochen bricht das Volk zusammen.

Beschädigen Rotrückige Hausameisen das Haus?

Bauholz zerstören sie nicht, dafür fehlt ihnen die Lebensweise der Holzameisen. Sie nutzen aber vorhandene Hohlräume, räumen lockere Mörtelfugen aus und legen Gänge in weiche Dämmstoffe. Schäden entstehen dadurch langsam und meist an ohnehin schadhaften Stellen.