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Vorratsschädling

Tropische Speichermotte

Die Tropische Speichermotte stammt aus den Tropen und Subtropen und ist mit dem Welthandel überallhin gelangt. In Deutschland überlebt sie im Freien nicht – sie kommt mit der Ware. Sie gehört zu den Vorratsschädlingen, die regelmäßig mit Nüssen, Datteln und Kakaobohnen eingeschleppt werden, oft gemeinsam mit dem Rotbraunen Reismehlkäfer. Geläufig ist sie deshalb auch als Dattelmotte.

Tropische Speichermotte erkennen

Die Vorderflügel sind 7 bis 9 mm lang, die Spannweite liegt bei etwa 15 bis 20 mm. Die Grundfarbe der Vorderflügel ist ein unauffälliges Braungrau mit zwei blassen, verwaschenen Querlinien; die Hinterflügel sind hellgrau und wirken durchscheinend. Die Raupen werden rund 15 mm lang, sind hell weißlich bis rötlich getönt und haben eine braune Kopfkapsel.

  • Dichte Gespinste in Datteln, Feigen, Nüssen, Kakaobohnen, Trockenobst und Getreideerzeugnissen
  • Fraßmehl und Kotkrümel zwischen den Früchten, die Ware verklebt zu Nestern
  • Ausgewachsene Raupen wandern aus der Ware ab und verpuppen sich in Ritzen, an Wänden und unter Deckeln

Wichtig: Von der Speichermotte lässt sich die Art sicher nur anhand von Flügeladerung und Genitalarmatur unterscheiden, also im Labor. Die Mehlmotte ist dagegen schon an der Größe zu erkennen: Sie erreicht 20 bis 25 mm Spannweite und trägt zickzackförmige Querlinien auf bleigrauen Vorderflügeln. Die Dörrobstmotte erkennen Sie dagegen am deutlich zweifarbig geteilten Vorderflügel. Für Ihr Vorgehen zu Hause spielt die genaue Art ohnehin keine Rolle: Bei allen Vorratsmotten sind die Maßnahmen identisch.

Lebensweise

Die Art ist ausgesprochen wärmeliebend und entwickelt sich nur in einem engen Temperaturfenster von etwa 15 bis 35 °C. Unterhalb von rund 15 °C kommt die Entwicklung zum Stillstand, und längere Kälte überstehen die Larven nicht. Deshalb gibt es in Deutschland keine Freilandpopulationen, sehr wohl aber dauerhafte Befälle in beheizten Lagern, Röstereien, Süßwarenbetrieben und Importlagern.

Unter warmen Lagerbedingungen dauert die Entwicklung vom Ei bis zum Falter nur wenige Wochen. Anders als verwandte Zünsler legen die Larven keine Winterruhe ein, sodass in durchgeheizten Räumen mehrere Generationen im Jahr ohne Pause aufeinanderfolgen. Ein Weibchen legt mehrere Hundert Eier, meist direkt auf oder in die Ware. Die Falter nehmen keine feste Nahrung mehr auf und leben nur wenige Tage.

Schäden und Risiken

Der eigentliche Schaden ist die Verunreinigung. Die Raupen überziehen das Lagergut mit dichtem Gespinst und durchsetzen es mit Kot, Häutungsresten und Fraßmehl; die Ware verklumpt und ist für den Verzehr nicht mehr geeignet. In Silos und Bunkern verstopfen die Gespinste Abläufe und Förderwege.

Für den Menschen sind die Motten weder giftig noch gelten sie als Überträger von Krankheitserregern. Wer versehentlich eine befallene Dattel gegessen hat, muss nichts unternehmen. Bei Dauerbefall in Betrieben kann der Staub aus Häutungsresten und Gespinst allerdings die Atemwege reizen und Sensibilisierungen begünstigen – ein Grund, das Problem nicht laufen zu lassen.

Vorbeugen

  • Datteln, Feigen, Mandeln, Nüsse und Kakaoerzeugnisse nach dem Einkauf in dichte Gläser oder Dosen umfüllen
  • Angebrochene Packungen nicht monatelang offen stehen lassen; Vorräte der Reihe nach aufbrauchen
  • Vorratsschrank kühl halten – unter 15 °C entwickelt sich die Art nicht weiter
  • Importware schon beim Auspacken auf Gespinstfäden an der Packungsinnenseite prüfen

Tipp: Legen Sie neu gekaufte Datteln, Feigen und Nüsse für vier Tage bei minus 18 °C ins Gefrierfach, bevor sie in den Schrank kommen. Das tötet mitgebrachte Eier und Larven ab und setzt genau dort an, wo der Befall ins Haus kommt.

Bekämpfen

Räumen Sie den betroffenen Schrank vollständig aus und prüfen Sie jede Packung, auch ungeöffnete – die Raupen fressen sich durch Papier und dünne Folie. Befallenes kommt verschlossen in den Restmüll außer Haus. Anschließend den leeren Schrank aussaugen, den Staubsaugerbeutel sofort entsorgen und alle Fugen, Bohrlöcher der Regalträger und Deckenkanten feucht auswischen. Dort sitzen die Puppen, und dort beginnt der nächste Befall.

Erhaltenswerte Ware lässt sich durch vier Tage bei minus 18 °C oder eine Stunde bei 60 °C entwesen. Pheromonfallen fangen nur Männchen; sie zeigen den Verlauf an, beenden aber keinen Befall. Trichogramma-Schlupfwespen parasitieren die Eier und sind eine sinnvolle Ergänzung, kein Ersatz für das Ausräumen. Sprühmittel bringen im Vorratsschrank wenig und haben in Lebensmittelnähe nichts zu suchen. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Wann zum Profi?

Im Haushalt endet der Befall fast immer mit dem gründlichen Ausräumen, weil die Art ohne Wärme und Nachschub nicht bestehen kann. Holen Sie Fachleute, wenn trotz zweier Durchgänge weiter Falter auftauchen, wenn Nachschub aus einem Nebenraum kommt oder wenn der Befall gewerbliche Räume betrifft. Lager, Röstereien und Importbetriebe brauchen ein Fallenmonitoring über die Zeit; Wärmeentwesung, Begasung und Kohlendioxid-Behandlung sind dort die üblichen Verfahren und dürfen nur von zugelassenen Fachbetrieben ausgeführt werden. Auch wenn in derselben Charge Käfer wie der Getreideplattkäfer mitlaufen, lohnt eine fachliche Bestandsaufnahme.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Heißt tropisch, dass die Motte bei mir gar nicht überleben kann?

Im Freien nicht: Unterhalb von rund 15 °C entwickelt sie sich nicht weiter, und längere Kälte überstehen die Larven nicht – Freilandbestände gibt es in Deutschland deshalb keine. In durchgeheizten Wohnungen, Lagern und Betrieben findet sie dagegen ganzjährig passende Bedingungen und kann sich dort über viele Generationen halten.

Wie kommt die Tropische Speichermotte in meine Küche?

Fast immer über eingekaufte Ware. Datteln, Feigen, Mandeln, andere Nüsse und Kakaoerzeugnisse sind die typischen Einschleppungswege, oft schon als Ei oder junge Larve in der ungeöffneten Packung. Ein Befall sagt daher nichts über die Sauberkeit Ihrer Wohnung aus.

Muss ich wirklich jede ungeöffnete Packung öffnen?

Ja, zumindest gründlich durchsehen. Die Raupen fressen sich durch Papier und dünne Folien und wandern von Packung zu Packung. Prüfen Sie auf Gespinstfäden, verklebte Stellen und feines Fraßmehl; ohne diese Kontrolle bleibt fast immer ein Rest übrig, aus dem der Befall neu startet.

Helfen Schlupfwespen gegen die Tropische Speichermotte?

Trichogramma-Schlupfwespen parasitieren die Eier und können den Befallsdruck spürbar senken. Sie wirken aber ausschließlich gegen das Eistadium, nicht gegen Larven, Puppen oder fliegende Falter. Sinnvoll sind sie als Ergänzung nach dem Ausräumen, nicht als Ersatz dafür.