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Vorratsschädling

Dörrobstmotte

Die Dörrobstmotte ist der häufigste Vorratsschädling in deutschen Küchen. Auffällig wird sie meist erst, wenn kleine Falter abends an der Wand sitzen oder im Müsli helle Gespinstfäden kleben. Der Schaden entsteht nicht durch die Falter, sondern durch die Larven, die sich durch Packungen fressen und Vorräte mit Kot und Gespinst unbrauchbar machen. Gefährlich ist der Befall nicht, aber er breitet sich schnell auf den ganzen Schrank aus.

Dörrobstmotte erkennen

Der Falter ist an seinen zweifarbigen Vorderflügeln zweifelsfrei zu bestimmen: Die körpernahe Hälfte ist hellgrau bis gelblich, die äußere Hälfte kupferrot bis rotbraun. In Ruhe sitzt er mit dachförmig angelegten Flügeln flach an Wand oder Decke und fliegt kurz und taumelnd, wenn man ihn stört. Die Larven sind gelblich-weiß mit brauner Kopfkapsel und werden bis 17 mm lang.

  • Feine, klebrige Gespinstfäden in Nüssen, Trockenobst, Müsli, Reis, Mehl, Gewürzen, Schoko- und Tiernahrung.
  • Verklumpte Körner, Kotkrümel und Häutungsreste am Packungsboden.
  • Kleine Löcher in Papiertüten und dünnen Folien – die Larven beißen sich durch.
  • Larven, die an Wänden und Schrankdecken zur Verpuppung wandern, oft weit weg vom Fundort des Futters.
  • Falter abends an heller Wand oder Lampe.

Verwechseln lässt sie sich mit der bleigrauen, quergestreiften Mehlmotte und weiteren Arten, die unter dem Sammelbegriff Lebensmittelmotte laufen. Motten im Kleiderschrank sind dagegen fast immer die goldglänzende Kleidermotte.

Lebensweise

Ein Weibchen legt 100 bis 400 Eier direkt auf stärke- und zuckerreiche Lebensmittel. Bei 25 bis 30 °C schlüpfen die Larven nach drei bis vier Tagen, die gesamte Entwicklung vom Ei bis zum Falter dauert dann nur vier bis sechs Wochen. In kühlen Speisekammern zieht sich das über mehrere Monate. In beheizten Wohnungen entstehen so drei bis fünf Generationen pro Jahr.

Die Falter fressen nicht und leben nur ein bis zwei Wochen. Zur Verpuppung verlässt die Larve das Futter und sucht Ritzen, Schraubenlöcher oder Scharniere – dort übersieht man sie beim Aufräumen.

Schäden und Risiken

Befallene Lebensmittel sind nicht mehr verzehrfähig. Gespinst, Kot und Häutungsreste verderben Geschmack und Optik, außerdem fördert die Feuchtigkeit im Gespinst Schimmelbildung. Krankheiten überträgt sie nicht. Wer dauerhaft mit stark befallener Ware umgeht, kann aber allergisch auf Kotstaub und Häutungsreste reagieren.

Wichtig: Ein einzelner Falter bedeutet fast nie ein Einzeltier. Die Quelle steckt in einer Packung im Schrank, oft im ungeöffneten Vogelfutter oder in der Nussmischung ganz hinten. Ohne Auslesen aller Vorräte kommt der Befall wieder.

Vorbeugen

  • Trockenvorräte in Schraubgläsern oder Dosen mit Dichtung umfüllen. Larven durchdringen Papier und dünne Folien, Glas und Metall nicht.
  • Neue Ware, besonders Nüsse, Trockenobst, Vogel- und Tierfutter, vor dem Einräumen prüfen.
  • Vorratsschrank zweimal im Jahr komplett ausräumen, aussaugen und Fugen auswischen.
  • Kühl und trocken lagern: Unter 15 °C dauert die Entwicklung so lange, dass kaum Generationen entstehen.
  • Pheromonfalle als Frühwarnung aufhängen und alle acht bis zwölf Wochen wechseln.

Bekämpfen

Ohne konsequentes Auslesen geht es nicht. Räumen Sie den kompletten Schrank aus und prüfen Sie jede Packung, auch ungeöffnete. Befallenes wandert verschlossen in die Restmülltonne außerhalb der Wohnung. Anschließend Fächer aussaugen, den Beutel sofort entsorgen, Ritzen und Bohrlöcher mit heißem Essigwasser auswischen.

Verdächtige, aber noch nicht befallene Vorräte retten Hitze oder Kälte: eine Stunde bei 60 °C im Backofen oder drei Tage bei minus 18 °C töten alle Stadien ab. Pheromonfallen fangen nur Männchen und dienen der Kontrolle, sie beenden keinen Befall. Bewährt haben sich Schlupfwespen der Gattung Trichogramma: Die Kärtchen werden über zwei bis drei Monate alle zwei bis vier Wochen erneuert, die winzigen Wespen parasitieren die Motteneier und verschwinden danach von selbst. Lavendel, Lorbeer und Ultraschallgeräte helfen nicht. Sprays im Lebensmittelschrank sind unnötig und im Zweifel schädlicher als der Befall. Falls doch ein Präparat nötig ist: Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.

Wann zum Profi?

Holen Sie einen Fachbetrieb, wenn nach zwei gründlichen Räumaktionen weiter Falter fliegen, wenn der Befall aus Nachbarwohnung, Dachboden oder einem Vogelnest nachgeschoben wird oder wenn Sie Lebensmittel gewerblich lagern. Dort sind Monitoring, Dokumentation und gegebenenfalls eine Begasung Sache des Schädlingsbekämpfers.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Sind Dörrobstmotten gesundheitsschädlich?

Krankheiten übertragen sie nicht. Wer versehentlich befallene Lebensmittel isst, muss nicht mit Vergiftungen rechnen. Kot, Gespinst und Häutungsreste können jedoch Allergien auslösen und begünstigen Schimmel. Befallene Ware gehört deshalb in den Müll, nicht auf den Teller.

Woher kommen die Motten, obwohl ich sauber putze?

Fast immer werden Eier oder Larven mit der Ware eingeschleppt, vor allem in Nüssen, Trockenobst, Reis und Vogel- oder Tierfutter. Der Befall entsteht also schon im Handel oder im Lager. Sauberkeit verhindert das nicht, dichte Behälter und die Kontrolle neuer Packungen dagegen schon.

Reichen Pheromonfallen zur Bekämpfung?

Nein. Die Fallen locken nur Männchen an und zeigen, ob und wie stark ein Befall läuft. Die eierlegenden Weibchen bleiben unbehelligt. Nutzen Sie die Fallen zur Kontrolle und beseitigen Sie die Quelle durch Ausräumen, Aussaugen und Entsorgen.