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Lästling

Springschwänze

Springschwänze fallen meist als weißes Gewimmel auf der Erde von Zimmerpflanzen oder als dunkle Pünktchen im Duschbereich auf. Sobald man sie berührt, schnellen sie mehrere Zentimeter weit weg. Die Tiere stechen nicht, beißen nicht und richten in der Wohnung keinen Schaden an. Sie zeigen aber an, dass irgendwo zu viel Feuchtigkeit im Spiel ist.

Springschwänze erkennen

Die meisten Arten sind 0,2 bis 3 mm groß, in Wohnungen typischerweise rund 1 mm. Je nach Art sind sie weiß, cremefarben, grau oder blauschwarz, der Körper ist walzenförmig oder gedrungen mit kurzen Fühlern. Namensgebend ist die Sprunggabel unter dem Hinterleib: Sie ist im Ruhezustand eingeklappt und katapultiert das Tier beim Loslassen bis zum Zwanzigfachen seiner Körperlänge weit.

  • Weißes Gewimmel auf feuchter Blumenerde und in Untersetzern
  • Dunkle Pünktchen auf Wasserflächen, in Duschtassen, Waschbecken und Bodenabläufen
  • Ansammlungen an Fensterrahmen, in Silikonfugen und auf Kellerböden
  • Sprungverhalten bei Erschütterung, im Gegensatz zu krabbelnden Läusen und Milben

Die Staublaus ähnelt ihnen in Größe und Lebensraum und läuft meist ruckartig; bei Störung kann auch sie kurz hüpfen, aber nicht mehrere Zentimeter weit springen wie ein Springschwanz. Flöhe springen ebenfalls, sind mit 2 bis 3 mm dunkelbraun, seitlich abgeflacht und halten sich an Haustieren auf. Milben erkennen Sie an acht Beinen und ihrer runden Form.

Lebensweise

Springschwänze leben von Schimmelpilzen, Algen, Bakterien und zersetztem Pflanzenmaterial. Ihre Haut ist kaum vor Austrocknung geschützt, weshalb sie nahezu gesättigte Luft oder feuchtes Substrat brauchen. Trocknet die obere Erdschicht eines Blumentopfs durch, verschwinden sie dort binnen weniger Tage.

Die Vermehrung geht schnell: Ein Weibchen legt über sein Leben 100 bis 400 Eier in kleinen Paketen ab, bei 20 bis 25 Grad schlüpfen die Jungtiere nach sieben bis zehn Tagen und sind nach zwei bis drei Wochen selbst fortpflanzungsfähig. Manche Arten vermehren sich ohne Männchen. In die Wohnung gelangen sie fast immer mit Blumenerde, Topfpflanzen oder Gartenschuhen.

Schäden und Risiken

Für Menschen und Haustiere sind Springschwänze völlig harmlos. Sie übertragen keine Krankheiten, beißen nicht und verursachen keinen Juckreiz, auch wenn sie bei Massenauftreten so empfunden werden. Textilien, Holz, Vorräte und Bausubstanz lassen sie unberührt. Im Boden sind sie ausgesprochen nützlich, weil sie organisches Material zersetzen und Humus aufbauen. Nachteilig wirken sie nur in der gärtnerischen Jungpflanzenanzucht, wo sehr hohe Dichten an Keimwurzeln nagen können. Bleibt es im Haus über Wochen bei großen Zahlen, lohnt die Suche nach einem Wasserschaden oder verstecktem Schimmel.

Vorbeugen

  • Zimmerpflanzen erst gießen, wenn die oberen zwei Zentimeter Erde trocken sind
  • Untersetzer und Übertöpfe nach dem Gießen ausleeren
  • Bad und Küche mehrmals täglich stoßlüften, Luftfeuchte unter 60 Prozent halten
  • Duschtassen, Bodenabläufe und Silikonfugen sauber und trocken halten
  • Blumenerde trocken und verschlossen lagern, angebrochene Säcke nicht im Keller offen stehen lassen

Bekämpfen

Der einfachste Weg führt über den Wasserhaushalt. Lassen Sie befallene Topfpflanzen deutlich abtrocknen, tauschen Sie die oberen zwei bis drei Zentimeter Erde aus und decken Sie die Oberfläche mit einer Schicht Quarzsand oder feinem Kies ab. Das nimmt den Tieren Nahrung und Feuchte. Ergänzend fangen gelbe Klebetafeln umherspringende Exemplare ab, sichtbare Ansammlungen saugen Sie einfach auf.

Insektensprays sind unnötig und wirken nicht nachhaltig, weil die Tiere tief in Erde und Fugen sitzen. Auch Kaffeesatz, Zimt oder Essiglösungen im Gießwasser bringen nichts und schaden empfindlichen Pflanzen. Bei starkem Befall topfen Sie die Pflanze komplett in frische Erde um und spülen dabei den Wurzelballen ab.

Tipp: Gießen Sie befallene Töpfe zwei Wochen lang nur noch halb so oft und stellen Sie sie heller. In den meisten Fällen ist der Befall danach vorbei, ohne dass ein einziges Mittel zum Einsatz kommt.

Wann zum Profi?

Ein Schädlingsbekämpfer ist bei Springschwänzen selten nötig. Sinnvoll wird Hilfe, wenn die Tiere trotz trockener Pflanzen und gelüfteter Räume über Monate massenhaft auftreten, denn dann steckt fast immer ein Bauschaden dahinter. Feuchte Estrichdämmungen, undichte Leitungen und Schimmel hinter Verkleidungen gehören in die Hände eines Bausachverständigen oder Handwerkers.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Sind Springschwänze gefährlich für Menschen oder Haustiere?

Nein. Springschwänze beißen und stechen nicht, übertragen keine Krankheiten und leben nicht auf Menschen oder Tieren. Auch Hautreizungen gehen nicht von ihnen aus. Sie sind ausschließlich lästig, wenn sie in großer Zahl auftreten.

Wie werde ich Springschwänze in Blumenerde los?

Gießen Sie deutlich sparsamer und lassen Sie die Erde zwischen den Wassergaben abtrocknen. Tauschen Sie die oberen zwei bis drei Zentimeter Substrat aus und decken Sie die Oberfläche mit Quarzsand ab. Ohne Feuchtigkeit verschwindet die Population innerhalb von ein bis zwei Wochen.

Woran erkenne ich Springschwänze sicher?

Entscheidend ist das Sprungverhalten: Bei Erschütterung schnellen die Tiere mehrere Zentimeter weit weg und sind sofort verschwunden. Staubläuse hüpfen bei Störung höchstens ein kurzes Stück, Milben laufen nur. Zusätzlich sind Springschwänze meist einfarbig weiß, grau oder blauschwarz und sitzen an feuchten Stellen.

Warum tauchen Springschwänze im Neubau auf?

Frischer Beton, Estrich und Putz enthalten monatelang Restfeuchte, auf der Mikropilze wachsen. Das ist ideale Nahrung für Springschwänze. Mit konsequentem Heizen und Lüften trocknet das Mauerwerk aus und der Befall geht von selbst zurück.