Staublaus
Staubläuse fallen meist erst auf, wenn hunderte winzige Tiere über Fensterrahmen, Küchenschränke oder frisch tapezierte Wände laufen. Sie stechen nicht, beißen nicht und übertragen keine Krankheiten. Ihr Auftreten ist aber ein verlässliches Warnsignal: Staubläuse leben von Mikropilzen und brauchen dauerhaft feuchte Luft. Wer sie in großer Zahl findet, hat in aller Regel ein Feuchtigkeitsproblem in der Wohnung.
Staubläuse erkennen
Die Tiere sind 1 bis 2 mm klein, hellbraun bis graubraun und wirken mit bloßem Auge wie helle, bewegliche Staubkörnchen. Der Körper ist weich, der Hinterleib verdickt, die Fühler sind lang und perlschnurartig gegliedert. In Wohnungen sind die Arten fast immer flügellos, sie laufen ruckartig, springen aber nicht.
- Krabbelnde Punkte auf Fensterbänken, Silikonfugen und in Küchenschränken
- Feiner heller Staub in Mehl, Müsli, Gewürzen oder Trockenobst, der sich bewegt
- Tiere hinter loser Tapete, an Raufaser oder in Buchrücken
- Muffiger Geruch oder dunkle Flecken als Hinweis auf Schimmel in der Nähe
Verwechseln lassen sie sich mit jungen Silberfischchen, die noch keine silbrigen Schuppen tragen, aber bereits den langgestreckten Körper mit drei Schwanzfäden und zwei langen Fühlern zeigen, sowie mit Springschwänzen, die bei Störung wegschnellen. Auch die Mehlmilbe tritt in feuchten Vorräten auf, ist aber nur 0,5 mm groß und hat acht Beine.
Lebensweise
Staubläuse ernähren sich von mikroskopisch kleinen Schimmelpilzen, die auf feuchtem Putz, Tapetenkleister, Papier und Lebensmitteln wachsen. Hautschuppen und Stärke nehmen sie ergänzend auf. Entscheidend ist die Luftfeuchte: Unterhalb von etwa 55 Prozent relativer Feuchte trocknen die Tiere aus und sterben binnen weniger Tage bis Wochen, oberhalb von 70 Prozent vermehren sie sich explosionsartig.
Viele Arten pflanzen sich ohne Männchen fort. Ein Weibchen legt 50 bis 100 Eier, aus denen bei 25 Grad in gut drei bis vier Wochen fertige Tiere werden. So entstehen im Sommer mehrere Generationen hintereinander. Typische Auslöser sind Restfeuchte nach Neubau oder Renovierung, Wäschetrocknen in der Wohnung und schlecht belüftete Vorratsschränke.
Schäden und Risiken
Für Menschen und Haustiere sind Staubläuse ungefährlich. Sie stechen nicht und übertragen keine Erreger. In Massen verunreinigen sie jedoch Mehl, Müsli, Reis und Gewürze mit Kot und Häutungsresten, solche Vorräte gehören in den Müll. Ihre Ausscheidungen und Chitinreste können bei empfindlichen Menschen Niesreiz, Hautjucken oder allergische Beschwerden auslösen, ähnlich wie Hausstaubmilben.
Wichtig: Ein starker Befall zeigt fast immer verstecktes Schimmelwachstum an. Prüfen Sie Außenwände, Fensterlaibungen, Schrankrückwände und Bereiche hinter Möbeln. Wird nur das Insekt bekämpft und die Feuchtequelle bleibt, kommen die Tiere in wenigen Wochen zurück.
Vorbeugen
- Relative Luftfeuchte dauerhaft unter 55 Prozent halten und mit einem Hygrometer kontrollieren
- Drei- bis viermal täglich fünf bis zehn Minuten quer lüften, besonders in Bad und Küche
- Möbel mit einigen Zentimetern Abstand zu Außenwänden stellen
- Mehl, Müsli, Reis und Gewürze in dicht schließende Gläser oder Dosen umfüllen
- Vorratsschränke regelmäßig ausräumen, auswischen und vollständig trocknen lassen
Bekämpfen
Die Bekämpfung läuft über das Raumklima, nicht über Insektizide. Senken Sie die Luftfeuchte konsequent, notfalls mehrere Wochen mit einem elektrischen Luftentfeuchter und höherer Raumtemperatur. Räumen Sie befallene Schränke aus, saugen Sie Ritzen ab, entsorgen Sie den Beutel sofort und wischen Sie mit Essigreiniger nach. Betroffene Lebensmittel werfen Sie weg.
Sprays und Nebelautomaten wirken bestenfalls kurz, weil ständig neue Tiere aus Wandritzen und Vorräten nachrücken. Auch Hausmittel wie Lavendel oder Zedernholz beeindrucken Staubläuse nicht. Sinnvoll ist allenfalls Kieselgur in trockene Ritzen. Sichtbaren Schimmel müssen Sie fachgerecht entfernen lassen, sonst bleibt die Nahrungsgrundlage bestehen.
Tipp: Stellen Sie ein Hygrometer in den betroffenen Raum und notieren Sie zwei Wochen lang morgens und abends die Werte. Bleiben sie über 60 Prozent, liegt die Ursache am Bau oder am Lüftungsverhalten und nicht am Insekt.
Wann zum Profi?
Bei einzelnen Tieren reicht Lüften und Putzen. Holen Sie Hilfe, wenn der Befall nach acht Wochen trockener Raumluft anhält, wenn Sie Schimmel an Wänden oder hinter Tapeten finden oder wenn Allergiker im Haushalt leben. Für Feuchteschäden ist ein Bausachverständiger die richtige Adresse, für Massenbefall in Lagern und Lebensmittelbetrieben der Schädlingsbekämpfer.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Sind Staubläuse gefährlich für den Menschen?
Nein. Staubläuse stechen und beißen nicht und übertragen keine Krankheiten. Bei starkem Befall können ihr Kot und ihre Häutungsreste allergische Reaktionen und Atemwegsreizungen auslösen. Befallene Lebensmittel sollten Sie entsorgen.
Woher kommen Staubläuse plötzlich in der Wohnung?
Sie werden meist mit Lebensmitteln, Kartonagen, Büchern oder Zimmerpflanzen eingeschleppt und vermehren sich, sobald die Luftfeuchte über 60 Prozent liegt. Besonders häufig treten sie in Neubauten und frisch renovierten Räumen auf, weil dort Baufeuchte im Mauerwerk steckt.
Welche Luftfeuchtigkeit vertreiben Staubläuse?
Unterhalb von etwa 55 Prozent relativer Luftfeuchte finden die Tiere keine Nahrung mehr und trocknen aus. Halten Sie diesen Wert einige Wochen konstant, verschwindet der Befall von selbst. Ein Hygrometer für wenige Euro zeigt Ihnen, ob Sie den Bereich erreichen.
Muss ich befallenes Mehl wegwerfen?
Ja. Offene Packungen mit Mehl, Müsli, Reis oder Gewürzen, in denen Sie Staubläuse finden, gehören in den Müll, weil Kot und Häutungsreste darin verbleiben. Ungeöffnete und dicht verschlossene Behälter können Sie behalten, sollten sie aber kontrollieren.