Mäuse
Ein Rascheln in der Zwischendecke, angenagte Nudelpackungen und kleine schwarze Kötel in der Schublade: Mäuse fallen meist erst auf, wenn sie sich längst eingerichtet haben. In Gebäuden begegnen Ihnen vor allem die Hausmaus, im Herbst dazu Wald- und Rötelmäuse aus dem Garten. Sie gelten als Gesundheitsschädlinge, weil sie Lebensmittel verunreinigen und Erreger übertragen können. Zuwarten wird dabei nie günstiger.
Mäuse erkennen
Die Hausmaus ist 7 bis 11 cm lang, graubraun, hat mittelgroße Ohren und einen körperlangen, deutlich geringelten Schwanz. Sie riecht streng nach Ammoniak. Die Waldmaus ist gelbbraun mit weißem Bauch und auffällig großen Augen und Ohren, die Rötelmaus wirkt rundlicher, rotbraun und hat einen nur halb körperlangen Schwanz.
Anzeichen für einen Befall:
- Kot: 3 bis 8 mm lange, spindelförmige schwarze Kötel, verteilt statt an einer Stelle – ein Tier setzt 50 bis 80 pro Tag ab
- nächtliches Trippeln, Kratzen und Nagen in Wänden, Decken und hinter Küchenzeilen
- Nagespuren an Verpackungen, Kabeln, Holz und Dämmstoff, dazu feine Nagespäne
- Nester aus zerkleinertem Papier, Dämmwolle und Textilien in Schubladen und Hohlräumen
Junge Ratten werden oft für Mäuse gehalten. Sie haben im Verhältnis zum Kopf größere Füße und einen dickeren Schwanz. Der Unterschied zählt: Für Ratten gilt vielerorts eine kommunale Meldepflicht.
Lebensweise
Mäuse sind überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv. Die Hausmaus lebt in kleinen Gruppen und bleibt dabei nah am Nest: Ihr Aktionsradius umfasst oft nur 3 bis 10 Meter. Sie frisst nur 3 bis 5 g am Tag, nascht dafür an vielen Stellen, und deckt ihren Wasserbedarf aus der Nahrung.
Die Vermehrung ist der eigentliche Grund zur Eile: Junge Mäuse sind nach fünf bis sechs Wochen geschlechtsreif, die Tragzeit dauert 19 bis 21 Tage, ein Wurf umfasst vier bis acht Junge, und ein Weibchen bringt bis zu acht Würfe im Jahr. In beheizten Gebäuden läuft das ganzjährig. Zum Durchschlüpfen genügt der Maus ein Spalt von 6 mm, sie klettert an rauem Putz und Kabeln senkrecht nach oben.
Schäden und Risiken
Der Fraßschaden ist meist gering, die Verunreinigung erheblich: Kot und Urin machen Vorräte unbrauchbar. Übertragbar sind unter anderem Salmonellen, Leptospiren und Hantaviren. Hantaviren stammen in Deutschland vor allem von der Rötelmaus und werden über aufgewirbelten Staub aus Kot und Urin eingeatmet – deshalb darf Mäusekot nie trocken gefegt werden. Dazu kommen Nageschäden: angenagte Leitungen in Wänden, Fahrzeugen und Geräten sind eine ernstzunehmende Brandursache.
Wichtig: Bestimmen Sie die Art, bevor Sie Fallen stellen. Bekämpft werden dürfen nur die in Anlage 1 BArtSchV ausgenommenen Arten – im Haus praktisch die Hausmaus, im Garten zusätzlich Scher-, Erd-, Feld- und Rötelmaus. Die Waldmaus und die Gelbhalsmaus, die im Herbst häufig ins Haus ziehen, sind dagegen ebenso besonders geschützt wie Spitzmäuse, Haselmäuse, Gartenschläfer und Siebenschläfer; sie zu fangen oder zu töten ist verboten und kann Bußgelder nach sich ziehen. Eine Umsiedlung braucht die Genehmigung der unteren Naturschutzbehörde.
Vorbeugen
- Alle Öffnungen ab 6 mm schließen: Rohrdurchführungen, Kellerfenster, Lichtschächte, Türspalte mit Bürstendichtung.
- Lebensmittel, Tierfutter und Vogelfutter in Glas- oder Metallbehältern lagern, nicht in Papier oder Folie.
- Küche krümelfrei halten, Biomüll geschlossen entsorgen, Katzennapf nachts leeren.
- Keller und Dachboden entrümpeln, Reisig und Brennholz von der Hauswand abrücken.
Bekämpfen
Für den Haushalt sind Schlagfallen das Mittel der Wahl: Sie wirken sofort, ohne Gift im Wohnraum. Ködern Sie mit Nussnougatcreme oder Erdnussbutter, nicht mit Käse. Stellen Sie viele Fallen gleichzeitig, quer zur Wand mit dem Auslöser zur Laufkante, im Abstand von ein bis zwei Metern – der kleine Aktionsradius der Maus verzeiht keine großen Lücken.
Lebendfallen müssen mehrmals täglich kontrolliert werden, ausgesetzte Hausmäuse kehren meist zurück. Leimfallen sind tierschutzwidrig und tabu, Ultraschallgeräte zeigen keine belastbare Wirkung. Rodentizide unterliegen strengen Auflagen: nur in gesicherten Köderstationen, nur befristet, nie im Freiland ausgestreut.
Tipp: Reinigen Sie befallene Bereiche erst, nachdem Sie Kot und Nester mit Wasser oder Desinfektionsmittel angefeuchtet haben. Tragen Sie Handschuhe und eine FFP2- oder FFP3-Maske, saugen oder fegen Sie nichts trocken auf. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Wann zum Profi?
Holen Sie Hilfe, wenn Sie nach zwei Wochen weiter frischen Kot finden oder die Tiere aus Zwischendecken und Hohlwänden kommen. In Lebensmittelbetrieben, Kitas, Praxen und Pflegeeinrichtungen gehört die Bekämpfung samt Dokumentation ohnehin in Fachhände. Fachbetriebe finden Zugangswege mit Kamera und Spurenpuder und schließen sie dauerhaft.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Wie viele Mäuse stecken hinter einem Befall?
Bei sichtbarem Kot in mehreren Räumen sind es fast nie einzelne Tiere. Mäuse leben in Gruppen und bleiben nah am Nest, deshalb deutet Kot an verschiedenen Stellen auf mehrere Nester hin. Fangen Sie deshalb mit vielen Fallen gleichzeitig statt mit zwei oder drei.
Ist Mäusekot gefährlich?
Ja, er kann Salmonellen, Leptospiren und Hantaviren enthalten. Gefährlich wird vor allem trockenes Fegen oder Saugen, weil dabei Erreger als Staub eingeatmet werden. Feuchten Sie alles vorher an, tragen Sie Handschuhe und eine FFP2-Maske und entsorgen Sie den Abfall in geschlossenen Beuteln.
Helfen Ultraschallgeräte oder Hausmittel gegen Mäuse?
Ultraschall zeigt in Untersuchungen keine dauerhafte Wirkung, die Tiere gewöhnen sich rasch daran. Pfefferminzöl, Chili oder Katzenhaare vertreiben höchstens kurzzeitig. Wirksam sind ausschließlich der Verschluss aller Zugänge, konsequente Hygiene und Fallen.
Darf ich Giftköder selbst auslegen?
Nur eingeschränkt. Rodentizide für Privatanwender müssen in verschlossenen Köderstationen eingesetzt werden, dürfen nicht dauerhaft liegen bleiben und nicht im Freiland ausgestreut werden. Wegen der Gefahr für Kinder, Haustiere und Greifvögel sind Schlagfallen im Wohnbereich die bessere Wahl.