Läuse
Läuse sind flügellose Blutsauger, die dauerhaft auf ihrem Wirt leben. Beim Menschen kommen drei Arten vor: die Kopflaus, die Kleiderlaus und die Filzlaus. Am häufigsten trifft es Kita- und Grundschulkinder mit Kopfläusen. Das hat nichts mit Sauberkeit zu tun, muss aber konsequent behandelt werden; Kitas und Schulen melden Fälle nach § 34 Abs. 6 IfSG dem Gesundheitsamt, Eltern informieren die Einrichtung.
Läuse erkennen
Alle drei Arten sind grau bis bräunlich, abgeflacht und tragen an jedem Bein eine Klammerkralle. Kopfläuse werden 2 bis 3,5 mm groß, Kleiderläuse bis 4,5 mm, Filzläuse bleiben mit 1 bis 1,6 mm klein und wirken breit wie eine winzige Krabbe. Läuse springen und fliegen nicht. Wer eine Laus davonhüpfen sieht, hat einen Floh vor sich.
- starker Juckreiz, bei Kopfläusen vor allem hinter den Ohren und im Nacken
- Nissen: 0,8 mm große, weißliche Eihüllen, fest am Haar nahe der Kopfhaut verklebt
- Kratzspuren, kleine Blutkrusten und ekzemartige Hautveränderungen
- bei Kleiderläusen Tiere und Eier in Nähten und Bündchen der Kleidung, nicht auf der Haut
Tipp: Nissen lassen sich nicht abstreifen, Schuppen und Haarspray-Reste schon. Der sichere Nachweis ist das nasse Auskämmen: Haare waschen, reichlich Pflegespülung einarbeiten und Strähne für Strähne mit einem Nissenkamm auskämmen, den Kamm dabei auf Küchenpapier abstreifen.
Lebensweise
Die Kopflaus sticht alle zwei bis vier Stunden und stirbt ohne Blutmahlzeit nach etwa ein bis zwei Tagen. Das Weibchen klebt täglich drei bis fünf Eier dicht an der Kopfhaut an den Haarschaft, insgesamt etwa 90 bis 140 Stück. Nach sieben bis zehn Tagen schlüpfen die Nymphen, nach weiteren neun bis elf Tagen sind sie geschlechtsreif. Eine Laus lebt etwa 30 Tage auf dem Kopf.
Übertragen werden Kopfläuse fast ausschließlich von Kopf zu Kopf, etwa beim Kuscheln, Spielen oder Selfie-Machen. Mützen, Kämme und Kopfkissen spielen eine untergeordnete Rolle. Kleiderläuse dagegen leben in der Kleidung und wechseln nur zur Mahlzeit auf die Haut; sie treten dort auf, wo Kleidung über Wochen nicht gewechselt werden kann. Filzläuse werden bei engem Körperkontakt übertragen.
Schäden und Risiken
Der Speichel löst Juckreiz und Quaddeln aus, das Kratzen führt zu Wunden, die sich bakteriell entzünden können. Kopf- und Filzläuse übertragen keine Krankheiten. Anders die Kleiderlaus: Sie gilt weltweit als Überträger von Fleckfieber, Läuserückfallfieber und Wolhynischem Fieber und ist damit die medizinisch gefährlichste Art. In Deutschland tritt sie fast nur bei Wohnungslosigkeit und in Notunterkünften auf.
Vorbeugen
- Kindern erklären, dass sie beim Spielen die Köpfe nicht zusammenstecken sollen
- Mützen, Schals, Kämme und Haarbürsten nicht tauschen
- lange Haare in Kita und Schule zusammenbinden
- bei einem Fall in der Gruppe alle Haushaltsmitglieder auskämmen und kontrollieren
- Kleidung regelmäßig wechseln und bei 60 °C waschen, das beugt Kleiderläusen vor
Bekämpfen
Wirksam sind zugelassene Mittel mit Dimeticon. Diese Silikonöle verstopfen rein physikalisch die Atemöffnungen, verursachen keine Resistenzen und sind auch für kleine Kinder und Schwangere geeignet. Chemische Präparate mit Pyrethrum oder Permethrin wirken ebenfalls, gegen sie sind aber bereits Resistenzen bekannt. Entscheidend ist die Wiederholung: Behandeln Sie an Tag 1 und noch einmal an Tag 8 bis 10, weil kein Mittel alle Eier sicher abtötet. Ergänzend wird an den Tagen 1, 5, 9, 13 und 17 nass ausgekämmt.
Ein aufwendiger Hausputz ist unnötig. Wechseln Sie Bettwäsche und Handtücher und waschen Sie sie bei 60 °C, das genügt. Kuscheltiere einzufrieren, Teppiche zu behandeln oder die Wohnung zu vernebeln, bringt nichts, weil Läuse ohne Wirt schnell absterben. Auch Hausmittel wie Mayonnaise, Essig, Teebaumöl oder Olivenöl sind keine verlässliche Behandlung.
Wichtig: Kopflausbefall fällt unter §34 IfSG. Eltern müssen Kita oder Schule informieren, die Einrichtung meldet dem Gesundheitsamt. Nach der ersten fachgerechten Behandlung darf die Einrichtung in der Regel wieder besucht werden. Biozidprodukte vorsichtig verwenden. Vor Gebrauch stets Etikett und Produktinformationen lesen.
Wann zum Profi?
Bei Kopfläusen ist der Ansprechpartner die Apotheke oder der Kinderarzt, nicht der Schädlingsbekämpfer. Ärztliche Hilfe brauchen Sie, wenn der Befall nach zwei korrekten Behandlungen weiterbesteht, wenn die Kopfhaut entzündet ist oder wenn Kleider- oder Filzläuse festgestellt werden. Ein Schädlingsbekämpfer kommt nur bei Kleiderläusen in Gemeinschaftsunterkünften ins Spiel. Nicht mit Läusen verwandt ist übrigens die harmlose Staublaus.
Häufige Fragen zu diesem Schädling
Bekommt man Läuse durch mangelnde Hygiene?
Nein. Kopfläuse befallen saubere Haare genauso gern wie ungewaschene, sie brauchen nur Blut und Wärme. Häufiges Haarewaschen schützt nicht. Die Kleiderlaus ist die Ausnahme: Sie tritt dort auf, wo Kleidung über längere Zeit nicht gewechselt oder gewaschen werden kann.
Muss ich die ganze Wohnung reinigen?
Nein. Läuse überleben ohne Wirt nur ein bis zwei Tage. Es reicht, Bettwäsche, Handtücher und getragene Kleidung zu wechseln und bei 60 °C zu waschen sowie Kämme und Bürsten in heißem Wasser zu reinigen. Kuscheltiere einfrieren oder Teppiche behandeln ist nicht nötig.
Warum muss die Behandlung wiederholt werden?
Kein zugelassenes Mittel tötet alle Eier zuverlässig ab. Aus überlebenden Nissen schlüpfen nach sieben bis zehn Tagen neue Larven. Deshalb gehört zu jeder Behandlung eine zweite Anwendung an Tag 8 bis 10 sowie regelmäßiges nasses Auskämmen bis Tag 17.