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Gesundheitsschädling

Filzlaus

Die Filzlaus ist ein blutsaugender Parasit, der ausschließlich auf dem Menschen lebt und sich an dicken Körperhaaren festhält, meist im Schambereich. Übertragen wird sie fast immer bei engem Körperkontakt. Der Befall heißt medizinisch Pediculosis pubis, ist unangenehm und juckt, aber er ist harmlos, gut behandelbar und hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun.

Filzlaus und Befall erkennen

Die erwachsene Laus ist 1 bis 1,5 mm groß, grauweiß bis hellbraun und breiter als lang. Ihre kräftigen Klauen sind auf den Abstand dicker Haare abgestimmt, deshalb sitzt sie nicht auf dem Kopfhaar wie die Kopflaus und nicht in der Kleidung wie die Kleiderlaus. Sie bewegt sich kaum und wirkt eher wie eine kleine Kruste an der Haut.

Typische Anzeichen:

  • Juckreiz im Schambereich, oft nachts stärker, der nach ein bis zwei Wochen einsetzt
  • ovale, weißgraue Nissen, fest an die Haarbasis geklebt und nicht abstreifbar
  • bläulich-graue Flecken von etwa 0,5 bis 1 cm an Bauch, Oberschenkeln und Flanken, die durch den Speichel entstehen
  • rostfarbene bis schwarze Kotpünktchen in der Unterwäsche
  • Kratzspuren und kleine Krusten
  • bei Befall der Wimpern verklebte Lidränder und juckende Augen

Lebensweise

Filzläuse saugen vier- bis fünfmal täglich Blut und verlassen dazu ihren Platz nicht. Ein Weibchen legt etwa drei Eier pro Tag, insgesamt rund 30. Die Nissen kleben mit einer wasserfesten Kittsubstanz an der Haarbasis. Nach sieben bis acht Tagen schlüpfen die Nymphen, die in drei Stadien binnen zwei bis drei Wochen erwachsen werden. Die gesamte Lebensdauer beträgt etwa vier Wochen.

Ohne Wirt hält die Laus nur 24 bis 48 Stunden durch, denn sie braucht Blut und Körperwärme. Übertragen wird sie deshalb fast ausschließlich bei engem Körperkontakt, in erster Linie beim Geschlechtsverkehr. Handtücher, Bettwäsche oder gemeinsam genutzte Kleidung sind ein möglicher, aber seltener Weg.

Schäden und Risiken

Filzläuse übertragen keine Krankheiten, auch keine sexuell übertragbaren Infektionen. Der Speichel löst Juckreiz und die typischen bläulichen Flecken aus, die nach der Behandlung noch Tage bis Wochen sichtbar bleiben. Das größte Risiko ist das Kratzen: Aufgekratzte Stellen entzünden sich leicht, es können Ekzeme und bakterielle Infektionen entstehen.

Ein Befall der Wimpern reizt die Lidränder und kann eine Bindehautentzündung nach sich ziehen; er gehört in ärztliche Behandlung, weil dort keine der üblichen Mittel verwendet werden dürfen. Weil die Übertragung meist beim Sex erfolgt, empfehlen Ärzte, bei nachgewiesenem Befall auch andere sexuell übertragbare Infektionen abklären zu lassen und feste Partner mitzubehandeln.

Vorbeugen

  • bei bekanntem Befall im Umfeld engen Körperkontakt vermeiden, bis alle Beteiligten behandelt sind
  • Handtücher, Waschlappen und Bettwäsche nicht mit anderen teilen
  • Wäsche befallener Personen bei 60 °C waschen
  • Kondome schützen nicht vor Filzläusen, weil der Kontakt der Körperbehaarung genügt
  • Partnerinnen und Partner der letzten vier Wochen informieren, damit sie sich untersuchen lassen können

Bekämpfen

Die Behandlung erfolgt am Menschen, nicht in der Wohnung. Aus der Apotheke gibt es Präparate mit Permethrin sowie physikalisch wirkende Mittel mit Dimeticon, das die Läuse verschließt und erstickt. Beide werden auf die befallenen behaarten Stellen aufgetragen und nach sieben bis zehn Tagen wiederholt, um nachgeschlüpfte Nymphen zu erfassen. Rasieren allein beseitigt den Befall nicht sicher, erleichtert aber die Kontrolle. Nissen lassen sich nach der Behandlung mit einem feinen Kamm oder mit Essigwasser lösen.

Waschen Sie Bettwäsche, Handtücher und getragene Kleidung bei 60 °C. Nicht Waschbares legen Sie für 72 Stunden in einen verschlossenen Beutel oder für einige Stunden bei −18 °C ins Gefrierfach; länger als zwei Tage überlebt keine Laus ohne Wirt. Insektensprays und Vernebler für Räume sind überflüssig.

Tipp: Behandeln Sie alle engen Kontaktpersonen der letzten vier Wochen gleichzeitig, auch wenn sie noch keinen Juckreiz haben. Der Juckreiz beginnt oft erst ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung, sonst reicht ein unbehandelter Kontakt für einen Rückfall.

Wann zum Profi?

Ein Schädlingsbekämpfer wird hier nicht gebraucht: Filzläuse leben nur auf dem Menschen. Zuständig sind Hausarzt, Hautarzt oder eine Praxis für Frauen- oder Männergesundheit. Ärztliche Hilfe ist nötig bei Befall von Wimpern und Augenbrauen, bei Kindern, in der Schwangerschaft und Stillzeit, bei entzündeten Kratzstellen und wenn der Juckreiz nach zwei korrekt durchgeführten Behandlungen nicht nachlässt. Einen Überblick über die anderen Arten gibt der Beitrag Läuse.

Häufige Fragen zu diesem Schädling

Bekommt man Filzläuse auf der Toilette oder im Schwimmbad?

Praktisch nicht. Die Tiere halten sich mit ihren Klauen an Körperhaaren fest, lassen sich nicht abschwemmen und überleben ohne Wirt nur 24 bis 48 Stunden. Übertragen werden sie fast immer bei engem Körperkontakt, seltener über gemeinsam genutzte Handtücher oder Bettwäsche.

Muss ich mich rasieren, um Filzläuse loszuwerden?

Nein. Ausschlaggebend ist die Behandlung mit einem Präparat aus der Apotheke, meist mit Permethrin oder Dimeticon, die nach sieben bis zehn Tagen wiederholt wird. Eine Rasur entfernt Läuse und Nissen zwar mechanisch, erfasst aber Achseln, Brust, Bauch und Oberschenkel selten vollständig.

Muss die Wohnung behandelt werden?

Nein. Filzläuse können außerhalb des Menschen nicht überleben, deshalb sind Sprays und Vernebler in der Wohnung sinnlos. Es genügt, Bettwäsche, Handtücher und getragene Kleidung bei 60 °C zu waschen und Nichtwaschbares drei Tage in einem verschlossenen Beutel zu lagern.